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    Alles muss raus

    Alles muss raus


    Land/Jahr:
    USA 2010
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Dan Rush
    Darsteller:
    Will Ferrell
    Rebecca Hall
    Michael Pena
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    93 Minuten
    Kaufstart:
    6. Dezember 2011
    Label:
    Ascot Elite


    Nick ist einfach nicht mehr erwünscht. Nirgendwo – weder bei seiner Arbeit, noch in seinem eigenen Zuhause. Nachdem er nach zahlreichen erfolgreichen Jahren als Verkaufsberater eines großen Unternehmens plötzlich von heute auf morgen gekündigt wurde, muss er feststellen, dass er fortan alles verloren hat. Nicht einmal das eigene Haus kann er noch betreten, denn die Frau hat ihn ebenso verlassen und das Schloss ausgetauscht. Zu allem Überfluss sind auch noch sein Auto das Eigentum des Unternehmens, die Kreditkarte des gemeinsamen Kontos gesperrt und all seine Besitztümer auf dem Rasen des Vorgartens verteilt. Doch ohne jegliche alternative Unterkunft bleibt ihm fortan nur noch eine Wahl: Er zieht in den Vorgarten und genießt das Leben. Doch das kann bekanntlich nicht lange gut gehen…

    Kritik:
    Es ist schwer, sich sein eigenes glückliches Leben aufzubauen – doch alles zu verlieren, geht oft auf einen Schlag. Und meistens kommt es dann bekanntlich besonders hart, denn hat man erst einmal die Arbeit verloren, verschwindet kurz darauf meist auch die Frau und das komplette Eigentum. So ergeht es nun auch Nick Halsey, gespielt von Will Ferrell, der fortan vor dem Abgrund seines Lebens steht.

    Das Leben im Vorgarten
    Doch Ferrell zeigt in „Alles muss raus“ einen ganz eigenen Umgangsstil mit der Situation. Statt sich eine ernsthafte Unterkunft zu suchen und ein neues Leben zu beginnen, nimmt er die Situation einfach hin, lebt in den Tag hinein und zieht in den Vorgarten. Denn in diesem Streifen muss nicht alles erst raus, sondern wurde bereits von der Frau bereitwillig im Vorgarten verteilt. Da ist es nur naheliegend, sich neben den Sprinkleranlagen ein neues Zuhause samt Sessel, Schlafplatz und Grill einzurichten, um so möglichst Tag und Nacht den Nachbarn auf den Senkel zu gehen. Insgesamt zeigt er also einen recht außergewöhnlichen, aber auch sportlichen Umgang mit seiner Lage, denn das Leben im Freien bietet allerlei Kennenlernmöglichkeiten, die den Zuschauer nur allzu gerne amüsieren.

    Macho mit weichem Herz
    Nick Halsey ist allerdings auch eine überaus vielseitige Figur, dessen Charakterzeichnungen überaus gelungen sind. Nur im Detail erkennen wir da zunächst seine Probleme, in dem er sich mit Alkohol besäuft und den lieben langen Tag einfach perspektivenlos im Garten abhängt. Nach außen hin ist er schließlich eine wahre Frohnatur, der das Leben leicht nimmt, sich mit dem Nachbarsjungen anfreundet und ein wenig mit der süßen schwangeren Lady von gegenüber flirtet. Doch ist die Nacht erst einmal angebrochen und die Menschen aus dem Sichtfeld verschwunden, kommen die emotionalen Gefühlsausbrüche, die Verzweiflung, die Traurigkeit und der Hass – dann entlädt sich auf mitfühlende, packende Weise gleich alles auf einmal und Will Ferrell kann seine wahren schauspielerischen Talente bestens unter Beweis stellen. Insgesamt ist „Alles muss raus“ also eher ein trauriger und melancholischer Film, der nur auf den ersten Blick lustig und amüsant ist. Eine harte, draufgängerische Komödie mit sehr sehr weichem Kern also.

    Ein Spiegel für Jedermann
    Bestleistungen kommen vor allem dann auf, wenn Ferrell seine sarkastischen Sprüche von sich gibt, oder die Probleme seiner Mitmenschen auf den ersten Blick erkennt. Denn obwohl er doch ein so heruntergekommener, problematischer Mensch ist, hat er doch ein gutes Herz und entlarvt seine Mitmenschen nur allzu gern als Heuchler. Da bekommt er doch vorgehalten, wie untragbar seine Situation doch sein mag und wie viele Probleme er doch zu haben scheint, während gerade seine Mitmenschen doch hinter verschlossenen Türen die noch viel größeren Probleme haben – während er diese offen zur Schau stellt. So stellen sich auch vermeintliche Vertrauenspersonen schon bald als Verräter und Heuchler heraus, auf die er sich am wenigsten verlassen kann und „Alles muss raus“ bekommt seine ganz persönlichen, perfekt gelungenen Wendungen. Die eigentliche Verkaufsstory dient da lediglich als glaubwürdigen Zusammenhalt der Handlung – denn wie sonst könnte jemand das Leben im Vorgarten rechtfertigen? Alles in allem also ein herausragender Film, der auf diese Weise seinesgleichen sucht.

    Fazit:
    Will Ferrell in Bestform zeigt einen vielfältigen Ehemann, der alles verloren hat und bekommt dabei einen herausragenden Spagat zwischen Humor und Emotionalität hin.