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Voll verkatert


Voll verkatert

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Komödie
Regie:
Barry Sonnenfeld
Darsteller:
Kevin Spacey
Jennifer Garner
Robbie Amell
Cheryl Hines
Mark Consuelos
Malina Weissman
Christopher Walken
FSK:
ab 0 Jahren
Dauer:
87 Minuten
Kaufstart:
31. März 2017
Label:
Universum Film



Tom Brand ist ein echter Workaholic. Mit großen Erfolg führt er nicht nur ein milliardenschweres Unternehmen und hat vor kurzem erst eines der größten Bürogebäude der Stadt gebaut, sondern er ist vor allem beruflich auch sehr eingespannt. Ganz zum Missfallen seiner Familie, die sich bereits seit Jahren sichtlich vernachlässigt fühlt. Seine Frau ist doch größtenteils zu einer Belastung geworden, die ihn regelmäßig bei der Arbeit stört und sich längst nach einem anderen Mann umsieht und die junge Tochter bleibt stets bemüht, die Aufmerksamkeit ihres Vaters doch noch wie früher erlangen zu können. Immerhin einen Tag in ihrem Leben soll es noch geben, an dem er ihr ein wenig Aufmerksamkeit schenkt: Ihr morgiger Geburtstag. Und da wünscht sie sich nichts lieber als eine eigene Katze. Dummerweise ist Tom allerdings ein echter Katzenhasser, begibt sich aber doch widerwillig in die nächste Tierhandlung. Dass er kurz darauf dann aber auch noch durch einen Unfall ins Koma fällt und prompt im Körper jener Katze wieder aufwacht, lässt seinen größten Albtraum erst so richtig wahr werden…

Kritik:
Die einen lieben sie, die anderen möchten sie auf gar keinen Fall in der eigenen Wohnung haben: Katzen. Und doch würde so mancher gerne einmal in die Haut einer Katze schlüpfen, die sich stets bedienen lassen kann, keinerlei Verpflichtungen hat und dennoch einigermaßen große Freiheiten genießt. Nicht so allerdings Tom Brand, für den dieser (Alb)Traum plötzlich real wird.

Im Körper einer Katze
Wie man also bereits erkannt haben dürfte, handelt der Titel des Films keineswegs von einer Komödie über ausufernden Alkoholkonsum – sondern spielt tatsächlich eher auf die haarigen Tierchen an. Obwohl, ein bisschen geht es sehr wohl um Alkohol, denn Tom Brand ist ein echter Whiskeyfan und bleibt das auch im Körper seiner Katze. Und spätestens hier zeigt sich, dass „Voll verkatert“ einer der witzigsten Filme der letzten Jahre ist, denn es ist herrlich amüsant mit anzusehen, wie die Katze versucht, ihre geliebte Whiskeyfalsche zu öffnen und dabei das halbe Büro demoliert, oder verzweifelt versucht, auf seine wahre Identität aufmerksam zu machen. Die hier gezeigten menschlichen Züge innerhalb der Katze eignen sich perfekt dafür, dem Streifen eine ordentliche Portion Situationskomik zu verpassen. Die häufig witzige Mimik und Körpersprache von Katzen macht also nicht nur in typischen Internetvideos Spaß, sondern funktioniert auch in einer Spielfilm-Komödie hervorragend.

Der sympathische Antiheld
Und ob nun in Form einer Katze oder zuvor in der Rolle des Menschen: Kevin Spacey hat es mittlerweile hervorragend drauf, eine witzige Komödienrolle zu spielen. Ihm gelingt es zu Beginn perfekt, selbst den eigentlich unsympathischen Workaholic, der seine Familie stets vernachlässigt, doch noch irgendwie sympathisch zu machen. Denn was die Katze mit ihrem Verhalten schafft, das bekommt Kevin Spacey perfekt mit Worten hin: Bevor er nämlich in die Rolle des Tiers schlüpft, punktet er mit gekonntem Wortwitz und rundet damit das Filmerlebnis ab. Und wenn man dann noch Oliver Kalkofe als gelungenen Sprecher für die deutsche Stimme der tierischen Rolle besetzt, ist der Übergang einfach perfekt. Denn Kalkofe kann weit mehr, als seinen typischen Fernsehklamauk: In „Voll verkatert“ beweist er mehr als deutlich, dass er auch die Stimme des Tieres glaubhaft rüberbringen kann, ohne in typisch kindischen Kitsch zu verfallen. So bleibt der Streifen nämlich auch für Erwachsene unterhaltsam.

Perspektivenwechsel
Dass der Streifen anschließend natürlich auch noch einen tieferen Sinn hat und geradezu obligatorisch ein nachdenkliches und eher trauriges Statement abliefert, ist allerdings praktisch vorhersehbar. Immerhin soll die Rolle der Katze ein Perspektivenwechsel für die Hauptfigur sein und dazu führen, dass er seine Verhaltensmuster endlich ändert. So spannend es also einerseits ist, einmal Mäuschen… äh, Katze im eigenen Haushalt zu spielen, so macht der Perspektivenwechsel auch darauf aufmerksam, wozu die Vernachlässigung der eigenen Familie auf Dauer doch führen kann. Und erst die aufgezwungene Nähe zu eben dieser soll schlussendlich die Hauptfigur zum Nachdenken bringen. Bei all dem Humor kann man über die Vorhersehbarkeit dieser Geschichte aber schnell hinweg sehen und Komödienfans bekommen hier einen echten Leckerbissen geboten.

Fazit:
Der perfekte Film für Katzenliebhaber und all jene, denen Schadenfreude noch immer die schönste Freude ist.

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