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Annotopia Lüdinghausen: Das Festival für alle Fandoms
Roxette beim Kunstrasen Bonn: Rockige Hits auch mit neuer Sängerin
Echoes of Rebellion: Das familiäre Event der schwarzen Szene in Köln
Amphi Festival feiert Jubiläum – und einen Rekord-Start des Vorverkaufs für 2027
Nevermore und Savatage rocken den Kunstrasen Bonn
Kunstrasen Bonn: Eine Zeitreise in die 80er mit OMD
MPS Bückeburg: Abschied von der großen Bühne

Archiv fürAugust, 2026


31
Aug

Annotopia Lüdinghausen: Das Festival für alle Fandoms

Du magst Mittelaltermärkte, hörst gerne Bands aus der Gothic-Szene, aber genauso gerne bastelst du an deinen Cosplays und besuchst Conventions? Manchmal gibt es zwischen den verschiedenen Szenen und Fandoms große Interessenüberschneidungen. Nicht wenige Anhänger der schwarzen Szene besuchen auch immer wieder Mittelaltermärkte, nicht wenige Cosplay finden auch aufregende schwarze Gothic-Outfits toll und manchmal ist auch das Interesse an Endzeit durchaus vorhanden – wie selbst die Wasteland Stage beim riesigen Wacken Open Air beweist. Und weil diese Szenen doch so nah beeinanderliegen und zumindest als “befreundet” bezeichnet werden können, hat sich die Annotopia gedacht: Warum nicht alles auf einem einzigen Event anbieten? Genau das ist das Konzept dieser Mischung aus Festival, Convention und Cosplay-Event, das vom 21. bis 23. August 2026 wieder an der hübschen Burg Vischering in Lüdinghausen stattfand.

Endzeit auf der Annotopia Lüdinghausen
Der Endzeit-Bereich beeindruckt jedes Jahr besonders

Die Idee und Umsetzung ist dabei so einfach wie genial: Die Annotopia unterteilt das umfangreiche Gelände in zahlreiche Themenbereiche, in denen die jeweiligen Kostümgruppen und Heerlager nebeneinander platziert werden, um immer wieder in eine ganz eigene Welt einzutauchen. So bekommt der Besucher tatsächlich im Endzeitbereich das Gefühl, eine authentische Mad Max-Welt zu besuchen, in der wirklich alle Beteiligten in den passenden beeindruckenden Outfits präsent sind und sogar die passenden Fahrzeuge parat haben. Sogar teilnehmen kann man da: Mittendrin findet sich eine Bar, die eigene Getränke verkauft und zahlreiche Kleidung, Accessoires und Deko-Objektte kann man direkt bei den Kostümgruppen käuflich erwerben – womit die Annotopia durchaus einzigartig ist, denn auf manch Mittelaltermarkt ist es durchaus üblich, derartigen Verkauf zugunsten kommerzieller Händler zu unterbinden.

Das setzt sich natürlich gleich nebenan fort: Hier gesellen sich Piratenlager direkt zu den mittelalterlichen Heerlagern, die mit riesigen Zelten, gedeckten Tafeln und tollen Kulissen auf den Besucher warten. Die Gewandung darf natürlich nicht fehlen und auch hier werden etliche Quadratmeter geboten, damit das Publikum voll und ganz in die Welt des Mittelalters eintauchen kann. Sogar Römer lassen sich da schon einmal blicken und sind selbstredend auf der Suche nach einem gewissen Gallier namens Asterix, dessen Sichtung auf der Annotopia nicht gänzlich unwahrscheinlich ist. Denn: Auf der Annotopia “werden deine Träume wahr” heißt es ganz offiziell. Der Fantasie bei den Kostümen und Outfits sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt, mit Ausnahme von gefährlichen Gegenständen.

Lucky Logan als singender Wolverine
Einzigartig: Wolverine-Double Lucky Logan als singender Wolverine mit Gitarre

Das ergibt auf der benachbarten Wiese mit der Bühne natürlich ein besonders spannendes Bild. Da steht auch schonmal Batman, ein tanzender Ork und ein Super Mario direkt nebeneinander, um einer mittelalterlichen Folk-Band bei ihrem Auftritt zu lauschen. Wo sonst bekommt man einen solchen Anblick geboten? Der Anteil der kostümierten und gewandeten Besucher ist bei der Annotopia schließlich seit je her außergewöhnlich hoch, was das Event auch so besonders macht. Gleichzeitig wird mit dem Bühnenprogramm eben auch ein bisschen Unterhaltung geboten, die auch für jene Besucher interessant sein könnte, die nicht selbst im Cosplay oder Gewand erscheinen. So bleibt die Veranstaltung anders als reine Cosplay-Events auch für gemischtes Publikum interessant. Und da können sich Bands wie Reigenwillig oder auch die Fairy Pop-Sängerin Giorgia bestens sehen lassen.

Spannend wird es zugleich, wenn das Bühnenprogramm quasi von der Szene für die Szene gemacht wird – sprich: Die Cosplayer einmal selbst das Live-Programm anbieten. Einen singenden Wolverine mit Gitarre sieht man schließlich nun wirklich nicht auf jeder Veranstaltung auf der Bühne. Auf der Annotopia traut sich jedoch Wolverine-Double Lucky Logan, sein Gesangstalent vor dem kritischen Publikum aus allen möglichen Fantasywelten unter Beweis zu stellen. Zugleich bietet die Annotopia damit auch eine gelungene Bühne für Kleinkünstler, denn wenn das Musikprogramm – anders als bei den großen Festivals – nicht ausschließlich im Mittelpunkt steht, bleibt da auch Platz für Newcomer und kleinere Bands, denn bereits die Kulissen und Themenbereiche locken reichlich Besucher an.

Reigenwillig auf der Annotopia Lüdinghausen
Auch klassische Bands wurden geboten: “Reigenwillig” mit traditionellem Folk

Besonders praktisch: Für günstige Tickets rund um 20 Euro gab es sogar noch ein bisschen historische Kultur oben drauf, denn die Besucher von Burg Vischering durften das Innere der Burg dieses Mal auch besichtigen und hatten somit ein interessantes Museum gleich im Eintrittspreis inbegriffen. Für gewöhnlich hätte allein das schon ein Drittel des Eintrittspreises für die Veranstaltung gekostet. Passende Gelegenheit also, die Geschichte von Lüdinghausen hautnah zu erleben und viele Besucher nahmen das auch gern in Anspruch, bevor sie sich mit einem hauseigenen Kirschbier den nächsten Bands widmeten. Das hat euch nun neugierig gemacht, weil dieser Mix genau euer Ding ist? Bereits dieses Wochenende geht die Annotopia in die nächste Runde. Vom 4. bis 6. September 2026 gastiert das Event in Rotenburg an der Fulda. Tickets gibt es dort ab 15 Euro und Bands wie Alienare, Whizbow, Harmony Glen und V2A erwarten das Publikum.

Fotos: Rene Daners


31
Aug

Roxette beim Kunstrasen Bonn: Rockige Hits auch mit neuer Sängerin

Die schwedische Rock-Formation Roxette gehört wahrlich zu den wichtigsten und einflussreichsten Rockbands der 80er. Zahlreiche Hits reihen sich da aneinander, fast jeder kann die alten Songs durch ihre starke Präsenz im Radio noch heute mitsingen. Als jedoch Marie Fredriksson, die originale Sänger im Jahre 2019 nach jahrelangem Kampf gegen einen Hirntumor verstarbt, war die Zukunft der Band zunächst unklar. Seit etwa einem Jahr sind sie zurück auf der Bühne, da Sänger und Bandgründer Per Gessle die Musik doch weiterleben lassen wollte. Bei den Fans sorgte das zunächst für Skepsis: Kann das mit der neuen Sängerin Lena Philipsson überhaupt noch funktionieren? Davon konnten sich die langjährigen Fans am 3. August 2026 auf dem Kunstrasen Bonn selbst ein Bild machen.

Ein Vorteil von Roxette wird da auch auf Anhieb klar: Da die Band mit Per Gessle und Marie Fredriksson schon immer auf ein Duett ausgelegt war, wirkt der Wechsel der Sängerin nicht ganz so hart. Immerhin eine der beiden originalen Stimmen ist schließlich noch immer am Start und nicht selten spielt Per gemeinsam mit Lena auch immer wieder ein Duett. Das bedeutet aber keineswegs, dass man der neuen Sängerin nichts zutrauen könnte. Lena Philipsson klingt zwar ein bisschen anders als das Original, dabei aber keineswegs schlechter. Ihre Stimme kommt insgesamt sogar ein wenig rockiger rüber, was für den Sound von Roxette sogar ein bisschen vorteilhaft sein kann. Besonders bei den mitreißenden großen Hits funktioniert das hervorragend.

Roxette
Gründungsmitglied Per Gessle und die neue Sängerin Lena Philipsson / Foto: Live Nation

Die kann das Publikum unterdessen hervorragend mitsingen. Da ist es schon fast egal, welchen Song Roxette eigentlich spielen, gefühlt besteht eine komplette Konzertlänge ausschließlich aus Chart-Hits. Ob “Joyride”, “The Look”, “Sleeping in my car” oder “Dangerous” – es gibt kaum einen Song, bei dem das Publikum nicht absolut textsicher ist. Und Lena Philipsson schämt sich auch nicht, die alten Songs von Marie weiter am Leben zu halten. In ihrem rockigen Glitzer-Outfit repräsentiert sie Glamour, Eleganz und Rock gleichzeitig – und unterstreicht damit zusätzlich ihre überraschend herausragende Stimme. Per Gessle hat offenbar ein gutes Händchen dafür bewiesen, eine würdige Nachfolgerin für Marie zu finden. Und die weiß so sehr, welches Erbe sie hier angetreten hat, dass sie die emotionale Power-Ballade “It Must Have Been Love” kurzerhand der verstorbenen Marie widmet. Denn ohne Marie würde niemand von ihnen heute auf der Bühne stehen.

In der Zugabe gab es dann sogar nochmal drei weitere mitreißende Songs, die für einen würdigen und zufriedenen Abschluss beim Publikum sorgten. Und was sollte eine Band wie Roxette da anderes spielen, als noch weitere große Hits. “Spending my Time” und “Listen to your heart” sind doch perfekte Songs, um nach einer großen Party nochmal was dran zu hängen, was die Zuschauer schon wieder mitsingen können. Und hier darf dann natürlich “The Look” und “Queen of Rain” nicht fehlen, auch wenn die Besucher des Konzertes an diesem Abend zum Glück eher sommerliches Wetter genießen durften.

Mittlerweile ist die Konzertsaison des Kunstrasen Bonn bereits zu Ende gegangen und die Veranstaltungsreihe blickt auf einen erfolgreichen Sommer mit 120.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zurück. Insgesamt vier ausverkaufte Konzerte unterstreichen den Erfolg des Open Airs, auch wenn der Veranstalter zugleich auf steigende Herausforderungen aufmerksam macht – zu denen unter anderem steigende Schallschutzauflagen ohne klare Verlässlichkeit gehören, aber auch herausfordernde Wetterlagen und die schwierige Planbarkeit eines rein privat finanzierten und organisierten Events. Für das Jahr 2027 sind unterdessen bereits mehrere Konzerte angekündigt. So ist der Auftritt von Die Fantastischen Vier am 23. Juli 2027 bereits vollständig ausverkauft, aber auch mit dem “Rheinkilometer 652 Festival” ist neben Paula Hartmann auch Dilla angekündigt. Viele weitere Konzerte werden folgen und der Vorverkauf bald starten.


19
Aug

Echoes of Rebellion: Das familiäre Event der schwarzen Szene in Köln

Wenn Ende Juli immer das Wochenende des Amphi Festivals anstand, war es für viele langjährige Besucher bereits Tradition, den Freitag vorab bei dem familiären Event Echoes of Rebellion zu verbringen. Dort widmet man sich eher den kleineren Bands der schwarzen Szene aus den Genres des Post-Punk, Dark Wave und Synthpop. Als Auftakt zum Festival-Wochenende fand es in diesem Jahr am 24. Juli 2026 aber zum letzten Mal statt, denn der Termin wird zukünftig umziehen. Vorab starteten die Veranstalter Aileen und Jean-Pierre auf Social Media eine Umfrage, warum viele das Event nicht besuchen. Die Antworten waren klar: Am Freitag vor dem Amphi besuchen viele entweder bereits das Amphi-Pre-Event “Call the ship to port” oder es ist den Menschen einfach zu viel, das Wochenende um einen weiteren Tag zu verlängern. Die Szene wird ja bekanntlich auch nicht jünger. Mit überschaubaren Besucherzahlen wurde das Echoes of Rebellion aber natürlich trotzdem durchgezogen – und findet im kommenden Jahr dann am 22. Mai 2027 wieder statt, also eine Woche nach dem für die schwarze Szene so wichtigen WGT in Leipzig.

2DCAT bei Echoes of Rebellion
Europapremiere bei Echoes of Rebellion: 2DCAT kamen aus Washington nach Köln

Wer das Echoes of Rebellion in diesem Jahr ausgelassen hat, der hat aber trotzdem so einiges verpasst. In der Szene gibt es schließlich immer wieder Beschwerden darüber, dass die großen kommerziellen Festivals stets das gleiche Line Up in Rotation buchen. Genau an diese Stelle tritt Echoes of Rebellion, denn das kleine Event im Club Volta in Köln bietet genau die kleinen, aber hochwertig kuratierten Bands, die auf den großen Bühnen selten einen Platz erhalten. Fans des Dark Wave und Synthpop werden also genauso eingeladen, wie all jene Angehörigen der schwarzen Szene, die auch einfach mal etwas Neues entdecken möchten. Genau dafür hat das Echoes of Rebellion nämlich die richtigen neuen Bands am Start – und sogar so manche Europapremiere.

Schon der Opener bewies schnell, was man selbst als Ein-Mann-Band so alles auf die Beine stellen kann. Klaus Gratzel aus Essen nennt sich Rotoskop und macht einen Mix aus Dark Wave und Synthpop, mal rockig, mal melancholisch. Alles was er dafür braucht: Laptop, Synthesizer, Gitarre und ein Mikrofon – und alles spielt er natürlich selbst. Mit seiner angenehm tiefen Stimme kann er sogar so manchen tiefgründigen Song. “Back in Time” etwa handelt davon, dass sich die Gesellschaft zurückentwickelt und seine Progressivität verliert. Bei einem Song weist er sogar auf die Problematik zahlreicher Femizide hin – und erntet dafür reichlich Applaus vom Publikum. So bedeutsam wie das alles ist, gibt es zwischendurch sogar etwas Verstärkung: Gaia Freigeist von System Noire unterstützt Rotoskop kurzerhand mit einer zusätzlichen Gitarre. Und der ist in der Szene ohnehin kein Unbekannter, vernetzt er sich doch gerne etwa mit den Besuchern des Gothic-Treffen Mülheim an der Ruhr am Schloss Broich. Von der Szene für die Szene – deutlicher geht das an dieser Stelle nicht.

Train to Spain bei Echoes of Rebellion
Tanzbarer Synthpop aus Schweden: Der “Train to Spain” machte auch in Köln Halt

Dass sich das Echoes of Rebellion vor allem auch für jene lohnt, die neue unbekannte Bands entdecken wollten, wurde dann beim zweiten Act deutlich. Denn obwohl das Event im Club Volta doch recht klein ist, schaffen es die beiden Veranstalter, sogar eine Europapremiere nach Köln zu holen. Das Dark Synthpop Duo 2DCAT reiste extra aus Washington, USA nach Deutschland, um ihre soften elektronischen Beats mit der sanften Stimme von Sängerin Haezl zu präsentieren. Und wenn man sich die Mühe gibt, in den USA sogar ein Altbier zu brauen, darf ein Düsseldorfer Alt als Geschenk des Veranstalters natürlich auch nicht fehlen – auch wenn manche das in Köln womöglich als unverzeihbare Blasphemie betrachten möchten. Das Duo hatte jedenfalls sichtliche Spielfreude, zum ersten Mal auf europäischem Boden ihre Songs zu präsentieren.

Ähnlich mitreißend und Synthpop-lastig blieb es dann auch beim nächsten Act, als der schwedische Train to Spain dann auch mal einen Zwischenstopp in Köln einlegen durfte. Die ebenfalls als Duo auftretende Band gehörte eindeutig zu den tanzbarsten Acts des Abends und sorgte damit schnell für Begeisterung beim Publikum des Echoes of Rebellion. Ihren Synthpop kombinieren sie schließlich mit etwas moderneren elektronischen Elementen und auch hier kann die Stimme von Helena Wigeborn bestens mitreißen. Trotz ihrer Herkunft aus Schweden, sind sie in Deutschland inzwischen doch so beheimatet, dass sie die ein oder andere Ansage auch mal auf deutsch machen.

Devision Redux bei Echoes of Rebellion
Headliner Devision Redux: So nah kommt man den Bands nur auf kleineren Events

Mit dem dritten Künstler bekam dann letztendlich sogar ein echter Lokalmatador die Bühne, womit das Echoes of Rebellion dann auch ein wenig lokale Kulturförderung betreibt. Unter Kennern wird Hinfort immerhin schon seit einiger Zeit als eine Art Geheimtipp gehandelt, tingelt er doch von einem kleineren Szenefestival zum anderen und begeistert dort das Publikum. Warum das so ist, wird schnell klar: Mit seinem Dark Wave und Post-Punk richtet er sich musikalisch speziell an den “harten Kern” der Szene, die solche Genres bei jüngeren Künstlern zwischen Electro und NDH doch eine ganze Weile vermisst haben. Mit Hinfort steht da immerhin ein jüngerer Künstler aus Köln auf der Bühne, dessen Stimme und Musik ein wenig Ähnlichkeit mit der spanischen Band “Darkways” aufweist – den Sound allerdings als Ein-Mann-Projekt auf die Beine stellt. Hier zeigt das kleine Event immer wieder, welche musikalischen Qualitäten auch Einzelkünstler unter Beweis stellen können.

Am Ende als Headliner dann immerhin eine Band, die durchaus ein wenig Publikum zieht: Devision Redux ist schließlich das Nebenprojekt der beliebten Synthpop-Band De/Vision – nur, dass sie ihre Sounds hier deutlich elektronischer und tanzbarer spielen. Dass das Publikum vor allem in den ersten Reihen ganz schön zu dem Sound abging und keine Füße still standen, verwundert da eher wenig. Spätestens mit Songs wie “Synchronize” haben sie ihre Fans dann sowieso schnell endgültig gepackt. Im nächsten Jahr erwartet die Besucher dann vergleichbares: Am neuen Datum, dem 22. Mai 2027 gibt es dann aber sogar erstmals 6 Bands zum günstigen Preis von unter 50 Euro. Vielleicht bleiben an so einem Samstag ohne Festival-Wochenende dann sogar ein paar Besucher mehr zur anschließenden Rebel Moon Party, die grundsätzlich im Preis inbegriffen ist. Tickets gibt es bald unter echoes-of-rebellion.de

Fotos: Rene Daners


19
Aug

Amphi Festival feiert Jubiläum – und einen Rekord-Start des Vorverkaufs für 2027

In der schwarzen Szene hat man mitunter den Eindruck, die Goths würden immer älter werden und dadurch allmählich aussterben. Blickt man hingegen auf die Besucherzahlen der wichtigsten Szene-Festivals bestätigt sich das nicht. So war das Amphi Festival bei seinem 20. Jubiläum am 25. und 26. Juli 2026 im Tanzbrunnen Köln bereits Wochen vor der Veranstaltung ausverkauft. Noch besser läuft es unterdessen für das kommende Jahr: Der Vorverkauf für 2027 legte einen Rekordstart hin, denn bereits im August 2026 sind zwei Drittel der Tickets für die 21. Ausgabe ausverkauft – so schnell, wie noch nie zuvor. Woran das liegt? Vermutlich an der besonderen Atmosphäre des Geländes, sowie ein richtiges Gespür für das Line Up.

The Exploding Boy beim Amphi Festival
Post Punk auf der Orbit Stage: “The Exploding Boy” begeisterten die Oldschool Goths

Während so manches Festival doch gerne den “schwarzen Mainstream” bucht, widmete sich das Amphi Festival bei seinem Jubiläum auch ein bisschen den ursprünglichen Klängen der Szene. Das wurde vor allem auf der Orbit Stage klar, dem Schiff als dritter Bühne, das in diesem Jahr wegen Niedrigwasser leider auf der falschen Rheinseite anlegen musste. Hier kamen insbesondere Fans des klassischen Post-Punk voll auf ihre Kosten, als etwa dortige Headliner wie Pink Turns Blue die Besucher begeisterten und auch kleinere Bands wie The Exploding Boy und Twin Noir konnten da bestens überzeugen.

Auffallend hingegen: Die Anzahl der härteren Electro- und Aggrotech-Bands hat man im Line Up sichtbar zurückgefahren. Das ist umso mehr erstaunlich, als dass die Cybergoth mit ihren Plastik-Haarteilen sogar einen eigenen Tanz- und Videocontest auf der zweiten Bühne im Theater erhalten. Bands zum Tanzen hatten die dafür aber recht wenig: Lediglich Bands wie Assemblage 23 oder Solitary Experiments stachen hier ein bisschen hervor, waren mit ihrem Future- und Synth-Pop dann aber doch eher noch von der softeren Sorte. Und für die Electroheads fiel dann auch noch der eigentliche Headliner weg: Sorgenkind VNV Nation sagte zum zweiten Mal in Folge aus gesundheitlichen Gründen den Auftritt ab, da Sänger Ronan Harris sich einer Rücken-OP unterziehen musste – versuchen wir es nun also im dritten Jahr erneut, gute Besserung sei gewünscht.

Schattenmann beim Amphi Festival
Spaßige Neue Deutsche Härte: Schattenmann nehmen sich selbst bei ihrem Auftritt nicht immer todernst

Besonderen Spaß hatten hingegen die Fans des Dark Rock und der sogenannten “Neuen Deutschen Härte”, da nämlich reihten sich die Bands – auch größere – geradezu aneinander. Schon am Nachmittag spielende Bands wie Schattenmann und Heldmaschine sind praktisch ein Garant für harte Gitarren und mitreißende, eingängige Tracks. Bei letztem schafft es Sänger Rene Anlauff sogar, fast identisch wie Till Lindemann zu klingen. Dass spätere Headliner wie Mono Inc und Eisbrecher dann umso mehr gefeiert werden, versteht sich von selbst. Mit seiner markanten Stimme und den obligatorischen Eisbären liefert Alex Wesselsky schließlich ein mitreißendes und temporeiches Konzert – und hatte sogar Special Guests wie Joachim Witt auf der Main Stage am Start.

Unterdessen lohnte sich auch mal ein Blick abseits der Bühnen, um festzustellen, welchen Stellenwert das Amphi Festival in der Szene und auch bei den Bands hat. Manche davon kommen schließlich auch einfach mal privat auf das Festival, wenn sie selbst nicht auf der Bühne standen. So traf man etwa Künstler wie Totentanz Strumpfsockig, die sehnsüchtig darauf warten, dort ebenfalls mal gebucht zu werden oder aber Noise-Act Sven Phalanx, mit bürgerlichem Namen auch als Sven Lemke bekannt. Teils mit Partner- und Partnerinnen genossen sie das Festival und die Musik anderer Bands aus dem Genre und standen auch gerne einmal für Fotos oder einem Plausch mit ihren Fans bereit. Wo sonst erlebt man die Musiker der Szene so sehr aus der Nähe, wie auf einem Gothic-Festival?

Heldmaschine beim Amphi Festival
Eine Stimme wie Till Lindemann: Heldmaschine begeistert schon seit Jahren die Fans des NDH

Kein Wunder also, dass das Amphi Festival für 2027 einen rekordverdächtigen Vorverkaufsstart hinlegt. Und das, obwohl doch einige Besucher in diesem Jahr fanden, dass dem Event für ein 20. Jubiläum dann doch ein paar Highlights fehlten. Ein besonderer Auftritt, ein paar mehr Special Guests oder ein Feuerwerk hätten sicherlich nicht geschadet, um ein bisschen mehr das Gefühl zu wecken, hier tatsächlich auf einem so wichtigen Jubiläum zu sein. Aber egal, das bereits in der ersten Bandwelle angekündigte Line Up für 2027 reicht offenbar aus, um die Verkaufszahlen anzukurbeln. Neben VNV Nation, die hoffentlich bis dahin wieder gesund sind, sollen auch Szenegrößen wie Deine Lakaien und Blutengel wieder mit von der Partie sein. Besonders hervorstechen hingegen Acts wie Chris Harms solo, den man sonst als Sänger von Lord of the Lost kennt, Neulinge wie TR/ST, aber auch speziellere Ankündigungen wie Steintor Herrenchor, die doch einen so sperrigen Namen haben, dass man dahinter wohl niemals eine Indie-Rock- / Synthpop-Band erwarten würde. Dem Erfolgsrezept aus diesem Jahr bleibt man dabei ebenfalls treu und liefert mit The Beauty of Gemina, Darkways und ähnlichen Acts wieder reichlich Post-Punk und Dark Wave, um auch dem klassischen Goth gerecht zu werden. Tickets gibt es für 144 Euro unter amphi-shop.de

Fotos: Rene Daners


17
Aug

Nevermore und Savatage rocken den Kunstrasen Bonn

Beim Kunstrasen Bonn gibt es zahlreiche große Bands und Künstler. Viele davon aus dem Mainstream von Roland Kaiser bis Amy MacDonald. Dass es im Front of Stage-Bereich dann doch ganz anders aussieht, wenn plötzlich ein Metal-Doppelgespann die Bühne betritt, sollte klar sein. Kutten voller Patches reihen sich aneinander, dazwischen viele in schwarz, sogar ein paar Goths. Donnerstag, der 13. August 2026 stand ganz im Zeichen der harten Gitarrenriffs. Und irgendwie wusste man an diesem Abend gar nicht so recht, wer hier eigentlich Support und wer Hauptact sein sollte. Nevermore feiern schließlich ihr Comeback seit 2024 und standen schon länger nicht mehr auf einer Bühne in NRW.

Savatage beim Kunstrasen Bonn

Gefeiert wurde die US-amerikanische Metalband um Berzan Önen aber genauso wie der eigentliche Headliner. Da wurde geheadbangt, die “Pommesgabeln” flogen in die Luft und viele Fans machten hier den Eindruck, als würde sie die Band schon seit Jahrzehnten musikalisch begleiten – und wahrscheinlich trifft das auch zu. Der Applaus gebührt ihnen zurecht: Mit der tiefen, markanten Stimme von Berzan Önen können sich die Metaller bestens sehen lassen. Es scheint, als hätten sie nach dem Tod von Warrel Dane im Jahre 2017 nichts von ihrer Energie verloren und endlich wieder Lust durchzustarten. Und zugleich dürfen wir etwas beobachten, was auf dem Kunstrasen Bonn doch eine Seltenheit ist: Der erste Crowdsurfer gleitet zur Bühne vor, um dort von den Security wieder aufgefangen zu werden. Bei den sonstigen Pop-Konzerten sieht man das doch eher weniger.

Und danach: Eine wahre “Metal-Oper” einer 80er Metal Legende. Ganze 100 Minuten sollten Savatage anschließend als Headliner das Publikum einheizen und hatten damit leichtes Spiel. Im Grunde wäre es fast egal, ob Zachary Stevens als Sänger da wirklich auf der Bühne steht. Schon instrumental ziehen die epochalen Gitarren-Riffs das Publikum in ihren Bann. Die Musical-Einflüsse der Heavy Metal-Band, die inzwischen seit 47 Jahren auf der Bühne steht, sind kaum zu überhören. Beeindruckend, welche Komplexität die beiden Gitarristen hier abliefern, die gleichzeitig ein bisschen nostalgisch nach 80ern klingen, aber doch die nötige Härte haben, um auch jüngere Metalheads noch immer zu begeistern.

Savatage beim Kunstrasen Bonn

Und dann taucht plötzlich der “Mountain King” Jon Oliva persönlich zumindest auf der Leinwand auf. Mit einem Videogruß spielt er den Hit “Believe” an, um so zumindest eine Art Duett mit Zachary Stevens spielen zu können. Zugegeben: An der Stelle wird ein bisschen deutlich, dass Stevens seinem großen Vorgänger gesanglich nicht ganz das Wasser reichen kann, aber die “freundschaftliche Übernahme” wird so deutlich, dass die Fans auch den aktuellen Sänger in ihr Herz schließen. Und schlecht ist das ja keineswegs: Zachary hat Kraft, seine Stimme ist durchaus definiert und eindrucksvoll. Und letztendlich auch eine würdige Fortsetzung von Olivas Vermächtnis. Gute Musik muss eben weiterleben und das machen sie auch mit einer Zeitreise durch die Geschichte der Band. Von “This is the Time” bis “Handful of Rain” ist da alles dabei, was das Fanherz begehrt.

Am Ende gab es dann nur noch “Hall of the Mountain King” als Zugabe. Das reicht auch, denn der Song ist schlicht und ergreifend das Aushängeschild der Band. Wie eine Abschlusshymne, die dafür sorgt, dass die Fans hier mit einem wohligen und zufriedenen Gefühl nach Hause gehen, wenn pünktlich vor 22 Uhr das Konzert ein Ende gefunden haben muss. Genau dieser Song war auch ausschlaggebend für den Mix aus Metal, klassischer Musik und Musical-Sounds, die den Sound der Band später prägen sollten. Besser kann man einen solchen Konzert-Abend bei heißen 36 Grad, die niemanden vom Headbangen abhielten, nicht abschließen.

Savatage beim Kunstrasen Bonn

Fotos: Rene Daners


16
Aug

Kunstrasen Bonn: Eine Zeitreise in die 80er mit OMD

Das Infield des Kunstrasen Bonn zu betreten, mochte am 14. August 2026 etwas merkwürdig erscheinen. Vor allem, wenn man bedenkt, auf welchen Festivals die 80er Jahre Synthpop Band “Orchestral Manoeuvres in the Dark”, kurz OMD, in den vergangenen Jahren sonst aufgetreten ist. Da waren Auftritte auf dem Amphi Festival, auf dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig und erst vor kurzem auf dem M’era Luna. Kurzum: Eigentlich ist die Band inzwischen verstärkt in der schwarzen Szene vertreten. Doch auch, wenn die Gruftis ihre Musik lieben, so richtig Goth ist das nie gewesen, das sah man auch am Publikum in Bonn. Die meisten bei hochsommerlichen 37 Grad eher hell und bunt gekleidet, versammelte sich hier vor allem die ältere Generation über 50, die mit den Songs der Band einst aufgewachsen sind. Denn selbst wenn der Name nicht mehr ganz so geläufig erscheinen mag, so war OMD in den 80ern doch eine der ganz großen Synthpop und New Wave-Bands – direkt neben Depeche Mode und Camouflage.

Das Publikum aus Bonn hatte an diesem Abend ziemlich große Lust, nochmal auf eine nostalgische Reise durch die Zeit zu gehen. Egal, wie lange es auch her ist, dass man ihre Hits zum letzten Mal im Radio gehört hat: Mitsingen kann man sie noch immer. Und das gilt teils sogar für die jüngere Generation, die hier und da gemeinsam mit den Eltern zum Konzert kamen. Schon in der ersten Hälfte der Setlist ließen es sich die Besucher nicht nehmen, beim großen Hit “Maid of Orleons” melancholisch mitzusingen. Der Text sitzt, die Emotionen funktionieren immer noch und die Einzigartigkeit der OMD-Songs wird einmal mehr deutlich.

OMD
OMD bei einem früheren Auftritt / Foto: Rene Daners

Unterdessen hatte Sänger Andy McCluskey ein bisschen mit den Temperaturen zu kämpfen. Mit seinen 67 Jahren kam er bei heißen 37 Grad auf der Bühne doch gewaltig ins Schwitzen und brauchte zwischendurch auch mal eine Pause. “Es ist Schlafenszeit für mich” scherzte er doch hin und wieder nach einem Song. Etwas luftigere Kleidung hätte man der Band, die da immer noch in schwarzer Jeans und langärmigem Hemd auf der Bühne steht, sicherlich verziehen. Und bei einem Open Air-Konzert war doch etwas mehr Interaktion mit dem Publikum in der vordersten Reihe nötig, um die visuellen Schwächen ein wenig zu kaschieren. Konzerte von OMD leben Indoor bekanntlich auch davon, den Sound in ein visuelles Leinwand-Konzept einzubinden, das bei Tageslicht nicht ganz so intensiv wirkt.

Das wird auch deutlich, wenn sie eine Hommage an ihre Idole von Kraftwerk spielen – und damit auch ein Experiment vor dem etwas älteren Publikum wagen: “Veruschka” stammt von dem neuesten Album “Bauhaus Staircase”, bei dem die Band dann doch mal schauen wollte, ob auch die neueren Songs bei den Fans noch ankommen. Dafür reihte sich das Quartett auch nach dem Vorbild Kraftwerk nebeneinander auf der Bühne auf, um sich visuell anzulehnen. Der Text sitzt bei dem Song zwar noch nicht ganz so gut, gefallen hat es dem Publikum aber offenbar trotzdem.

Über den ganz großen Hit “Enola Gay”, den sich OMD bis zum Schluss aufbewahren, braucht man wahrscheinlich gar nicht reden. Der Song, der einst als Antikriegslied gedacht war, ist mit seiner einzigartigen und zeitlosen Synthesizer-Melodie immer noch so mitreißend, dass die Füße einfach nicht still stehen können. Für die drei Songs in der Zugabe hatten sich Andy McCluskey und Paul Humphreys dann auch noch etwas Besonders ausgedacht. “Walking on the Milky Way” ist bekanntlich ein Garant dafür, nochmal das Tanzbein zu schwingen. Und die Debüt-Single “Electricity” aus dem Jahre 1979 ist dann doch der perfekte Konzertabschluss, der einerseits etwas ruhiger daher kommt, andererseits aber auch die vielfältige Musikgeschichte der Band noch einmal verdeutlicht. Beeindruckend, was OMD in fast 50 Jahren auf die Beine gestellt haben.


16
Aug

MPS Bückeburg: Abschied von der großen Bühne

Seit über 30 Jahren ist das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum inzwischen eines der größten Mittelalter-Festivals Europas. Jahr für Jahr stehen an gleich zwei Wochenenden in Bückeburg die größten Bands der Szene auf der Bühne – von Feuerschwanz bis Versengold. In Zukunft soll sich das allerdings ändern: Aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen wird Veranstalter Gisbert Hiller die Event-Reihe zukünftig verkleinern und dabei auf die große Main Stage mit den teureren Bands verzichten. Stattdessen sollen die Besucher wieder einen einheitlichen großen Mittelaltermarkt vorfinden, auf dem alle anwesenden Bands im normalen Eintrittspreis enthalten sind. Für Fans des Genres bedeutete das am 1. und 2. August 2026 aber auch der Abschied von der großen Bühne, ein letztes Mal die größten Headliner auf dem MPS sehen.

Der Samstag stand dabei auch dieses Mal wieder voll im Fokus der großen Musikacts. Bereits Kupfergold, die es innerhalb weniger Jahre auf die Main Stage geschafft haben und als einzige dort samstags spielende Band zukünftig trotzdem weiter dabei sein werden, sorgte für reichlich Spaß auf dem riesigen Infield. Schon seit Jahren feiern die Besucher witzige Songs wie “Zum Goldenen Rammler” oder “Es ist Obst im Haus”, die einem festen Konzept folgen. Inzwischen ist die Band um Bonnie Banks aber auch soweit gereift, dass sich vereinzelte Songs wiederfinden, die auch beim Karneval taugen würden oder insgesamt etwas mehr an folkigen Punk-Rock erinnern. Mit einem Selbstbewusstsein, das für mehr als genügend Präsenz auf der Main Stage sorgt, lässt die Polonaise im Publikum, das häufig auch mittelalterlich gewandet erscheint, nicht lange auf sich warten.

Kupfergold beim MPS Bückeburg
In wenigen Jahren auf die Main Stage: Kupfergold sind auch in Zukunft weiter dabei

Ein häufiger, aber doch ungewöhnlicher Gast ist hingegen die Band Subway to Sally. Eigentlich verordnet man die Mittelalter-Rock-Band mit ihrem Hit “Eisblumen” für gewöhnlich eher in der Gothic-Szene, aber die Musiker sind dann doch mittelalterlich genug, um auch beim MPS auf der großen Bühne zu stehen. Ein letztes Mal durften die Fans also deren Songs feiern, während man schnell feststellte, dass Subway to Sally zu den großen Publikumslieblingen des Events gehören. Und da sie tatsächlich zum letzten Mal auf dem MPS Bückeburg auftreten werden, mussten die Händler im restlichen Bereich des Mittelalterfestes ein bisschen darunter leiden: Ein Teil des Marktes wirkte doch recht leer, während die große Masse sich den Auftritt auf keinen Fall entgehen lassen wollte.

Auch Versengold ist da keine Ausnahme, auch wenn sie dank Cultus Ferox und Libertalia auf der zweiten Bühne starke Konkurrenz erhielten. Die Folk-Rock-Band um Malte Hoyer haben die Fans des MPS schließlich schon seit vielen Jahren ins Herz geschlossen und dazu trägt auch eine gewisse Vielfalt bei den Songs bei. Versengold beherrschen inzwischen schließlich alle Facetten. Ob Spaß-Songs wie “Kobold im Kopf” und Thekenmädchen”, politische Hits wie “Falscher Leuchtturm”, mit dem sie sich gegen den Rechtsruck unseres Landes aussprechen oder aber melancholische Songs wie “Haut mir kein Stein”, die von Trauer und Tod handeln – Versengold bietet für jede Lebenslage die passende Melodie. Inzwischen haben die Fans ihnen sogar verziehen, dass sie mit einigen davon sogar beim ZDF Fernsehgarten aufgetreten sind – falls das nicht sogar die Besucherzahlen eher steigert.

Heavysaurus beim MPS Bückeburg
Headliner der Herzen: Der Dino-Metal von Heavysaurus begeistert Erwachsene und Kinder

Beim Headliner Feuerschwanz scheiden sich ja bis dato vor allem bei Metalheads die Geister. Darüber gestritten wird doch häufig, ob es sich bei der Band wirklich um Metal handelt. Aber egal: Mittelalterlich ist die Band in Ritterrüstung sicherlich und wo sollten sie dann besser hinpassen, als auf das MPS? Und wenn dem ein oder anderen Besucher trotz der sommerlichen Temperaturen am Abend etwas kalt wurde, gab es dafür auch noch entsprechende Abhilfe: Bei Feuerschwanz ist der Name schließlich Programm und die große Feuershow darf dementsprechend nicht fehlen. Und spätesten beim Hit “Bastard von Asgard” weiß auch der Letzte, warum die Band hier als Headliner auf der Bühne steht.

Obwohl: Den wahren Headliner sieht man doch eher am Sonntag, der allgemein als “Familientag” des MPS gilt. Der Dino-Metal von Heavysaurus ist am Sonntag schließlich bei Erwachsenen genauso beliebt, wie bei den Kindern – und so mancher muss doch zugeben, dass er den Auftritt vielleicht sogar ein bisschen lieber mag, als die Konzerte der “ernsthaften” Bands. Eines ist auf jeden Fall klar: Die Kinder, denen hier die erste Reihe ganz alleine gehört, haben an den Songs der Dinos so viel Spaß, dass manche inzwischen sogar im Dinosaurierkostüm das MPS besuchen. Und wie die Pommesgabel funktioniert, haben sie inzwischen auch bestens drauf, denn nicht wenige kommen mit ihren Eltern bereits seit einigen Jahren. Kein Wunder, denn der Sonntag ist jedes Jahr auch ein bisschen günstiger und die Main Stage ist dann ohne Aufpreis inklusive.

Versengold beim MPS Bückeburg
Die Last der ganzen Welt: Versengold beherrscht auch nachdenkliche, tiefgehende Songs

Doch selbst, wem die teuren Tickets von rund 70 Euro für die Main Stage am Samstag zu teuer waren, der bekam auf dem restlichen Markt noch reichlich geboten, denn immerhin waren dann trotzdem mehrere Bühnen inklusive. Und da versammelten sich durchaus namhafte Acts. Insbesondere Storm Seeker und Mr. Irish Bastard, die doch inzwischen einen bekannteren Namen in der Szene haben, konnten hier ihr Publikum begeistern. Genau nach diesem Prinzip soll es dann auch im Jahr 2027 weiter gehen: Auf Feuerschwanz, Versengold und Subway to Sally muss man dann verzichten. Auf dem restlichen Markt zum günstigen Marktpreis gibt es dafür weiterhin Storm Seeker, Kupfergold, Heavysaurus und ähnliches. Damit kehrt das MPS dann auch zurück zu seinen Wurzeln, denn in früheren Zeiten, vor den immer weiter steigenden Kosten, war ein All Inclusive-Ticket noch die Regel. Und: Dass das Event auch bei hochsommerlichen Temperaturen mit kostenlosen Wasserstationen, Sonnensegeln und allem, was zum Schutz vor der Hitze notwendig ist funktioniert, beweist die Event-Reihe gerade in diesem Jahr besonders gut.