Wonder Woman - Kritik – Virtual DVD Magazine


Wonder Woman


Wonder Woman

Land/Jahr:
USA 2017
Genre:
Fantasy
Regie:
Patty Jenkins
Darsteller:
Gal Gadot
Chris Pine
Connie Nielsen
Danny Huston
David Thewlis
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
141 Minuten
Kaufstart:
14. Dezember 2017
Label:
Warner Bros.



Die junge Diana wuchs wohlbehütet auf einer paradiesischen Insel auf, fernab von jeglicher Zivilisation. Denn während auf dem restlichen Planeten bereits der Zweite Weltkrieg in vollem Gange ist, ahnt sie unter den Amazonen lebend noch gar nicht, zu welch Gräueltaten die Menschen eigentlich fähig sind. Das ändert sich erst, als ein britischer Pilot vor den Deutschen flüchtend, plötzlich am Strand ihrer Insel auftaucht und sich als Spion im Kampf gegen den Faschismus entpuppt. Und mit einer herausragenden Kriegerausbildung vorangehend, steht ihr Entschluss schon bald fest: Sie muss mit ihm nach London reisen und sich möglichst bald an die Kriegsfront wagen. Denn gemäß ihres Glaubens kann nur Ares, der Gott des Krieges für derartige Zustände verantwortlich sein. Dumm nur, dass die Menschen vielleicht auch ohne den Einfluss eines Gottes zu Grausamkeiten in der Lage sind…

Kritik:
Etwas abseits der typischen Superhelden, die in der Gegenwart so manchen übernatürlichen Bösewicht aus dem Weg räumen, gibt es da auch die weiblichen Heldinnen, die falsche Moralvorstellungen auch mal beiseite räumen können. Nach „Thor“ darf sich also auch Amazonen-Göttin „Wonder Woman“ auf die Jagd nach dem Feind machen – und damit den Gegenbeitrag aus dem Hause DC Comics liefern.

Konkurrenz für Thor
Und da fügt sich die etwas andere Superheldin natürlich hervorragend in die Comic-Universen ein. Denn abseits von modernen Technologien und durch Wissenschaft hervorgerufenen übernatürlichen Kräften, könnte man “Wonder Woman” durchaus als Gegenpol zu Marvels Kult-Charaktere Thor und Loki betrachten. Mit dem Unterschied, dass wir es nun einmal mit in den vergangenen Jahren etwas vernachlässigten Kreaturen zu tun bekommen und neben den Amazonen, vor allem auch auf den Kriegsgott Ares treffen werden, der sichtlich von einem anderen Schlag zu sein scheint, als die im Vergleich dazu eher jugendlich wirkenden üblichen Marvel-Götter. Letztendlich ist das auch gut so, denn solche Charaktere fügen sich auch gut in die etwas erwachsenere Rahmenhandlung des Streifens ein. Auf den üblichen Slapstick der Teenie-Comic-Verfilmungen verzichtet man nämlich gänzlich.

Heldin im Zweiten Weltkrieg
Stattdessen gibt es eine durchweg ernstzunehmende Handlung inmitten des Zweiten Weltkriegs. Da verzichtet man allerdings sowohl auf Hitler, als auch den Holocaust, sondern schickt eine Superheldin in den Kampf gegen einen scheinbar übermenschlichen Nazi-Offizier, der mit satirischer Überzeichnung die unmenschliche Seite des Faschismus in Bildern zu verpacken weiß. So manchen Gamer wird die Charakterzeichnung der beiden Haupt-Bösewichte dabei vermutlich sogar an die „Wolfenstein“-Spielereihe erinnern – zugleich aber auch enttäuscht feststellen lassen, dass „Wonder Woman“ bei seinen Bösewichten leider nicht ganz an die satirische Genialität der Spiele heran reicht. Hinter der Idee allerdings große Parallelen zu erkennen, dürfte sicherlich nicht schwer fallen.

Die schnelle Entscheidung
Und obwohl die Ernsthaftigkeit der Handlung durchaus frischen Wind ins Comic-Genre bringt, hätten sich die Macher vermutlich einen größeren Gefallen damit getan, ein anderes Kriegsszenario zu bevorzugen. Immerhin haben wir es hier mit einer Hauptfigur zu tun, die völlig abgeschottet von der Zivilisation absolut nichts vom gegenwärtigen Weltgeschehen mitbekommen hat – und genau da stößt „Wonder Woman“ auf Probleme der Unglaubwürdigkeit. Dass die Deutschen im Zweiten Weltkrieg ausschließlich und unumstößlich als Bösewichte dargestellt werden, versteht sich von selbst. Doch auch für Diana steht der Feind – ohne auch nur einen einzigen Blick in die Zeitung zu werfen – sofort fest, obwohl sie auf vergleichbares Kriegsgrauen auf beiden Seiten stößt. Hier hätte man mit einem neutraleren Kriegsszenario bessere Möglichkeiten gehabt, die eigentlich notwendige Naivität einer Amazone glaubhaft darzustellen. Denn spätestens im zweiten Drittel macht Diana schnell den Eindruck, wie selbstverständlich den gesamten Kriegsverlauf miterlebt zu haben.

Liebe in Zeiten des Krieges
Darüber kann man sicherlich schnell hinweg sehen, wenn man „Wonder Woman“ als reinen Entertainment-Film betrachtet und auch genau solche Erwartungen an die Film mitbringt. Man sollte bei einer Comic-Verfilmung schließlich kein tiefgehendes und komplexes Story-Meisterwerk erwarten. Wie auch die meisten anderen Marvel- und DC-Filme möchte schließlich auch dieses Werk in erster Linie unterhalten und Popcorn-Kino bieten. Und das gelingt dem Streifen bravourös: Das Duo aus Chris Pine als britischen Agenten und die hübsche Gal Gadot in der bildschönen Rolle als „Wonder Woman“ geben ein derartig gutes Zusammenspiel ab, dass sie glatt in die Fußstapfen von Brad Pitt und Angelina Jolie schlüpfen könnten. Dementsprechend gut funktioniert dann auch die Coming-of-Age-Geschichte einer Kriegerin, die ihre eigene Bestimmung außerhalb ihrer geschützten Umgebung sucht – und die obligatorische Hollywood-Lovestory gleich mitliefert. Unterm Strich ist „Wonder Woman“ also Entertainment pur.

Fazit:
Obwohl die neueste DC-Comic-Verfilmung um Superheldin „Wonder Woman“ nicht gerade mit der komplexesten Story überzeugt, bringt die ernsthafte Weltkriegs-Story frischen Wind ins Genre und auch Gal Gadot kann in ihrer Rolle als kostümierter Augenschmaus brillieren.

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