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Oscars 2026: Unsere Gewinner-Reviews im Überblick
No Limits No Control: Experimenteller Electro in Dortmund
Oberhausen: Das Mead & Greed Festival ist zurück!
Feelgood McLouds: Folk-Punk in Düsseldorfs legendärer Punk-Location
Austra in Köln: Kanadischer Synthpop trifft klassische Gesangsausbildung
Darkways in Essen: Frischer Dark Wave und Post-Punk aus Barcelona

Archiv fürMärz, 2026


25
Mrz

Oscars 2026: Unsere Gewinner-Reviews im Überblick

Die besten Filme des Jahres. Jedes Jahr im März werden sie von einer Jury der Academy Awards ausgezeichnet – und in diesem Jahr schaffte es sogar ein Film auf eine Rekordanzahl an Nominierungen. Am 16. März 2026 war es wieder soweit und nach einem großartigen Kinojahr 2025 wurden die besten und wichtigsten Kinofilme gekürt. Manche davon laufen aktuell noch in den deutschen Kinos, andere waren im vergangenen Jahr zu sehen und haben es inzwischen auf BluRay oder ins Streaming geschafft. Und auch wir haben uns natürlich zahlreiche der wichtigen Titel im vergangenen Jahr angesehen und sie rezensiert. Hier geben wir euch einen Überblick über unsere Kino-Reviews der Oscar-Titel 2026:

1. Bester Film: One Battle After Another
Obwohl sich Hollywood für einen Horrorfilm große Chancen ausrechnete, wurde es in diesem Jahr doch wieder etwas politischer. Die Auszeichnung als “bester Film” erhielt schließlich ein Thriller, der einen zynischen Blick auf den gesellschaftlichen Zustand der Vereinigten Staaten von Amerika warf. In der Hauptrolle sehen wir Leonardo Di Caprio als Linksextremist und Sean Penn (ebenfalls ausgezeichnet) als durchgeknallter Nazi-Soldat. Der überzeichnete schwarze Humor und die abgefahrenen Kamerafahrten brachten dem Film sogar mehr als nur einen Oscar ein. Hier findet ihr unsere Kino-Review zu
One Battle After Another

Blood & Sinners
Blood & Sinners ist der Publikumsliebling des Kino-Jahres 2025 / Bild: © Warner Bros.

2. Bester Hauptdarsteller: Blood & Sinners
Mit seinen rekordverdächtigen 16 Oscar-Nominierungen hatte man ja eigentlich mit einem Oscar für den “besten Film” gerechnet. Bekommen hat er ihn nicht, stattdessen wurde unter anderem Michael B. Jordan als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Weitere Oscars gab es für das beste Originaldrehbuch, die beste Kamera und die beste Filmmusik – allesamt außergewöhnlich bei einem Horrorfilm. Regisseur Ryan Coogler lieferte mit “Blood & Sinners” einen Vampir-Horrorfilm mit einer Dramageschichte über die schwarze Community der USA während der Prohibition. Das gelungene und detaillierte Setting machte den Film bereits im vergangenen Jahr zu einem Publikums-Liebling. Hier findet ihr Kino-Kritik zu
Blood & Sinners

3. Beste Hauptdarstellerin: Hamnet
Anspruchsvolle Filme, vor allem, wenn sie von Shakespeare handeln, schaffen es eigentlich meistens zu den Oscars. So war es auch wenig verwunderlich, dass auch das William Shakespeare-Drama “Hamnet” bei den Academy Awars berücksichtigt wurde. Schauspielerin Jessie Buckley gewann hier den Oscar für die beste Hauptdarstellerin in der Rolle von Shakespeares Ehefrau Agnes. Insgesamt wurde der Film für acht Oscars nominiert, wovon er jedoch nur eine Auszeichnung erhielt. Warum wir den Film anfangs etwas schleppend fanden, die außergewöhnliche Shakespare-Interpretation am Ende aber doch gelungen fanden, lest ihr in unserer Kino-Kiritk zu
Hamnet

One Battle After Another
Bester Film bei den Oscars 2026: One Battle After Another mit Leonardo Di Caprio / Bild: © Warner Bros.

4. Nominierung bester Film: Bugonia
Ebenfalls für den “besten Film” nominiert, aber letztendlich leer ausgegangen, ist in diesem Jahr “Bugonia”. Der Film des genialen Meisterregisseurs Giorgos Lanthimos entpuppte sich als abgefahrene Science-Fiction-Satire, die sich einigen irrsinnigen Verschwörungstheorien widmete. Dabei musste das Publikum zwar so manches grenzwertige Geschwurbel ertragen, wurde dann aber mit extrem unterhaltsamen Absurditäten belohnt. Warum der Film einer der außergewöhnlichsten Filme des Kino-Jahres 2025 war, lest ihr in unserer Review zu
Bugonia

5. Gewinner beste visuelle Effekte: Avatar – Fire and Ash
Welcher Film den Oscar für die besten visuellen Effekte gewann, überrascht vermutlich niemanden. Denn wenn ein neuer “Avatar”-Film im aktuellen Kinojahr auftaucht, dann ist ihm der Effekte-Oscar in der Regel sicher. James Camerons Science-Fiction-Spektakel setzt auch in der der dritten Runde noch visuelle Maßstäbe auf der Leinwand und punktet vor allem im IMAX 3D. Warum der Film abseits der visuellen Effekte allerdings bei der Story schwächelt, lest ihr in unserer Kino-Kritik zu
Avatar: Fire and Ash

6. Nominierung bester Film: Marty Supreme
Dass ausgerechnet “Marty Supreme” bei der Oscar-Verleihung leer ausging, kam für viele vorab ziemlich überraschend. Insgesamt schaffte es das Drama von Josh Safdie auf acht Nominierungen, darunter auch für den besten Film. Obwohl der Film keinen Oscar gewonnen hat, gilt er dennoch als bisher erfolgreichster Film des Produktionsstudios A24, das bereits seit einiger Zeit mit herausragender Qualität bei vergleichsweise niedrigem Budget auf sich aufmerksam macht. In dem Film liefert Timothée Chalamet eine brillante Charakterdarstellung als narzisstischer Tischtennis-Profi und dabei mit der besten Schauspielleistung seiner bisherigen Karriere. Warum wir finden, dass der Film definitiv Oscars verdient hätte, lest ihr in unserer Kino-Kritik zu
Marty Supreme

Marty Supreme
Hätte einen Oscar eigentlich verdient gehabt: Marty Supreme / Bild: © Tobis Film / A24

7. Nominierung bestes Make Up: The Smashing Mashine
Neben Josh Safdie schaffte es auch sein Bruder Benny Safdie auf eine Oscar-Nominierung. Sein Sportdrama “The Smashing Mashine” wurde nämlich für den Oscar für das beste Make Up und die besten Frisuren nominiert. Das Bemerkenswerte dabei: Obwohl Dwayne Johnson über ein ziemlich markantes Gesicht verfügt, gilt der Oscar sehr wahrscheinlich seiner Maske. Man musste hier schon sehr genau hinsehen, um zu erkennen, dass es sich immer noch um Johnson handelt. Dwayne Johnson ging so sehr in seiner Rolle auf, dass wir in manchen Szenen dachten, hier den echten UFC-Star Mark Kerr auf der Leinwand zu sehen. Zugleich bewies Johnson mit diesem Film, dass er trotz seiner Wrestling-Vergangenheit zu einer echten Charakterrolle fähig ist. Hier findet ihr unsere Kino-Review zu
The Smashing Machine

8. Nominierung visuelle Effekte: Jurassic World – Die Wiedergeburt
Mit der Konkurrenz von “Avatar” ist es natürlich schwierig für jeden anderen Film, beim Effekte-Oscar noch wirklich abzuräumen. Dass “Jurassic World: Die Wiedergeburt” trotz seiner Nominierung hier leer ausgehen würde, kam daher wenig überraschend. Mit neuen Dinosauriern und spannenden Ideen, sorgte der Film auf der Kino-Leinwand für einen hohen Unterhaltungswert. Warum wir trotzdem finden, dass der Film nicht an den ersten “Jurassic Park” anknüpfen kann und warum wir auch eine Nominierung für den Effekte-Oscar unberechtigt finden, lest ihr in unserer Kino-Kritik zu
Jurassic World: Die Wiedergeburt

9. Nominierung bester Animationsfilm: Elio
Bei welchem Animationsfilm es sich im vergangenen Jahr um einen echten Publikumsliebling handeln sollte, dürfte ziemlich klar sein: Der Netflix-Film “KPop Demon Hunters” sorgte schließlich für breite Begeisterung. Dass aber trotzdem auch Disney bei den Animations-Oscars mitmischen würde, war jedoch zu erwarten. Da schafften es immerhin gleich zwei Filme aus dem Hause Disney auf die Nominierungsliste. Neben “Zoomania 2″ überzeugte nämlich auch das Pixar-Werk “Elio”. In dem niedlichen Sci-Fi-Animationsfilm geht es um einen Jungen auf der Suche nach Außerirdischen. Warum der Film ein Fest für Nerds und Trekkies ist, lest ihr in unserer Review zu
Elio


25
Mrz

No Limits No Control: Experimenteller Electro in Dortmund

Es gibt Musik, die gilt selbst innerhalb der schwarzen Szene als speziell und experimentell. Die harten elektronischen Sounds vom Plattenlabel Hands Productions gehören da sicherlich dazu. Musikalisch lässt sich das nämlich im Genre des Noise einordnen. Manchmal monotone, manchmal komplexe harte Rhythmen, zahlreiche Geräusche und Effekte und vor allem viele spontane Klangexperimente prägen die Musik der Künstler. Auf der Bühne meist eine, maximal zwei Personen, deren experimentelle Erzeugnisse fast schon ein bisschen improvisiert wirken. Und klar ist auch: Die einen lieben es, für die anderen ist das einfach nur Krach. Und auch, wenn das im Hirsch-Q in Dortmund am 21. März 2026 nur rund 100 Besucher anlockte, so handelte es sich doch um ein Heimspiel für das Label, dessen Events auch im Ruhrgebiet nicht fehlen dürfen.

Bei No Limits No Control, wie sich die kleine regelmäßige Event-Reihe nennt, bekommen nicht nur die ganz großen Acts des Labels eine Bühne. Hier dürfen sich auch kleinere, unbekanntere Acts ausprobieren – falls man das bei einem Nischen-Genre überhaupt so sagen kann. Den Anfang machte dabei das Duo Persons Unknown, über die Informationen zunächst tatsächlich eher schwieriger zu finden sind. Auf keinen Fall verwechseln sollte man sie mit der gleichnamigen kanadischen Rockband, auf die man bei Google vermutlich als erstes trifft. Was hier über die Lautsprecher schepperte, war kein Gitarren-Rock, sondern ein experimenteller Klangteppich, der aus so manch abstrakten Geräuschen eine düstere Atmosphäre schaffte. Besucher, die zeitig erschienen waren, konnten also bereits erahnen, wie musikalisch speziell dieser Abend werden könnte.

Moogulator bei No Limits No Control
Mick Irmer begeisterte als Moogulator bereits früh am Abend

Gleich als zweites durfte dann Mick Irmer, besser bekannt als Moogulator auf die Bühne. Mit der Abbildung seiner Soundfrequenzen trug er auch gleich den passenden Pullover zu seiner Musik. Da ging es dann schon deutlich technoider, tanzbarer zu, immer wieder ergänzt durch rhythmisch eingestreute Industrial-Geräuscheffekte und Frequenzanpassungen. “Bewaffnet” mit Equalizern und anderen Gerätschaften, die der Laie vermutlich kaum identifizieren kann, erscheint auch Noise plötzlich handgemachter, als mancher auf den ersten Blick annehmen würde. Optisch fand sich dieses Bild aber generell bei den Auftritten bei “No Limits No Control”: Bierbankgarnitur vollgestellt mit elektronischen Geräten, Instrumenten, Synthesizern und Effektgeräten, dazu reichlich Nebel und Flackerlicht. Mehr braucht es nicht, um die Menge zum Tanzen zu bringen.

Beim dritten Act Incendie kam dann doch ein bisschen mehr Gesang dazu. Was für die einen Krach ist, entpuppt sich schließlich für die Fans als hochkomplexe Musik, die doch stilistisch bei jedem Act und jedem Projekt anders klingt. Irgendwie hart und technoid sollte es bei “Incendie” dann zwar bleiben, kombiniert wurde das aber mit einem verzerrten, harschen Live-Gesang, wie man ihn eher vom Aggrotech oder teilweise auch dem Metal kennt. Dazu noch ein digitales Drum Pad und schon hatte der Ein-Mann-Auftritt einen deutlich größeren Live-Charakter, als zunächst erwartet.

Frett bei No Limits No Control
Experimentelle Musik geht auch Female Fronted: Das polnische Duo “Frett” überzeugte mit IDM und psychedischem Gesang

Mit Gesang machte dann auch Co-Headliner Frett weiter. Das polnische Female-Fronted-Duo, bestehend aus Anna und Maciek Frett war der wohl melodischste Act des Abends. Musikalisch verließ das Event damit auch vorübergehend ein wenig das Genre des Noise und widmete sich verstärkt dem Industrial und IDM, begleitet vom psychedelischen Gesang von Anna Frett. Das ist bewusst keine Stimme, die gesangliche Höhen erreichen soll, sondern das Publikum zum verträumten Einsinken in die Musik verleitet. Den Sound darüber hinaus auch mit diversen instrumentalen, härteren Abschnitten aufzulockern, die Maciek Frett alleine spielt, gehört dabei zum Konzept des Acts.

Nebel, Nebel und noch mehr Nebel dann beim Headliner Nullvektor. Fotografisch wahrlich eine Herausforderung, diesen Auftritt festzuhalten, doch: Wer muss Musiker Stefan Böhm alias “Nullvektor” denn schon sehen, wenn er auch die Musik für sich sprechen lassen kann? Die nämlich wirkt: Das in dichtem Nebel eingedeckte Hirsch-Q wurde schnell zu einer Tanzfläche, bei dem die Menge zu den harten Beats sprichwörtlich abging. “Jedes Mal geil, wenn ich ihn sehe”, hörte man am Ende des Auftritts, bei dem fast eine ganze Stunde lang keine Füße still stehen konnten.

Nullvektor bei No Limits No Control
Überall Nebel: Headliner Nullvektor machte seinen Auftritt zum technoiden Tanz im Nebel

Während die Events von Hands Productions einen familiären Touch haben, bei dem sich viele der Besucher gegenseitig kennen, ist für die meisten auch klar, dass sie am 25. und 26. April 2026 zum Förderturm Bönen zwischen Dortmund und Hamm (Westfalen) fahren werden. Dann findet mit Forms of Hands nämlich das größte Event von Hands Productions statt, bei dem 500 Besucher bei einem bald ausverkauften Festival erwartet werden. Bei dem 2-tägigen Event werden dann auch Größen wie Monolith bei ihrem Abschlusskonzert erwartet, sowie Acts wie Ah-Cama Sotz, Monya und viele andere Highlights des Labels. Tickets gibt es für günstige 68 Euro unter formsofhands.de – und eine CD mit den Acts des Festivals ist bei dem Preis sogar noch inklusive!

Fotos: Rene Daners


20
Mrz

Oberhausen: Das Mead & Greed Festival ist zurück!

Als das bei Metal-Fans überaus beliebte Mead & Greed Festival im Jahre 2025 überraschend eine Pause einlegte, waren die Befürchtungen groß, es könnte sich um das Ende der Festivalreihe handeln. Für 2026 aber gibt es inzwischen positive Neuigkeiten: Das kleine Event, das sich voll und ganz dem nordischen Pagan Metal widmet, ist tatsächlich zurückgekehrt. Ein bisschen später ins Jahr verlegt, findet das 2-tägige Festival nun am 1. und 2. Mai 2026 statt – und fällt damit freitags praktischerweise sogar auf einen Feiertag, für den die meisten Besucher keinen Urlaub benötigen. Ansonsten aber bleibt alles beim Alten: Auch dieses Mal geht es wieder in das Resonanzwerk Oberhausen, nur einen Fußweg entfernt vom CentrO und der Neuen Mitte.

Manegarm beim Mead & Greed Festival
Foto: Headliner Manegarm begeisterte bereits 2023 auf dem Mead & Greed Festival

Der Name des Festivals ist dabei aber nicht etwa falsch geschrieben: Beim “Mead & Greed” geht es sinngemäß nämlich um Met (Honigwein) und der Gier der nordischen Völker, die einst durch die Welt zogen, um fremde Gebiete zu plündern. Da ist der Name natürlich Programm, denn ganze 14 Bands aus dem Pagan Metal warten auf das Publikum, das den Festivaltermin bereits sehnsüchtig erwartet. Als Headliner hat das Festival wieder die Schweden von Manegarm am Start, die sich bereits 2023 zum wahren Publikumsliebling mauserten und von den Besuchern gefeiert wurden. Aber auch Asenblut und Vanaheim sind längst Größen in der Metal-Szene, die auf dem Mead & Greed auf keinen Fall fehlen dürfen.

Das Festival, das einst aus einer Leidenschaft der Bands Baumbart und Tales of Ratatösk (erstere spielen übrigens auch) entstanden ist, ist bei den Kennern und Fans vor allem deshalb beliebt, weil es sich wirklich um ein Festival “von und für die Szene” handelt. Dass da auch mal die Freunde am Catering mit Anpacken oder befreundete Bands sich unter das Publikum mischen, ist auf dem “Mead & Greed Festival” keine Seltenheit. Zugleich ist das Event fest etabliert in der jüngeren Metal-Szene: Auf kaum einem Event des Genres finden sich so viele Besucher unter 30 Jahren, die den Nachwuchs der Metal-Szene stellen. Da braucht es auch keine Moshpits extra für Frauen: Der Pagan Metal ist bekannt für seine sanften und rücksichtsvollen Circle Pits, die auch den zierlicher gebauten Besuchern und Besucherinnen Spaß machen. Wochenendtickets gibt es für 75 Euro, sowie Tagestickets ab 35 Euro unter meadandgreed.de.


20
Mrz

Feelgood McLouds: Folk-Punk in Düsseldorfs legendärer Punk-Location

St. Patricks Day ist zwar bereits vorbei, doch eure Lust nach Irland und irischer Musik nimmt einfach kein Ende? Da hat der berühmte Ratinger Hof in Düsseldorf, der vor allem als traditionsreiche Punk-Konzertlocation bekannt ist, am 27. März 2026 genau das Richtige für euch: Punkig wird es nämlich trotzdem, wenn die The Feelgood McLouds dort traditionellen Irish Folk mit richtigem Punk-Rock verbinden und darauf das Genre des “Folk-Punk” erschaffen. Abseits der typischen Folk-Szene, etwas mehr im Bereich des Mittelalter und Rock verortet, ist diese Musik auf vielen Festivals bereits ein echter Stimmungsgarant. Was hier auf den ersten Blick nach Irish Folk und Shantys klingt, wird deutlich flotter und fetziger gespielt – und dazu kann man in der kleinen Location auch gut und gerne mal einen Moshpit machen.

The Feelgood McLouds

Auch die noch verhältnismäßig kleine Band von “The Feelgood McLouds” konnte sich an der Seite von Größen wie “Flogging Molly” oder “Fiddler’s Green” längst einen Namen machen. In Düsseldorf präsentieren sie nun ihre “Green Hearts & Gritty Souls”-Tour, die auf der gleichnamigen EP basiert, die im vorherigen Jahr pünktlich extra zum St. Patricks Day erschienen ist. Fans der Netflix-Serie “House of Guiness” kennen die Band vermutlich auch durch ihren Song “Saints And Sinners”, der in der Regel auch auf ihren Headliner-Tourkonzerten nicht fehlen darf. Da wollt ihr dabei sein? Tickets gibt es für weniger als günstige 25 Euro bei Eventim und den üblichen VVK-Stellen.


20
Mrz

Austra in Köln: Kanadischer Synthpop trifft klassische Gesangsausbildung

Seit dem Alter von 10 Jahren steht sie bereits auf der Bühne. Sängerin Katie Stelmanis erhielt schon sehr früh eine klassische Gesangsausbildung. Heute, 30 Jahre später, nutzt sie ihre beeindruckende Gesangsstimme für das, was sie am liebsten macht: Melodischen New Wave und Synthpop unter dem Bandnamen Austra. Mit einem Synthpop-Projekt, das zugleich eine klassische Gesangsausbildung einbringt, liefert sie unterdessen ein Alleinstellungsmerkmal: Kaum einer Band dieses Genres gelingt es, gesanglich auf derart intensive und spektakuläre Weise abzuliefern. Den dafür nötigen exzellenten Sound traut man dem Club Bahnhof Ehrenfeld in Köln, im Gewölbe unter den Eisenbahnschienen gelegen, auf den ersten Blick gar nicht zu. Austra war am 18. März 2026 sowas wie eine Generalprobe für die PA – und brillierte mit dem perfekten Gesang bis in die hinteren Reihen.

Austra im Club Bahnhof Ehrenfeld

Eigentlich ist Austra nach dem Ausstieg von Dorian Wolf und Maya Postepski inzwischen ein Eine-Frau-Projekt. Katie Stelmanis, ihr Keyboard und ihre Stimme – das reicht der Sängerin für gewöhnlich aus, um ihren einfühlsamen Sound auf die Bühne zu bringen. Nicht aber an diesem Abend: Mit neuer Bassistin und neuem Schlagzeuger hatte sie sich schlagkräftige Verstärkung mitgebracht. Bei ihrer Rückkehr in den Club Bahnhof Ehrenfeld, in dem sie vor einigen Jahren schon einmal spielte, sollte schließlich alles live sein. Immerhin kam sie auch, um ihr neuestes Album “Chin Up Buttercup” zu präsentieren, aus dem sie einige Songs performte – das es aber auch als Vinyl samt Autogramm am Merchandising-Stand gab.

Fans hat sie in Köln jedenfalls schon zahlreich gefunden. Dem Mittwoch geschuldet zwar nicht ganz ausverkauft, spielte sie aber dennoch vor einer recht gut gefüllten Halle, die zunächst Laura Groves als Support aufwärmen durfte. Die Zielgruppe dabei überraschend gemischt: Beim Konzert von Austra findet sich von Generation Z bis zu 70-jährigen Rentnern praktisch jede Altersklasse. Der Synthpop scheint so ziemlich jedem zu gefallen. Während Synthpop normalerweise in der schwarzen Szene ihre Anhänger findet, die Austra – zumindest bisher – noch nicht so sehr auf dem Schirm haben, hat sich die Sängerin im Mainstream längst einen Namen gemacht. Vielleicht sehen wir sie ja eines Tages auch auf dem Amphi Festival in der gleichen Stadt?

Austra im Club Bahnhof Ehrenfeld

Ihre Fanbase hat jedenfalls schon klare Favoriten auf der Setlist. Der Song “Future Politics” vom gleichnamigen Album gehört sicherlich zu den bekanntesten Songs der Kanadierin. Mal ruhig wie in einer soften Synthpop-Ballade, mal mit schnellerem tanzbaren Tempo spielte Austra einen abwechslungsreichen, gelungenen Mix, der zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde. Mit “Beat and the Pulse” wurde es etwas tanzbarer, während “Utopia” und vor allem “Lose it” zu den gesanglichen Meisterstücken von Stelmanis gehören. Letzteren Refrain versuchen Fans auch spaßeshalber immer mal wieder nachzusingen – mit mehr oder weniger Erfolg, denn die Höhen sind ganz schön schwer. Dass Austra nach über einer Stunde dann auch noch für ein paar Zugaben bleiben musste, versteht sich an der Stelle natürlich von selbst. Aber klar ist: Austra werden einige der Besucher wiedersehen.

Fotos: Rene Daners


18
Mrz

Darkways in Essen: Frischer Dark Wave und Post-Punk aus Barcelona

Kleinere Events sind immer wieder eine gute Gelegenheit, um neue unbekannte Bands kennenzulernen. So machte im vergangenen Jahr ein Duo mit einem ganz besonderen Sound auf sich aufmerksam, als es auf dem Dark Skies Over Witten zum überraschenden Publikumsliebling mutierte. Knapp ein Jahr später haben die Spanier von Darkways auch schon ein neues Album am Start und wollten das natürlich auch den neuen deutschen Fans präsentieren. Am 5. März 2026 ging es daher in das kleine Kulturzentrum Grend in Essen-Steele. Da spielten sie zwar in einer ausverkauften Halle vor weniger als 100 Besuchern, aber der Spielfreude tat das keinen Abbruch.

Darkways im Grend Essen

Einige Songs vom Debütalbum “Resonance” sind schließlich seit ihrem letztjährigen Konzert in Witten schon echte Ohrwürmer. Insbesondere “I like the night” hat sich da tief in das Gedächtnis des Publikums eingeprägt, das hier schon ein bisschen mitsingen kann. Das komplett aus der schwarzen Szene bestehende Publikum weiß kleine Nischenbands aber besonders zu schätzen, wenn ihr Sound sich von anderen abhebt: “Darkways” gelingt es, den klassischen Dark Wave Sound mit bluesig angehauchten Gitarren zu kombinieren. Der Mix aus Dark Wave, Bluesgitarre und düsterer Post-Punk-Stimme kommt bei den Fans hervorragend an. Beste Voraussetzungen also für das neue Album “Rust”, das sie an diesem Abend vorstellen wollten und aus dem es auch einige Songs auf die Bühne schafften.

Besonders fällt dabei auch der Song “Legado” auf, bei dem sich Darkways erstmalig auch trauen, in ihrer spanischen Muttersprache zu singen. Für die Fans ist klar: Sie müssen nicht immer jedes Wort verstehen, um die Musik gebührend zu feiern. Getanzt wird hier trotzdem – erst recht dann bei den Hits des neuen Albums “Fading Time” und “My Penitence”, die natürlich auch bei einem Live-Auftritt nicht fehlen dürfen. Nach knapp einer Stunde war das Konzert dann eigentlich schon fast fertig, denn mehr als zwei Alben haben Darkways bisher nicht veröffentlicht. Doch was macht man, wenn das Publikum trotzdem sehr konsequent und nachhaltig eine Zugabe fordert? Na klar, man spielt die beliebtesten Songs einfach nochmal. Und so werden aus 60 Minuten dann schnell fast eine Länge von fast 100 Minuten – und vor so kleinem Publikum ist das Meet & Greet am Merchandising-Stand dann sowieso im Anschluss selbstverständlich.

Darkways im Grend Essen

Fotos: Rene Daners