What happened to Monday? - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    What happened to Monday?

    What happened to Monday?


    Land/Jahr:
    USA / GB 2017
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Tommy Wirkola
    Darsteller:
    Noomi Rapace
    Glenn Close
    Willem Dafoe
    Marwan Kenzari
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    124 Minuten
    Kaufstart:
    23. Februar 2018
    Label:
    Splendid

    In einer nicht allzu fernen Zukunft steht die Menschheit vor einer echten Krise: Durch starke Überbevölkerung und mangelhafter Ernte ist längst eine ernstzunehmende Hungersnot entstanden. Ohne wichtige und schwierige Entscheidungen seitens der Regierung, wird ein langfristiges Überleben der Menschheit für unmöglich gehalten. Ein Glück, dass die Erde längst unter einer einzigen globalen Regierung vereint wurde – und die entscheidet sich zu einer drastischen Ein-Kind-Politik, bei der jedes „illegale“ Geschwisterkind in einen Kryoschlaf versetzt wird, bis die Problematik eines Tages behoben sein wird. Für Familie Settman war das allerdings keine Option: Nachdem sie die Existenz ihrer Siebenlinge vor dem Regime verheimlicht haben, folgen die Geschwister einigen strengen Regeln. Jede von ihnen darf nur an dem jeweils einzigen Tag vor die Tür, nachdem sie benannt wurde. Bis eines Tages Monday plötzlich nicht mehr nach Hause kommt…

    Wehret dem Internationalsozialismus
    Eine vereinte Menschheit für die es keinerlei nationale Grenzen mehr gibt und in der scheinbar alle Menschen gleich sind – für viele Star Trek-Fans dürfte bei dieser Vorstellung wohl ein wahrer Traum in Erfüllung gehen. Ein echtes Horrorszenario könnte dabei allerdings entstehen, wenn sich die dazugehörige globale Regierung als totalitäres Unrechts- und Überwachungsregime herausstellt, das noch dazu eine strenge Ein-Kind-Politik verfolgt. Dann nämlich ist ein Entkommen in einen anderen Staat mit besseren Gesetzen ein völlig unmögliches Unterfangen. Der Kenner wird an dieser Stelle schon wissen, worauf „What happend to Monday?“ also hinaus laufen soll: Der Thriller inszeniert frei nach Orwell eine beklemmende Dystopie über die Unterdrückung eines Volkes, die Kritiker mitunter als sogenannten „Internationalsozialismus“ bezeichnen würden. Ein weltweites sozialistisches Unrechtsregime, das von der Bewegungsfreiheit, bis hin zur Ausübung des Jobs jedes noch so kleine Detail im Leben seiner Bevölkerung kontrolliert. Die Stasi war nichts dagegen. Und man mag es kaum glauben: Regisseur Tommy Wirkola hat diese Idee besser inszeniert, als es Orwell wohl je zu erträumen vermochte.

    Von Stieg Larsson zur Siebenfachrolle
    Die hohe Qualität des Streifens dürften wir dabei sicherlich auch Hauptdarstellerin Noomi Rapace zu verdanken haben. Der ein oder andere Filmfan wird sie vermutlich aus der genialen Rolle als Lisbeth Salander in der ausgezeichneten originalen „Millenium“-Trilogie kennen. Mit „What happened to Monday?“ wird sie derweil allerdings vor gänzlich neue Herausforderungen gestellt: Zum ersten Mal in ihrer Karriere erhält sie in diesem Thriller eine echte Siebenfachrolle. Sie spielt also gleich sieben Mehrlingsschwestern auf einmal – und das meistens gleichzeitig, denn die Protagonisten in diesem Film halten sich regelmäßig zusammen im selben Raum auf. Klasse ist das deshalb, weil es dem Publikum nicht nur durchaus gelingt, die sieben Schwestern charakterlich auseinanderzuhalten, sondern auch weil die schauspielerischen Leistungen von Noomi Rapace absolut authentisch sind. Innerhalb der etwa zweistündigen Laufzeit wären wir zu keinem Zeitpunkt auf die Idee gekommen, dass Rapace hier womöglich nur mit einem Greenscreen interagiert. Der Eindruck, tatsächlich sieben Geschwister in einem Raum zu sehen, wird perfekt eingefangen.

    Die weiche Draufgängerin
    Noch dazu wissen wir spätestens seit der „Millenium“-Trilogie, dass wir die weichen und zierlichen Züge von Noomi Rapace zu keinem Zeitpunkt unterschätzen sollten. Dass das einstige „Mädchen mit dem Drachentattoo“ derartig schlagkräftig in Erscheinung treten kann, dass auch Rooney Mara ihr im Remake kaum das Wasser reichen konnte, ist den Fans des skandinavischen Films vermutlich bereits bekannt. So soll es dann schließlich auch in „What happened to Monday?“ sein, wenn der Streifen im späteren Verlauf zunehmend an Fahrt gewinnt und früher oder später im Kampf gegen das Regime natürlich auch auf reichlich Actionszenen setzt. Und die sind zwischenzeitlich wilder und rasanter als man es zunächst vermuten würde. Noomi Rapace nämlich konnte schon immer beides: Einerseits großartige Charakterrollen, andererseits aber auch ebenso gute Nahkampfchoreographien. Vor den großen Stars des Actiongenres braucht sie sich längst nicht mehr zu verstecken.

    We know what happend to Monday
    Schade ist letztendlich also nur noch, dass mitdenkende und aufmerksame Zuschauer spätestens zur Hälfte des Films längst wissen, wie wohl die titelgebende Frage zu beantworten ist – oder sie erahnen es zumindest. Und wenn es auch nur die geringste Schwäche dieses Films gibt, dann liegt diese darin, dass es dem Drehbuch einfach kaum gelingt, den Ausgang des Thrillers über allzu lange Strecken zu verschleiern. Viel zu offensichtlich sind so manche Anspielungen, die Monday gegenüber ihren Mitmenschen immer wieder äußert. Und spätestens das Aufeinandertreffen mit gewissen Schlüsselfiguren stellt sich dann beinahe als viel zu großer Wink mit dem Zaunpfahl heraus. Spannend bleibt „What happened to Monday?“ schlussendlich wohl zum Glück auch nur dadurch, dass der Streifen sein Geheimnis erst spät lüften möchte und wir bis dahin zumindest im Unklaren blieben, ob die Vorahnung wohl auch eintreffen mag. Und nicht zuletzt natürlich deshalb, weil es dem Film gelingt, die Atmosphäre in diesem totalitären Regime besser einzufangen, als in den tatsächlichen „1984“-Verfilmungen.

    Fazit:
    Frei nach Orwell inszeniert „What happened to Monday?“ ein beklemmendes Szenario über ein globales totalitäres Überwachungsregime, in dem die fantastische Noomi Rapace in einer Siebenfachrolle brillieren kann.

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