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Feuertal Festival: Rockmusik und Flammenwerfer im Wuppertaler Tal
Enkel für Fortgeschrittene: Weltpremiere in Essen
Konzerte in der Matrix Bochum: Von Dino Metal bis Classic Rock
Völkerball in Mönchengladbach: Die günstigere Alternative zu Rammstein
Welle Erdball wird 30: Jubiläumsfestival in Oberhausen

Archiv fürAugust, 2023


27
Aug

Feuertal Festival: Rockmusik und Flammenwerfer im Wuppertaler Tal

Das Feuertal Festival, das in diesem Jahr bereits zum 18. Mal stattgefunden hat, hat nicht nur einen ganz besonderen Namen, sondern auch eine ziemlich einzigartige Location. Gar nicht so weit von der Wuppertaler Innenstadt entfernt, findet sich die Waldbühne Hardt, eine Freilichtbühne für ganz besondere Events. Wer sich die Mühe gemacht hat, den Hügel zum Landschaftspark Hardt im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld zu erklimmen, bekommt plötzlich einen Bühnenanblick geboten, der zwischen Felsen, Wald und Bäumen eingebettet wurde. Vor der Bühne: Ein mit Stufen ausgestattetes Infield, das dem Publikum ähnlich wie in einem Amphitheater perfekten Blick auf die Bands auf der Bühne bietet – selbst dann, wenn das eintägige Festival vollständig ausgebucht ist. Und inmitten der Natur dürfen Fans und Familien dann auch einfach mal ihre Kinder mitbringen, die Huckepack auf den Schultern der Väter getragen, nach dem letzten “Heavysaurus”-Konzert plötzlich sogar Gefallen an etwas ernsthafterem Rock gefunden haben.

Den gab es am Samstag, dem 26. August 2023 jedenfalls reichlich, denn der musikalische Schwerpunkt des Feuertal Festivals lag beim düsteren Rock und mittelalterlichen Klängen. Nach der etwas punkig anmutenden Folkband Fuchsteufelswild, dessen Sänger sich im rot gefärbten Irokesenschnitt auf die Bühne wagt und dort auch das ein oder andere Statement gegen Intoleranz zu bieten hatte, folgten mit Haggefugg dann auch schon die ersten mittelalterlichen Klänge. In rot-schwarzer mittelalterlicher Gewandung und mit gleich mehreren Dudelsäcken im Gepäck, heizten sie das Publikum ein, wie wir das sonst von Mittelalter Festivals gewohnt sind.

Feuertal Festival
Haggefugg heizen mit Dudelsäcken ein

Gleich danach: Unzucht, die an diesem Samstag ohnehin einen ganz besonderen Auftritt zu bieten hatten. “Der Schulz”, wie sich der Sänger der Band nennt, der neuerdings auch als Frontmann von “Oomph!” auf der Bühne steht, durfte nämlich auch gleich das gesamte Festival moderieren. Immer dann, wenn der Umbau gerade vorbei war und sich der nächste Act ankündigte, präsentierte sich Daniel Schulz auf der Bühne und sorgte schonmal vorab für reichlich Stimmung. Dass ein Moderator dann auch mal bei der ein oder anderen Band mitsingen darf, dürfte sowieso obligatorisch sein: Die von Fans gefeierte Letzte Instanz, die vor allem mit ihren sehr speziellen Geigenkonstruktionen auffällt, lud den “Schulz” auch glatt mal auf die Bühne ein, um einen gemeinsamen Song zum Besten zu geben.

Nicht zuletzt dann die beiden großen Headliner. Mit Die apokalyptischen Reiter ging es dann schon etwas mehr in die härtere und ernsthaftere Metal-Richtung. Mit E-Gitarren und starker tiefer Stimme heizte die Band das Publikum so sehr ein, dass die Security im Bühnengraben reichlich damit beschäftigt war, Crowdsurfer wieder aufzufangen. Fast im Minutentakt ließen sich Fans von den Händen des Publikums in Richtung Bühne tragen und machten das Festival damit zu einem ganz besonderen Erlebnis, bevor mit Feuerschwanz die wohl eindrucksvollste Band des Abends als Headliner die Bühne betrat. In Ritterrüstung mit zwei hübschen Tänzerinnen und einprägsamen Texten lieferten die nicht nur musikalisch ab, sondern ließen auch die Flammenwerfer vor der Bühne gewaltig ins Schwitzen kommen. Genauso, wie das Publikum: “Feuerschwanz” haben schließlich quasi den “Schubsetanz” erfunden, denn wenn “Schubsetanz ist Rittersport” erklingt, gehört ein ordentlicher Moshpit und Circle Pit natürlich zum guten Ton ihrer Auftritte.

Feuertal Festival
Feuerschwanz betritt mit Ritterrüstung die Bühne

Abgerundet wurde das Event außerdem von einem kleinen Mittelaltermarkt, an dem sich die Besucher mit leckerem Met versorgen konnten, dem Schmied bei der Herstellung metallischer Gegenstände bewundern durften, oder auch das ein oder andere neue Stück Stoff für ihre Gewandung ergattern konnten – sofern das obligatorische Merchandise der Bands und das klassische Bier den Besuchern an diesem Abend nicht ausreichen sollte. Bei einem solchen Erfolg steht der Termin für das nächste Jahr natürlich schon fest: Am 24. August 2024 geht das Feuertal Festival in die nächste Runde. Bereits angekündigt sind u.a. The O’Reillys and the Paddyhats, Mr. Hurley und die Pulveraffen, sowie Eurovision Song Contest-Teilnehmer Lord of the Lost.


16
Aug

Enkel für Fortgeschrittene: Weltpremiere in Essen

Beliebte Filme brauchen eine Fortsetzung. Und so kommt es, dass nach “Enkel für Anfänger” nun auch der zweite Teil “Enkel für Fortgeschrittene” am 7. September 2023 in den deutschen Kinos startet. Ein solcher Start mit dem beliebten deutschen Rentner-Trio muss aber auch gebührend gefeiert werden. So kamen einige Darsteller des Films am 15. August 2023 zur Weltpremiere in die luxuriös ausgestattete Lichtburg in Essen. Das passt allerdings auch gut: Ein Teil des Films wurde schließlich in der Ruhrpott-Großstadt gedreht. Ein Café in Rüttenscheid etwa in einen “Schüler-Laden” verwandelt, den das Publikum in der Kinovorführung bewundern kann.

Enkel für Fortgeschrittene

Der große Star des Premierenabends: Heiner Lauterbach, der mit fast 50 Jahren Schauspielerfahrung zu den wohl größten Filmstars Deutschlands zählt. Mit seinen 70 Jahren darf der “Alt-Star” aber inzwischen auch in die Rolle von Senioren schlüpfen und dabei einen eher sarkastischen Humor an den Tag legen. An seiner Seite ebenfalls anwesend: Die beiden weiteren Hauptdarstellerinnen Maren Kroymann (74) und Barbara Sukowa (73), die auf der Premiere einen ganz schön fitten und jugendlichen Eindruck hinterlassen haben. Das ist aber auch nötig: Im Film bekommen sie es schließlich auch mit einigen Jungdarstellern zu tun, die ebenfalls zahlreich auf dem Roten Teppich gesichtet wurden. Zum Beispiel die junge Romy Baur, die das professionelle Posieren für die Fotografen schon bestens beherrschte und bald in der Rolle der Luzie zu sehen sein wird.

Rund um den Roten Teppich interessierten sich die zahlreich erschienenen Autogrammjäger allerdings dann doch verstärkt für die älteren Stars. Heiner Lauterbach kam mit dem Schreiben der Autogramme kaum hinterher, ließ sich jedoch auch reichlich Zeit, damit alle seine Fans glücklich nach Hause gehen konnten. Manche buchten sogar extra für die Premiere ein Hotelzimmer, um auch bei höherer Entfernung auf Autogrammjagd bei der Weltpremiere zu gehen. Auch das deutsche Kino hat eben einige Fans.

Enkel für Fortgeschrittene


02
Aug

Konzerte in der Matrix Bochum: Von Dino Metal bis Classic Rock

Die berühmte Discothek Matrix in Bochum gehört wohl zu den wichtigsten Locations aus dem Bereich Gothic, Metal und Techno innerhalb des gesamten Ruhrpotts. Dass dort allerdings nicht nur Partys stattfinden, sondern auch aufregende Konzerte, macht die verwinkelte Halle mit ihrem hübschen Gewölbekeller noch interessanter. Vor allem im Oktober und November sind dort wieder einige aufregende Highlights geplant. Für Fans der “Neuen Deutschen Härte” gibt es etwa am 13. Oktober 2023 eine spannende Alternative zu Rammstein: Ost+Front heizen dabei das Publikum ein und hat sogar optisch einige Besonderheiten zu bieten. Im aufwändigen, blutverschmierten Splatter-Outfit betreten diese nämlich die Bühne und lassen heftigste Gitarrenriffs erklingen. Da ist dann sogar Kreativität angesagt, denn sogar eine Mülltonne aus Metall wird bei dieser Band gerne einmal als Instrument missbraucht, während Keyboarder Eva Edelweiß in stilechter Saw-Maske zum Augenschmaus auf der Bühne wird.

Bereits einen Tag später dann ebenfalls rockig, aber insgesamt etwas ruhiger: Mit The Sweet tritt am 14. Oktober 2023 eine echte Legende des 70s Classic Rock auf. Die britische Rockband wurde vor allem durch Songs wie “Love is like Oxygen” und “The Ballroom Blitz” bekannt, der vor einigen Jahren sogar von der Techno-Band Scooter gecovert wurde. Bekannt ist die Band dabei vor allem für ausgelassene Stimmung, wenn selbst Publikum höheren Alters von ihren Stühlen aufstehen und das Tanzbein schwingen. Die Location ebenfalls besonders: Statt im Keller der Matrix, geht es in die Christuskirche Bochum, wo eine besondere Akustik auf das Publikum wartet. Gleichzeitig am selben Abend im Rockpalast über der Matrix: Ein waschechtes Kontrastprogramm mit der SM-Electro-Band Grausame Töchter, die für die freizügigen Auftritte ihrer Sängerinnen bekannt ist.

Heavysaurus
Heavy Metal für Kinder: Heavysaurus treten in Dinosaurier-Kostümen auf

Ähnlich kontrastreich geht es am darauffolgenden Wochenende weiter: Beim Wolfsfest am 21. Oktober 2023 gibt es einen eher martialischen Look für die Augen: Die Dark-Metal-Band Nachtblut sorgt mit ihren teils heftigen, misantrophischen Texten für einen ganz besonderen Abend. Bereits auf dem Castle Rock Festial konnten sie Ende Juni ihre Fans begeistern, in der Matrix treten sie an diesem Abend gemeinsam mit “Varg” auf. Am Sonntag danach, dem 22. Oktober 2023 dann wieder Kontrastprogramm, das von den Matrix-Veranstaltern in die Turbinenhalle Oberhausen gelegt wird. Dann nämlich gibt es Metal für Kinder: Die Band Heavysaurus (Foto) tritt nämlich in Dinosaurier-Kostümen auf und sorgt bei der “Kaugummi ist mega”-Tour für leuchtende Kinderaugen. Hier wird auch dafür gesorgt, dass die Kleinsten selbstverständlich vorne in der ersten Reihe stehen dürfen und auf jeden Fall jeder in den Genuss kommt, diese einzigartige Metal-Band live sehen zu können.

Am 5. November 2023 ebenfalls interessant: Eine der wohl wichtigsten Gothic-Bands aller Zeiten. Samsas Traum kommen schließlich in die Matrix Bochum und sorgen mit einer Bühnenerfahrung von über 30 Jahren für düstere Klänge im Gewölbekeller der Konzerthalle. Für Abwechslung verschiedenster Genres ist also über Monate hinweg gesorgt. Weitere Infos unter Tickets findet ihr unter matrix-bochum.de.


02
Aug

Völkerball in Mönchengladbach: Die günstigere Alternative zu Rammstein

Die wohl berühmteste Neue Deutsche Härte-Band Rammstein füllt seit Wochen die Schlagzeilen. Missbrauchsvorwürfe gegen Sänger Till Lindemann überschatten dabei auch die aktuelle Tour – wenngleich nach wie vor die Unschuldsvermutung gilt. Trotzdem: So mancher Fan möchte die Konzerte der Band inzwischen nicht mehr besuchen, hat seine Tickets sogar verkauft. Auf die Musik von Rammstein muss deswegen aber trotzdem nicht verzichtet werden. Rammstein-Coverbands sind derweil wohl die beste Alternative, um trotzdem in den Genuss der Songs zu kommen, ohne dabei Lindemann unterstützen zu müssen. So auch am 15. September 2023, wenn die berühmteste Rammstein-Coverband Völkerball in der Red Box Mönchengladbach auftritt.

Erst Ende Juni überzeugte sie noch mit ihrem Nebenprojekt “Heldmaschine” auf dem Castle Rock Festival in Mülheim an der Ruhr und zeigte sich auch anschließend am Merchandise-Stand als besonders fanfreundlich. Dabei zeigen die Jungs rund um Sänger Rene Anlauff auch, dass sie Provokation und Grenzüberschreitung – anders als ihr einstiges Vorbild Rammstein – gar nicht mehr nötig haben. Auch allzu aufwändige Pyrotechnik ist bei Völkerball gar nicht notwendig, um musikalisch auf der Bühne hervorragend zu überzeugen, auch wenn auf eine Feuershow natürlich nicht ganz verzichtet wird. Das Markenzeichen allerdings: Rene Anlauff hat einfach eine Stimme, die nahezu identisch klingt, wie jene von Till Lindemann. Ganz ohne dabei den “bösen provokanten Mann” spielen zu müssen. Musik von Rammstein lässt sich also auch ganz ohne schlechtes Gewissen genießen.

Und das Beste daran: Ein Konzert von Völkerball ist auch noch deutlich günstiger als bei Rammstein. Für gerade einmal knapp 40 Euro kommt ihr in den Genuss, von der Tribute Band ordentlich eingeheizt zu werden. Tickets und weitere Infos findet ihr unter redbox-mg.de.

Castle Rock 2023
Foto: Völkerball-Sänger Rene Anlauff mit seiner Band “Heldmaschine” auf dem Castle Rock Festival


02
Aug

Welle Erdball wird 30: Jubiläumsfestival in Oberhausen

Es gibt Bands, die machen Musik mit echter Leidenschaft. Da gibt es dann auch keine sogenannten “One-Hit-Wonder”, sondern Künstler, die bereits seit Jahrzehnten auf der Bühne stehen. Nicht alle schaffen es zu einer Berühmtheit, wie etwa bei “Depeche Mode”, tausende Fans aber feiern sie trotzdem Jahr für Jahr oder reisen ihnen gar auf der Tour hinterher. Das gilt auch für das Electropop-Projekt Welle: Erdball. Selbst der berühmte TV-Kriminalbiologe Mark Benecke, den wir aus zahlreichen True Crime-Serien kennen, war sich als Moderator auf dem diesjährigen Amphi Festival sicher: “Welle: Erdball ist eine der besten Bands der schwarzen Szene”. Dort traten sie als einer der Headliner auf, in Kürze haben sie aber selbst ein eigenes Jubiläum zu feiern. Nachdem sie im Jahre 1993 nämlich ihren finalen Namen Welle: Erdball angenommen haben, stehen sie in diesem Jahr bereits seit 30 Jahren auf der Bühne.

Ihr Markenzeichen: Der typische elektronische Sound, der einst sogar mit einem Commodore 64 komponiert wurde und auch heute nicht bei den Bühnenauftritten fehlen darf. Legendäre Songs wie “23…” oder “Fanfanfanatisch” werden auch heute noch gefeiert und sorgen für tanzbare Stimmung, während sich die “Robotermädchen” Lady Lila und M.A. Peel auf der Bühne drehen und mit ihren wunderbaren Stimmen für ein bisschen 90er Jahre Feeling sorgen. Am 9. September 2023, was lustigerweise übrigens eine Quersumme von 23 bildet, wie auch ihr ironisch-spaßiger Song über die Illuminaten lautet, wird diese beeindruckende Musikkarriere gemeinsam mit Freunden in der Turbinenhalle Oberhausen gebührend gefeiert.

Welle: Erdball

Beim Jubiläumsfestival dürfen natürlich auch befreundete Bands nicht fehlen und da hat “Welle: Erdball” so einige aufsteigende Bands der Synthpop-Szene am Start. Fans wissen es wahrscheinlich auch schon: Alienare mit ihren neongrünen Krawatten sind ein würdiger Support, der die Menge einzuheizen weiß. Sich selbst als “Mitmachband” bezeichnend, bleibt da kein Fuß still stehen und mit einem Publikum, das sich gern selbst grüne Krawatten anzieht, hat sich die Band längst eine kleine, aber beachtenswerte Fanbase in der schwarzen Szene aufgebaut. Dazu kommen Rroyce aus Dortmund, die mit Sänger Casi eine fantastische harmonische Stimme und sympathischen Synthpop am Start haben, sowie Disrupted Being, die für klassischere elektronische Klänge sorgen dürfen. Tickets gibt es für 42,50 Euro unter eventim.de