Auslöschung - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Auslöschung

    Auslöschung


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Alex Garland
    Darsteller:
    Natalie Portman
    Jennifer Jason Leigh
    Gina Rodriguez
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    115 Minuten
    Kaufstart:
    12. März 2018
    Label:
    Netflix

    Die junge Lena hätte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass ihr Ehemann jemals aus seinem angeblichen Kriegseinsatz zurückkehrt. Längst hielt sie ihn für tot, als er plötzlich – scheinbar ohne jegliche Erinnerungen – in ihrer Wohnung auftaucht. Doch damit hat das Rätsel für die Biologin gerade erst begonnen: Nicht lange dauert es, bis sie vom Militär festgenommen und in eine mysteriöse Forschungseinrichtung gebracht wird. Das allerdings hat seine Gründe: In dem nahegelegenen Wald ist bereits vor längerer Zeit ein seltsamer, möglicherweise außerirdischer Schimmer entstanden. Jegliche Expeditionen dorthin sind spurlos verschwunden – bis auf ihren Ehemann, der als einziger jemals aus dem Schimmer zurückgekehrt ist. Dumm nur, dass er nicht nur schwer krank ist, sondern die Möglichkeit zur Heilung womöglich darin besteht, die Ursachen herauszufinden. Und dafür muss Lena gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen selbst in den Schimmer eindringen…

    Kritik:
    Eigentlich als Kinofilm gedreht, landen so manche Filme statt auf der großen Leinwand mittlerweile eher beim Streaming-Anbieter Netflix. Da ist auch der neueste Film mit Natalie Portman offenbar keine Ausnahme: Mit unkonventionellen Bildern hätte der zwar im Kino sicher einiges hergemacht, richtet sich aber ohnehin nicht an die große Masse. „Auslöschung“ will sich nämlich ganz bewusst eher an ein spezielleres Publikum richten.

    Fantasy im Mixer
    Einfach zusammengefasst handelt der experimentelle Science-Fiction-Film nämlich von der Zerstreuung jeglicher DNS innerhalb eines mysteriösen Schimmers. Konkret bedeutet das: Wer sich innerhalb des Schimmers aufhält, hat nicht nur keine Ahnung, was ihn dort womöglich erwartet, sondern wird sich zunehmend dahingehend verändern, dass seine DNS mit jeglichen anderen Strukturen verschmilzt – ob Tiere, Pflanzen oder Gebäude: in „Auslöschung“ wächst alles irgendwie zusammen und erzeugt Mischformen. Da ist natürlich völlig klar, dass der Streifen ziemlich faszinierende Bilder zu bieten hat und sich auch beim Creature Design sehr gut sehen lassen kann. Damit gelingt es Regisseur Alex Garland zugleich auch, die außergewöhnliche Science-Fiction-Handlung mit Fantasyelementen zu kombinieren und auch der Augenschmaus lässt nicht lange auf sich warten.

    Zerstreuung der Zuschauer
    Und doch reichen Bilder alleine offenbar nicht aus, um tatsächlich bei jedem Zuschauer zu zünden. Das liegt vor allem auch daran, dass „Auslöschung“ nicht nur mit einer ungewöhnlichen Inszenierung daher kommt, sondern auch künstlerisch einen eher experimentellen Weg einschlägt. Spätestens im letzten Drittel des Films macht Garland dabei sogar den Fehler, sich in den spektakulären Bildern ein wenig zu verrennen. Zu bedeutungsschwanger und dick aufgetragen wirkt es, wenn er seinen neuesten Film immer stärker zu einem malerischen Kunstwerk ausarbeiten möchte. Dann nämlich driftet „Auslöschung“ auch immer weiter von seiner Thematik der DNS-Zerstreuung ab und zerstreut im wahrsten Sinne des Wortes auch die Zuschauer zunehmend. Am Ende hinterlässt der Experimentalfilm vermutlich eher bei den Arthaus-Fans zufriedene Gesichter, nicht jedoch zwangsläufig bei jenen, die futuristische Science-Fiction erwartet hätten.

    Spannendes Genreexperiment
    Dabei macht „Auslöschung“ eigentlich sogar einiges richtig, weil eben gerade die experimentelle Art auch für ein unvorhersehbares Erlebnis sorgt, bei dem das Publikum tatsächlich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hat, hier alles schon einmal gesehen zu haben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Streifen sich über lange Strecken hinweg eher mysteriös und geheimnisvoll gibt. Den Zuschauer lässt man ebenso gerne, wie die Hauptprotagonisten, über gewisse Dinge im Dunkeln. Schade nur, dass die Handlungen der Figuren nicht immer ganz nachvollziehbar erscheinen, vor allem wenn die Geheimnistuerei sich nicht zu jedem Zeitpunkt als schlüssig entpuppt. Noch dazu leidet „Auslöschung“ auch unter der Tatsache, dass manche stilistischen Elemente einfach nicht so richtig zum Streifen passen wollen. Dazu zählt dann sogar der Soundtrack, der einige zunächst faszinierende Szenen zwischenzeitlich etwas merkwürdig erscheinen lässt. Unterm Strich handelt es sich also um einen Film, auf den man sich wegen seiner groben Andersartigkeit einlassen muss, um ihn genießen zu können. Und bei dem Versuch wird er vermutlich das Publikum in zwei Lager spalten.

    Fazit:
    Faszinierender, aber auch experimenteller Science-Fiction-Streifen, der einerseits mit seiner Thematik der DNS-Zerstreuung beeindrucken kann, andererseits aber auch derartig stark von üblichen Konventionen abweicht, dass er das Publikum höchstwahrscheinlich in zwei Lager spalten wird.

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