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Archiv fürMai, 2012


04
Mai

Game-Review: The Walking Dead (Episode 1)

The Walking Dead Cover

Lee ging eigentlich schon fest davon aus, bald die nächste Jahre im Gefängnis verbringen zu müssen, als er in einem Polizeiwagen über den Highway transportiert wird. Er hat gerade erst einen Mann kaltblütig ermordet, nachdem seine Frau ihn mit diesem betrog. Doch ausgerechnet in diesem Moment kommt alles anders, als zunächst gedacht, denn nach einer Kollision mit einer anderen Person, landet er verletzt in einem Graben und muss mit ansehen, wie der Polizist von den Toten wieder auferwacht, um ihn prompt zu attackieren. Auf der Suche nach Hilfe stößt er dann auf ein kleines Mädchen, das er fortan zu beschützen versucht. Dumm nur, dass bereits das ganze Land von den Zombies heimgesucht wurde…

Kritik:
Von den Medien hochgelobt und von den Fans einfach nur geliebt: „The Walking Dead“ schafft es als innovative Zombieserie in den letzten Jahren zahlreiche Menschen zu begeistern und vor allem durch seine Charakterzeichnungen zu überzeugen. Doch während wir auf den Release der zweiten Staffel warten, lassen uns die Adventure-Meister von Telltale Games bereits jetzt in eine weitere spielbare Staffel eintauchen. Mit insgesamt fünf Episoden, die jeweils in einem Abstand von einem Monat veröffentlicht werden, erleben wir eine ganz neue Sicht des Überlebenskampfs und stellen erstaunt fest, wie aus einem klassischen Adventure doch irgendwie auch ein Survival-Horror-Actiongame werden kann.

Zwischen Verurteilung und Zombie-Apokalypse
Man erkennt natürlich sofort die Serienvorlage wieder und stellt fest, dass auch das Spiel zu „The Walking Dead“ in einem ähnlichen grau-düsteren Stil gehalten wurde und sowohl Gebäude, Umgebung, als auch Charaktere sich recht stark ähneln. Allerdings handelt es sich keineswegs um eine Fortsetzung zu Serie, sondern eher um eine Auskopplung mit neuer Story und neuen Charakteren. Wir schlüpfen dabei in die Rolle des farbigen Killers Lee, der zu seinem Heimatort zurückkehren will, um sich auf die Suche nach seinen Eltern zu machen – stets in dem Versuch, seine wahre Identität irgendwie zu verschleiern. Begleitet wird er dabei ganz typisch von zahlreichen Charakteren, denen er auf seiner Reise begegnet. Doch neben neuen Figuren gibt es auch solche, die wir aus der Serie kennen. So ist der Asiate Glenn einmal mehr vertreten und auch Hershel Greene lässt nicht lange auf sich warten. So fühlen sich Serienfans schnell wieder zuhause.

The Walking Dead Screenshot

Schlag ihnen den Schädel ein!
Wer die Serie übrigens kennt, dem sollte schnell klar sein, dass „The Walking Dead“ nicht unbedingt ein Spiel für kleine Kinder ist. Obwohl Telltale bisher eher mit familienfreundlichen Adventures wie „Zurück in die Zukunft“ und „Sam & Max“ überzeugte, haben sie nun eine gänzlich neue Stilrichtung eingeschlagen, denn dieses Game versucht sich eindeutig als Horror-Action-Adventure. Da erfreut es die Fans auch umso mehr, dass hier ebenso wenig zimperlich mit der Darstellung von Gewalt umgegangen wird und wir fast im Minutentakt irgendwelche abgehackten Köpfe und zertrümmerte Schädel sehen. Oft muss der Spieler sogar aus Wut und Überlebenswille gleich mehrfach auf den Gegner eindreschen, bis dieser auch wirklich absolut tot ist. Selbst die kleinste Bewegung des Zombies kann auf einen weiteren Angriff hindeuten. Dabei mutiert das Spiel aber keineswegs zum Ego-Shooter, sondern bleibt mit Tastaturkombinationen und Mausklicks recht simpel. Der Schwierigkeitsgrad ist also locker selbst für Anfänger zu meistern, denn „The Walking Dead“ legt wesentlich mehr Wert auf eine gute Story.

Auf in die Stadt!
Bei der Story hält sich das Spiel nämlich bewusst an die vorgegebenen Muster der Serie. Erst wartet ein wenig Survival-Trainig auf uns, danach suchen wir nach Hilfe und machen uns gemeinsam mit einigen Gefährten in die Stadt, um nach weiteren Überlebenden zu suchen, aber auch noch viel mehr Zombies zu finden. Die Locations sind also altbekannt: Vom verlassenen Haus mit kleinem Kind bis zur Zombie-Großstadt ist da alles vertreten und Glenn müssen wir nur allzu oft einmal aus einer brenzligen Situation befreien. Alles wie gehabt also und die Charaktere und Dialoge tragen einiges zur Story bei. Es ist praktisch unmöglich, „The Walking Dead“ ohne Dialoge zu spielen und gerade hierüber erfahren wir wichtige Informationen über die Gruppe, die Situation und viele andere Dinge. Doch die Erzählungen haben noch eine ganz andere zentrale Rolle.

Die Qual der Wahl
Wie in kaum einem anderen Spiel sind hier Entscheidungen überaus wichtig. In Dialogen müssen wir oft selbst mittels Multiple-Choice-Auswahl eine Antwort geben, dürfen dabei allerdings auch nicht zu lange überleben. Durch Zeitdruck ergibt sich so in jeder Situation eine spontane Reaktion, die sogar manchen Spieler selbst ein wenig überraschen könnte. Etwa dann, wenn wir eine Wahl treffen müssen, welchen Charakter wir überleben lassen, oder ob wir unser Gegenüber belügen oder ihm die Wahrheit sagen. Manch willkürliche, oder auch gut überlegte Entscheidungen könnte im wahren Leben wohl unsere Persönlichkeit grundlegend verändern. Interessant ist allerdings auch, dass die Figuren erstmals über ein überaus gutes Gedächtnis verfügen und auf jede unserer Entscheidungen letztendlich wieder zurückkommen. Ob wir lügen oder die Wahrheit sagen, ob wir jemandem in den Rücken fallen, oder Loyalität zeigen, oder ob wir gar eine geliebte Person retten – all das wird in späteren Situationen, Dialogen und Handlungsabläufen wieder zum Vorschein kommen. Einmal verscherzt, können wir kaum mehr auf Sympathien hoffen, während uns liebgewonnene Freunde zur Seite stehen. Derartige Entscheidungen in Spielen sind zwar nicht grundsätzlich neu, in diesem Umfang allerdings erfrischend innovativ.

The Walking Dead Screenshot

Freund oder Feind
Bei den Charakterzeichnungen liefert „The Walking Dead“ aber allgemein Meisterleistungen, denn es fällt uns in kaum einem anderen Spiel so leicht, Freundschaften aufzubauen oder Feinde zu gewinnen. Insbesondere das, macht Entscheidungen um Leben und Tod umso dramatischer und schwieriger. Da bleibt dann die Frage, ob wir lieber die vertrauenswürde Reporterin retten, die zwar unseren Namen kennt, aber uns scheinbar loyal zur Seite steht, oder stattdessen dem liebenswerten Kumpel helfen, der uns gerade eben noch nette Komplimente machte. Die Entscheidung fällt nicht leicht und die Statistiken am Ende des Spiels, die uns verraten, wie viele andere Spieler gleich entschieden, werden uns verblüffen. Nebenbei baut Telltale sogar noch sehr brisante Entscheidungen in das Spiel ein, die für Gesprächsstoff sorgen könnten und selbst politische Debatten anregen könnten. Das ist mutig und genau so etwas würden wir uns auch von vielen anderen Spielen wünschen.

Wir haben doch keine Zeit
Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Gameplay, denn „The Walking Dead“ ist eigentlich ein Adventure und zugleich auch nicht. Klassische Kombinationsrätsel finden wir hier ebenso wenig, wie komplexe Schalteraufgaben. Stattdessen konzentriert sich das Spiel linear, aber eben mit vielen Entscheidungen auf die Story und den Handlungsverlauf. Rätsel bestehen bestenfalls darauf, den richtigen Gegenstand am richtigen Ort zu finden und dabei gegebenenfalls um gegnerische Zombies herumzuschleichen. Kommt es dann einmal zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung müssen wir mit QuickTime-Events vorlieb nehmen und genau vorgegebene Tastenkombinationen drücken und oftmals unter Zeitdruck eine bestimmte Handlung durchführen, denn andernfalls werden wir vom Zombie gebissen und gefressen – unwiderruflich. Danke gut platzierten Checkpoints steigen wir aber schnell wieder ins Geschehen ein und müssen nicht allzu viel neu beginnen. Was also in vielen Spielen verteufelt wird, hat Telltale in „The Walking Dead“ hervorragend genutzt und eingesetzt, um neben der herausragenden Story auch ein wenig Action einzubauen.

Guck mal da!
Manchmal macht man es den Spielern allerdings auch etwas zu einfach, vor allem dann wenn man Tipps und Hilfen zu Beginn eingeschaltet hat. Dann können wir verwendbare Objekte bereits auf den ersten Blick erkennen und müssen nach bestimmten Gegenständen noch nicht einmal suchen. Das kann zwar die Dauer des Spiels insgesamt recht verkürzen, nimmt erfahrenen Spielern aber auch gänzlich jede Herausforderung. Da sind wir dann froh, dieses Feature abschalten und uns gänzlich von selbst auf die Suche machen zu können, was insgesamt mehr Spannung versprechen dürfte. Insbesondere in Kämpfen kann das aber auch komplizierter und kniffliger werden, da wir unter Umständen gar nicht wissen, wo wir genau hinzielen müssen. Zum Glück lässt man dem Spieler allerdings die Freiheit selbst zu entscheiden und nach eigenen Vorlieben zu spielen.

The Walking Dead Screenshot

Comic zum Spielen
Beim Grafikstil setzt man übrigens eindeutig auf die Comic-Vorlage, denn mit der Cel-Shading-Grafik im Comic-Look ist man von fotorealistischer Darstellung natürlich weit entfernt. Das mag auch so gewollt sein, basiert schließlich auch die ganze Serie auf einem Comic und kommt so auch Fans des bebilderten Originals sehr entgegen. Da sollte aber auch klar sein, dass die Charaktermodelle oft etwas unnatürlich und künstlich erscheinen. Immerhin hat man aber vor allem bei den Gesichtszügen gute Arbeit geleistet und Emotionen hervorragend in das Spiel integriert. Ob Entsetzen, Schock, Trauer, Freude oder einfach nur ein Lächeln – alles ist realistisch, authentisch und jederzeit nachvollziehbar. Da muss der Protagonist auch gar nicht so viel sprechen, damit wir wissen, wie es ihm gerade geht. Einfühlungsvermögen kann daher durchaus von Vorteil sein. Deutsche Spieler müssen sich aber leider so oder so damit abfinden, dass eine deutsche Sprachausgabe vollständig fehlt und wir uns gezwungenerweise mit Englisch abfinden müssen. Immerhin: Englische Untertitel geben auch jenen ein wenig Hilfe, die die Dialoge nicht auf Anhieb verstehen.

Fazit:
Die Adventure-Meister von Telltale Games liefern uns eine spielbare „The Walking Dead“-Staffel, die ihrer Serienvorlage absolut würdig ist und vor allem Dialoge und schwierige Spielerentscheidungen in den Vordergrund stellt.

The Walking Dead – The Game ist als digitaler Download via Steam oder direkt unter telltalegames.com erhältlich.


04
Mai

Game-Review: Total War Shogun 2 – Fall of the Samurai

Total War Shogun 2 Cover

Gegen das Shogunat! Im aufstrebenden Japan herrscht das reinste Chaos, die meisten konservativen Clans sind im Krieg gegen den Kaiser. Mit nur eingeschränkten Mitteln und kleinem Gebiet müssen wir uns darauf vorbereiten, das geliebte Land zu erobern und die Feinde zurückzudrängen. Jene Feinde, die den Kaiser unterstützen und westliche Kulturen in das Land einbringen wollen. Doch zwischen Wasserbelagerung, Rebellionen und passiver Spionage ist das längst keine leichte Aufgabe mehr – zumal Japan ein verdammt großes Land ist und der Winter unseren Männern regelmäßig zu schaffen machen. In diesem Sinne: Auf in den Krieg!

Kritik:
Bereits seit mehreren Jahren kann die erfolgreiche „Total War“-Reihe zahlreiche Strategiefans begeistern und „Shogun 2“ übertraf einmal mehr all seine Qualitäten. Nun dürfen wir mit „Fall of the Samurai“ endlich auf die Karte des langersehnten Addons und können zwar ohne das Hauptspiel, aber trotzdem mit knapp zwanzig Gigabyte an Spieldaten in die Schlacht ziehen. Da kommt ein wahres Freudenfest für Fans der ultrakomplexen Strategie auf.

Total War Shogun 2 Screenshot

Rundenstrategie vs. Echtzeit-Taktik
Da galt einst noch „Hearts of Iron“ als eines der herausforderndsten und komplexesten Rundenstrategiespiele, da schafft es „Fall of the Samurai“ vielleicht schon, ihm diesen Rang abzulaufen. Auch dieses Spiel ist entsprechend komplex und schafft es, Rundenstrategie und Echtzeit-Taktik im 3D-Modus zu vereinen. Ganz klassisch in einem Stil, der dem Brettspiel „Risiko“ ähnelt, dürfen wir da strategisch auf aus der Vogelpespektive auf der Landkarte unsere Einheiten verschieben und den Gegner angreifen, während wir dann wahlweise aus direkter Nähe die Schlacht steuern oder das Ergebnis automatisch berechnen lassen. Wer hier weit kommen will und auch in Unterzahlt vielleicht den Gegner vernichten können möchte, kommt um ein manuelles Eingreifen kaum herum – denn das automatische Gefecht rechnet nur die entsprechenden Chancen aus und da muss man ohne die nötige Streifkraft gar nicht erst antreten. Doch ganz so einfach macht es einem das Spiel dann auch nicht.

Total War Shogun 2 Screenshot

Wirtschaft & Finanzen
Schließlich ist „Shogun 2“ wesentlich komplexer und beschränkt sich keineswegs auf den Kampf. Damit wir auch genügend unserer Männer rekrutieren können, kommen wir um gute Finanzen und Einnahmen kaum herum. Neben den Steuern, die je nach Status einer Stadt eingenommen und erhöht werden können, sind Handelsrouten auch ein absolutes Muss. So müssen wir mit anderen Clans stets in Kontakt treten und diplomatische Beziehungen pflegen, um Handelsrouten zu eröffnen und uns damit die Einnahmequellen zu sichern. Sind wir erst einmal mit jeder Fraktion im Krieg, ist die Lage für uns quasi hoffnungslos, weil die Geldeinnahmequellen völlig verschlossen bleiben. Doch auch so müssen wir eine gute Balance zwischen besiegbaren Gegnern und verbündeten Clans finden, um uns einerseits ausbreiten zu können, andererseits aber genügend Rückhalt, Einnahmen und Abwehrmöglichkeiten zu haben. Wir merken also: „Total War: Shogun 2“ ist auch in seinem Add-On überaus komplex, durchdacht und kompliziert.

Total War Shogun 2 Screenshot

Mikromanagement
Doch als würde das nicht bereits reichen, um den Spieler ordentlich zu fordern, setzt das Strategiespiel noch einen oben drauf und erhöht die Komplexität noch ein wenig. So ist auch die familiäre Situation stets sehr wichtig, um seinen Clan ordentlich regieren zu können, für gute Stimmung in den Provinzen zu sorgen und einen qualifizierten General auszubilden. Denn nur so, verhindern wir eine drohende Rebellion und können siegreich in die Schlacht ziehen. Da müssen wir auch genauestens auf die Situation in den Provinzen achten, damit die sich das Volk nicht gegen uns wendet und all unsere Bürger zufrieden leben können. Daneben müssen wir auch unsere Provinzen erweitern, Wirtschaftsgebäude bauen und Schulungseinrichtungen kaufen – natürlich alles von dem wenigen Geld, das wir aus den Handelsrouten und Steuereinnahmen bekommen. Wer hier nicht genau über seine Ausgaben nachdenkt und diese gut ausbalanciert, um Streitmacht, Wohlstand und Abwehr gleichermaßen gut auszustatten, kann eine schnelle Niederlage finden. Doch kein Wunder, ist „Total War: Shogun 2 – Fall of the Samurai“ eines der schwierigsten und kompliziertesten Strategiespiele, das sich keinesfalls an Anfänger richtet. Übrigens: Nebenbei müssen wir uns dann auch noch um die Forschung und Entwicklung kümmern und unsere Häfen vor Invasoren schützen. Keine leichte Aufgabe.

Total War Shogun 2 Screenshot

Sprachausgabe steht uns bei
Besonders leicht macht es das Spiel aber auch den Neulingen nicht gerade, denn echte spielbare Tutorials suchen wir hier vergebens. Trotz entsprechendem Punkt im Hauptmenü finden wir dann lediglich ein schriftliches Handbuch vor, das uns das Spielprinzip erklärt und hilfreiche Tipps gibt. Trotzdem müssen wir sofort in eine echte Kampagne einsteigen und uns da den durchaus intelligenten KI-Gegnern stellen. Da steht uns dann zwar eine Beraterin mittels Sprachausgabe hilfreich zur Seite, in dem sie uns zu jeder Handlung ein paar Tipps zukommen lässt, doch auch diese hilft uns nicht gerade dabei, den nächsten Kampf zu meistern, oder den Gegner zu erobern. Verlassen wir uns ganz auf die Beraterhilfe, können wir ebenso schnell wieder einpacken. Letztendlich erfordert es also eine Menge Einarbeitung in das Spiel, um tatsächlich Erfolg zu haben. Und hier gilt vor allem eines: Learning by doing. So blöd es auch klingt.

Total War Shogun 2 Screenshot

Taktik gegen echte Spieler
Immerhin haben wir allerdings auch die Möglichkeit, die Gefechte ein wenig zu üben und uns ganz auf die taktischen Grundlagen zu konzentrieren. Hierfür bietet das Spiel einen Multiplayer-Modus namens „Avatar-Eroberung“, in dem wir unseren Avatar verbessern und eine Armee aufstellen können, mit der wir dann in die Schlacht ziehen und die Landkarte erobern. Zunächst dürfen wir dabei mehrfach gegen einen KI-Gegner antreten, sodass wir die verschiedenen Einheiten und das taktische Verhalten im Kampf trainieren und erproben können. Später kann man diese dann zudem gegen echte Spieler optimieren und für die Kampagne eine ordentliche Hilfe und einen tollen Einstieg erhalten. Dumm nur, dass wohl die wenigsten Lust haben, zunächst einen solchen Modus zu absolvieren, ehe sie das „richtige“ Land erobern.

Total War Shogun 2 Screenshot

Qual der Wahl
Haben wir uns zudem erst einmal dafür entschieden, doch die Kampagne zu starten, stehen wir zunächst vor der Wahl, welchen Clan wir überhaupt wählen. Hier stehen uns ganz sechs verschiedene Fraktionen zur Verfügung, die alle einen fest vorgegebenen, aber unterschiedlichen Startpunkt haben und verschiedene Startboni erhalten. Da sind die einen dann geschickter im Kampf, während andere günstigere Gebäude errichten können. Letztendlich sind in der Praxis dann aber alle Clans ähnlich schwierig zu meistern, denn ohne gute Strategien, logisches Denkvermögen und genügend Einarbeitung ist keiner davon leicht zu meistern – nicht einmal auf leichtem Schwierigkeitsgrad. Es wird also auch eine Weile brauchen, bis wir unseren bevorzugten Clan letztendlich gefunden haben.

Total War Shogun 2 Screenshot

Die Realität wartet
Nun, da richtet sich „Total War: Shogun 2“ ohnehin bereits an erfahrene Strategieveteranen, dann gibt es auch noch einen Modus für besonders ultraerfahrene Gamer. Hier können wir nämlich auch in einer Mehrspielerkampagne gegen echte Gegner in die Schlacht ziehen und wenn der Gegner da ein wenig Übung hat, wird das Spiel unter Umständen noch herausfordernder, als gegen den KI-Gegner. Dennoch macht das aber auch unheimlich viel Spaß, zumal die Vorgehensweisen eines echten Gegners weniger vorhersehbar, dafür umso realistischer sind. Da können wir uns eben nicht auf die Herangehensweise der KI verlassen und diese damit geschickt austricksen. So oder so muss man sich aber auch auf lange Spielabende gefasst machen, denn eine Kampagne kann durchaus ein paar Stunden in Anspruch nehmen – und Multiplayer-Partien sollte man ja bekanntlich nicht zuvor abbrechen. In diesem Sinne: Dieses Spiel ist Strategie für die Besten der Besten.

Total War Shogun 2 Screenshot

Spionage
Komplex werden die Kämpfe allerdings auch durch die umfangreichen Spionagemöglichkeiten. Jeder Clan hat daher die Möglichkeit, einen Spion zu beauftragen, in das feindliche Gebiet einzudringen. Egal, ob eine Geisha, die den Gegner ablenkt, oder ein japanischer Spion, der versucht Revolten anzuzetteln und feindliche Armeen zum Überlaufen zu animieren – die Spionage dient hier als unterstützendes Mittel im Kampf und stärkt die Komplexität noch umso mehr. Immerhin mag es gewisse Vorteile haben, vor dem Kampf ein Regierungsmitglied zu ermorden, oder das Volk aufzustacheln, ist so schließlich der Widerstand wesentlich geringer. Nebenbei unterstützen dann auch unsere Schiffe den Kampf, in dem sie die Häfen attackieren, Handelsrouten blockieren und Invasionstruppen ins Land schicken. Wir haben also vielfältige Möglichkeiten, doch ebenso komplex können auch die Gegner uns angreifen. Der ein oder andere Spieler mag da sicherlich schnell überfordert sein.

Total War Shogun 2 Screenshot

Auf in die Zukunft
Grafisch ist „Fall of the Samurai“ übrigens vielen anderen Strategiespielen voraus, bietet es als eines der wenigen Genrevertreter schließlich sogar DirectX 11-Grafik. Besonders in taktischen Gefechten hinterlässt das Eindruck, wenn wir ganz nah an die Einheiten heran zoomen oder unsere Schiffsflotte im Seegefecht beobachten können. Die Animationen wirken dabei insgesamt schick und authentisch, auch wenn unsere Figuren gerne einmal etwas „eckig“ und „hakelig“ in die Schlacht ziehen. Einen natürlichen Vorwärtsgang suchen wir da schon etwas vergeblich. Dafür kann sich Vegetation, Umgebung und Gebäude recht gut sehen lassen und muss sich vor Referenztiteln nicht gerade verstecken. Dumm nur, dass eine derartige Grafik meist gar nicht benötigt wird, denn auf der Rundenstrategiekarte sieht das Spiel ohnehin beinahe aus, als handele es sich um eine 2D-Karte. Der Detailarmut kommt hier schnell zum Vorschein und unsere Einheiten mögen sich nur unschön in die Welt integrieren. Das kann man aber angesichts des strategischen Tiefgangs wieder vergessen. Das größte Problem bleiben aber die daraus resultierenden langen Ladezeiten, die vor allem die Berechnung der Runden oft etwas lästig erscheinen lassen. Da wünschen wir uns Optimierung und eine deutliche Verbesserung der Ladezeiten.

Fazit:
Ein schwerer Brocken: Auch das Add-On „Fall of the Samurai“ bietet wieder eine komplexe Mischung aus Rundenstrategie und Echtzeit-Taktik, die sich vor allem an erfahrene Strategiespieler richtet, die eine neue Herausforderung mit hohem Schwierigkeitsgrad suchen.


03
Mai

Bethesda kündigt “The Elder Scrolls Online” an

Es scheint in letzter Zeit etwas in Mode gekommen zu sein, erfolgreiche Rollenspiel-Marken für ein neues MMORPG zu verwenden. Nachdem bereits Bioware mit “The Old Republic” auf ähnliche Weise vorging, hat nun Bethesda Softworks das erste Massively Multiplayer Online Role Playing Game aus dem Elder Scrolls-Universum angekündigt. Nach dem überragenden Erfolg von “Skyrim” soll nun “The Elder Scrolls Online” in der nächsten Zeit erscheinen.

Laut Bethesda soll das von ZeniMax entwickelte Online-Rollenspiel das erste Spiel sein, bei dem die Spieler gemeinsam mit ihren Freunden die Welt von Elder Scrolls erkunden können. Wie das Teamplay hierbei genau aussehen soll und ob es sich dabei lediglich um die klassische Bildung von Partys handeln wird, ist bisher noch unklar. Immerhin haben es sich die Macher zur Aufgabe gemacht, ein qualitatives Spiel zu entwickeln. Matt Firor, der Game Director von “The Eldor Scrolls Online” meint hierzu: “Wir freuen uns nun sehr darauf, endlich allen zeigen zu können, woran wir in den letzten Jahren gearbeitet haben. Das Team hat es sich zum Ziel gesetzt, das beste MMO aller Zeiten zu erschaffen – und eines, das dem Namen The Elder Scrolls gerecht wird!”

Zum Release soll das Spiel in mehreren Sprachen, darunter deutsch, englisch und französisch verfügbar sein. Der genaue Veröffentlichungstermin ist bisher leider nicht bekannt.