Aladdin - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Aladdin

    Aladdin


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Guy Ritchie
    Darsteller:
    Will Smith
    Mena Massoud
    Naomi Scott
    Marwan Kenzari
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    128 Minuten
    Kaufstart:
    26. September 2019
    Label:
    Walt Disney Studios
    Home Entertainment

    Der junge Aladdin ist eigentlich nur ein ganz gewöhnlicher Straßendieb. Niemals würde er es wohl für möglich halten, ausgerechnet das Herz der Prinzessin von Agrabah erobern zu können. So sehr sie sich auch einen einfachen Mann wünscht, der nicht bloß mit seinem Reichtum prahlt, gibt es doch ein Gesetz, das der Prinzessin verbietet, jemanden zu heiraten, der nicht selbst ebenfalls ein Prinz ist. Wie praktisch, dass Aladdin in der mysteriösen Wunderhöhle den Flaschengeist Dschinn entdeckt, der ihm jeden beliebigen Wunsch erfüllen kann. Drei Wünsche hat Aladdin von nun an frei – nur eines kann der Dschinn nicht: Dafür sorgen, dass ihn jemand liebt. So müssen die Wünsche klug durchdacht sein, mit denen er die Prinzessin erobern möchte. Dumm nur, dass die Fassade nicht nur schon bald auffliegen könnte, sondern das Königreich auch noch von einem mächtigen Widersacher bedroht wird, der es auf den Thron des Sultans abgesehen hat…

    Kritik:
    Es sorgte schon für viel Erstaunen, als ausgerechnet der Hollywood-Star Will Smith in einer für ihn doch etwas ungewöhnlichen Rolle angekündigt wurde. Er sollte nämlich nicht nur eine wichtige Rolle in der Realverfilmung des Klassikers „Aladdin“ erhalten, sondern zugleich auch noch ausgerechnet den Flaschengeist Dschinn spielen. Mit ausgefallenen Kostümen und knallblauem Äußeren. Doch wahrscheinlich gäbe es wohl kaum eine Figur, die Will Smith nicht mit Humor und Bravour meistern könnte.

    Will Smith – der Date Doktor
    Ein bisschen Abhilfe bekommt er bei seiner Rolle ja ohnehin: Immer dann, wenn er als Flaschengeist aus der Flasche schlüpft und in einer riesigen Rauchwolke in der Luft schwebt, darf er sich schließlich als CGI-Figur zeigen, die ihm optisch wie aus dem Gesicht geschnitten sieht. Trotzdem erkennen wir ihn dabei nicht nur am Gesicht wieder: Den typischen Humor mit seinem lockeren Auftreten, das sogar einen Tick an die alte Rolle in „Der Prinz von Bel-Air“ erinnern könnte, gibt es so schließlich kein zweites Mal. Umso besser, dass dieses Erscheinungsbild nicht von Dauer sein soll: Hin und wieder dürfen wir den Star nämlich auch als reale Person bewundern und bekommen Will Smith zur Freude seiner Fans tatsächlich zu Gesicht. Was er dabei abliefert, ist eine spannende Neuinterpretation des klassischen Dschinn im modernen Gewand und ein bisschen an den Zeitgeist angepasst. Wenn er schließlich Aladdin als Datingcoach und Kuppler zur Seite steht, während er die Prinzessin Jasmin erobern möchte, kommt sogar „Hitch – Der Date Doktor“ nochmal ein bisschen zum Vorschein und Smith gelingt es, jene damalige Rolle mit dem märchenhaften Flaschengeist zu kombinieren.

    Ein klassisches Disney-Märchen
    Märchenhaft ist „Aladdin“ aber ohnehin, denn bei der eigentlichen Story orientiert man sich doch größtenteils am Original – und da möchte man uns natürlich erneut in die traumhaft schöne orientalische Welt von 1001 Nacht entführen. Klar ist an der Stelle auch – durchaus zur Freude der eingefleischen Disney-Fans: „Aladdin“ ist zu einem gewissen Grad natürlich Kitsch pur. Eine ziemlich altmodische, etwas aufgefrischte Liebesgeschichte, die noch heute ihre klischeehaften pädagogischen Werte vermitteln will. Im Kern geht es doch immer noch darum, dass kein Reichtum der Welt die inneren Werte eines Menschen jemals aufwiegen könnte. Natürlich ein wenig aufgepeppt mit dem typischen Feminismus des heutigen Zeitgeistes, bei dem eine junge Prinzessin versucht, ihrer Stimme im Königreich trotz ihres weiblichen Geschlechts eine größere Bedeutung zu verleihen und hier und da ein wenig mit kultureller Vielfalt gespickt – und sei es nur durch unauffällige kleine Nebenrollen, mit denen der Film dezent gespickt wurde. Eines nämlich hat Disney mit ihrer jahrelangen Erfahrung inzwischen begriffen: Politische und gesellschaftliche Statements sollten nicht mit dem Holzhammer serviert werden. Dies zu vermeiden gelingt „Aladdin“ auf angenehme Weise, ohne seine Werte dabei außer Acht zu lassen.

    Optulente Kostümshow
    Nichts desto trotz leidet die Neuauflage des Klassikers natürlich ein bisschen darunter, dass Kennern und Fans des Originals die zugrundeliegende Story natürlich schon bekannt ist. Da muss man natürlich eingestehen, dass es abseits des Kitsches und fantasievollen Orient-Märchens kaum bis gar keine richtigen Überraschungen zu sehen gibt. Für die Macher ist damit in gewisser Weise aber auch klar: Das muss natürlich mit einigen modernen Schauwerten ausgeglichen werden, sodass sich „Aladdin“ für Kenner trotzdem noch lohnt, angesehen zu werden. Und vielleicht ist der Streifen sogar einer der hübschesten geworden, die Disney in den vergangenen Jahren gedreht hat. Hinsichtlich seiner Optik hat Disney nämlich alles aufgefahren, was das hohe Budget hergegeben hat: Die Kostüme sind nicht nur extrem farbenfroh, sondern ebenso detailreich und erinnern an einen aufregenden Mix aus Karneval in Rio und der reichen königlichen Pracht Arabiens. Die Kulissen erinnern in ihrer beeindruckenden Ausgestaltung des arabischen Königreichs sogar ein bisschen an die Spielereihe „Assassins Creed“ und wenn der Film dann in den – für Disney typischen – Musicalszenen auch noch seine Effekte voller Feuerwerke, Lichter, Rauch und Symmetrie auspackt, ist „Aladdin“ ein echter Augenschmaus. Damit aber handelt es sich vor allem um fantastisches Märchen-Kino für den Mainstream – nicht mehr und nicht weniger.

    Fazit:
    Will Smith in der Rolle des Flaschengeistes ist schon außergewöhnlich genug. Darüber hinaus aber punktet die Realverfilmung des Disney-Klassikers als farbenfrohes modernes Märchen voller opulenter Kostüme und Kulissen. Durch die bestens bekannte Story fehlt es dem Streifen abseits der Schauwerte jedoch an echten Überraschungen.

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