Yesterday - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Yesterday

    Yesterday


    Land/Jahr:
    GB 2019
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Danny Boyle
    Darsteller:
    Himesh Patel
    Lily James
    Kate McKinnon
    Joel Fry
    Ed Sheeran
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    117 Minuten
    Kaufstart:
    8. November 2019
    Label:
    Universal Pictures

    Der 27-jährige Jack Malik ist schon seit vielen Jahren leidenschaftlicher Singer-Songwriter, doch der große Erfolg blieb bisher völlig aus. Im besten Fall schafft er es mal vor einem kleinen Pub-Publikum zu spielen oder auf der kleinsten Bühne eines Festivals vor geschätzten zehn Zuhörern aufzutreten. Nur seine langjährige Freundin Ellie, die er bereits aus Kindheitstagen kennt, scheint wirklich an ihn zu glauben. Das soll sich jedoch schlagartig eines Tages ändern, als es zu einem weltweiten Blackout kommt und Jack eine Kopfverletzung erleidet. Plötzlich wurden nämlich zahlreiche weltberühmte Errungenschaften aus der Geschichte getilgt und nur Jack allein scheint sich an sie erinnern zu können – selbst Coca Cola existiert nicht mehr. Für sein Glück gehört auch die legendäre Band die Beatles zu jenen Dingen, die aus den Erinnerungen der Menschheit verschwunden sind. Und Jack sieht seine Chance gekommen, mit den einzigartigen Songs der Beatles selbst endlich zum großen Ruhm zu gelangen…

    Kritik:
    Stellt euch vor, ihr wärt ein erfolgloser Sänger und eine der berühmtesten Bands der Musikgeschichte hätte ganz plötzlich niemals existiert. Niemand auf der Welt außer euch selbst wäre in der Lage, sich an diese einzigartigen Songs zu erinnern. Würdet ihr die Chance nutzen und diese als eure eigenen ausgeben, um endlich den lang ersehnten Erfolg zu genießen?

    Verschwundene Errungenschaften
    Der junge Jack Malik, gespielt von Himesh Patel, ist genau so ein Musiker: Einer dieser richtig vielen jungen Talente, die zwar hervorragend singen und mit der Gitarre umgehen können, die es aber einfach nicht schaffen, in der durch Marketing der Major-Labels dominierten Musikindustrie endlich Fuß zu fassen. Und da fällt „Yesterday“ eine ziemlich süße und witzige Geschichte dazu ein: Durch einen weltweiten Blackout, der nur wenige Sekunden anhält, verschwinden plötzlich die bekanntesten Dinge der Welt. Coca Cola, Harry Potter oder eben die Beatles – alle haben niemals existiert und niemand in der Umgebung von Jack hat jemals davon gehört. Und damit ist das Eis des Zuschauers auch schon gebrochen, denn die Verwirrung, die dem Musiker Jack ins Gesicht geschrieben steht, lässt den emotionalen Funken schnell überspringen und Hemish Patel liefert eine hervorragende Identifikationsfigur ab, in die sich wohl so mancher junge Künstler hineinversetzen kann.

    Beatles im Singer-Songwriter-Style
    Und ein bisschen ist Jack damit auch die perfekte Figur für das ältere Publikum, das die Jugend vielleicht mit einem ähnlichen Blick betrachtet: Nämlich mit dem Unverständnis darüber, dass heutige Jugendliche die Meisterwerke der Musikgeschichte einfach nicht mehr zu würdigen wissen und neben Lady Gaga und anderen Mainstream-Popkünstlern die echten Meilensteine vergangener Zeiten längst vergessen haben. Ganz so, als wären sie tatsächlich aus den Erinnerungen der Menschen komplett verschwunden. Leider versucht „Yesterday“ dabei allerdings den Bogen zu eben genau diesem jungen Publikum zu spannen: Mit dem Auftritt von Ed Sheeran, mit dem Jack Malik gemeinsam inklusive seiner Beatles-Coversongs in diesem Film auf Tour geht, scheint man nämlich ganz andere Geschmäcker ansprechen zu wollen, als die klassischen Beatles-Fans. Und so wundert es dann auch nicht, dass Himesh Patel sich eher an langweiligen Singer-Songwriter-Versionen der Beatles wagt, die er solo und mit Gitarre vorträgt, statt mit einer 4-köpfigen Band, die die Beatles damals nunmal waren. Die Lyrics dieser legendären Songs funktionieren auf diese Weise zwar auch, der Gesamteindruck ist aber etwas zu sehr auf modern getrimmt, als dass er Beatles-Fans wirklich vom Hocker reißen könnte.

    Grüße aus Notting Hill
    Drumherum verschenkt „Yesterday“ aber leider ebenso viel Potential, da die Rahmenhandlung weniger innovativ eigentlich kaum sein könnte. Denn neben der typischen Selbstfindungsgeschichte auf der Suche nach dem großen Durchbruch, darf natürlich auch die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen, bei welcher die Hauptfigur – wie sollte es anders sein – herausfinden soll, worauf es im Leben tatsächlich ankommt. Das ist nicht nur kitschig, sondern bringt vor allem die Handschrift von Drehbuchautor Richard Curtis zum Vorschein. Der nämlich hat einige Erfahrung mit schnulzigen Liebeskomödien und vor rund zwanzig Jahren auch die Stories zu „Notting Hill“ und „Tatsächlich Liebe“ geschrieben. Dieser allzu typische Hollywood-Kitsch mit Mauerblümchen, die sich für die einzig wahre Liebe aufbewahren, mag aber heute so dermaßen unrealistisch erscheinen, dass die Handlung einfach nicht mehr funktioniert – so süß und herzerwärmend sie denn auch zum erneuten Male inszeniert sein mag.

    Fazit:
    Die britische Feel-Good-Komödie um einen aufsteigenden Musiker auf der Suche nach dem großen Erfolg kommt mit ein paar lustigen Ideen daher und ist grundsätzlich eine gelungene Hommage an die Beatles. Ob „Yesterday“ allerdings eher bei echten Beatles-Liebhabern oder bei den Fans von Ed Sheeran auf Begeisterung stößt, mag angesichts des musikalischen Stils aus der Singer-Songwriter-Konserve allerdings fraglich erscheinen. Die obendrein allzu klischeehafte Hollywood-Lovestory trägt dann ihr Übriges bei, um aus unglaublich viel Potential am Ende doch nur einen mittelmäßigen Film zu machen.

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