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Unlocked


Unlocked

Land/Jahr:
GB 2017
Genre:
Agententhriller
Regie:
Michael Apted
Darsteller:
Noomi Rapace
Orlando Bloom
Toni Collette
John Malkovich
Michael Douglas
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
98 Minuten
Kaufstart:
20. Oktober 2017
Label:
Universum Film



Die junge CIA-Agentin Alice Racine hat ihren aktiven Dienst längst quittiert, nachdem sie sich für die zahlreichen Opfer bei einem Terroranschlag in Paris schuldig fühlt. Seitdem führt sie ein eher ruhiges Leben und kümmert sich undercover um die Migrantenfamilien innerhalb Londons. Dummerweise kann sie sich darauf nicht dauerhaft verlassen, als die CIA plötzlich einen Verdächtigen festgenommen hat, der Informationen zu einem bevorstehenden Anschlag in London haben soll. Als erfahrene Agentin wird sie prompt mit dem Fall beauftragt – und ahnt jedoch noch gar nicht, vor welchen Herausforderungen sie dabei stehen wird. Die vermeintlichen Kollegen arbeiten nämlich keineswegs für das Londoner Büro des amerikanischen Geheimdienstes und auch das britische MI5 scheint längst unterwandert zu sein. Nun muss sie nicht nur einen möglichen Terroranschlag mit Biowaffen verhindern, sondern hat auch noch gleich zwei Geheimdienste zugleich im Nacken…

Kritik:
Ein islamistischer Terroranschlag mittels Biowaffen, die einen gefährlichen Virus in aller Öffentlichkeit freisetzen könnten, dürfte zu den größten Ängsten der westlichen Welt gehören. Doch zugleich befassen sich Verschwörungstheoretiker immer wieder mit der Frage, ob Terrorismus womöglich auch unter falscher Flagge stattfindet und von den Geheimdiensten gewollt sein könnte. Noomi Rapace möchte dem nun auf die Spur kommen…

Grüße von 007
Schnell entpuppt sich „Unlocked“ dabei auch als actionreicher Agententhriller, dessen Story auch wegen seiner zunächst zahlreichen offenen Fragen fesseln kann. Doch das ist nicht weiter verwunderlich, denn auf dem Regiestuhl sitzt ein erfahrener Mann, der sich mit dem Genre bestens auskennt und einiges davon versteht, eine verstrickte Story zu erzählen. Mit Regisseur Michael Apted ist es nämlich tatsächlich gelungen, den Macher eines echten „James Bond“-Streifen auch für diesen Agententhriller zu engagieren. Und das zahlt sich schnell aus, denn Apted versteht es bestens, den Zuschauer möglichst lange im Dunkeln zu lassen. Über die gesamte Laufzeit hinweg, bekommen wir regelmäßig überraschende Wendungen geboten und auch das Motiv der jeweiligen Protagonisten eröffnet sich erst ganz zum Schluss des Streifens.

Schlagkräftig auch ohne Drachentattoo
Bis es soweit ist, kann „Unlocked“ darüber hinaus zu jeder Zeit die hohen Erwartungen erfüllen, die wir angesichts des herausragenden Casts schließlich haben. Noomi Rapace spielt dabei zwar nicht unbedingt eine ganz so unnahbare und mysteriöse Rolle, wie einst in den Originalverfilmungen der „Millenium“-Trilogie, doch auch ohne das legendäre Drachentattoo versteht sie es noch gut, sich schlagkräftig zur Wehr zu setzen. An ihrer Seite: Ein Orlando Bloom, der den stark tätowierten Ex-Militär, der nach seinen zahlreichen Einsätzen ein wenig auf die schiefe Bahn geraten ist, hervorragend und absolut glaubwürdig spielen kann. Und noch dazu eine Toni Collette, die wohl nur liebendgern in die Fußstapfen von „M“ treten möchte und durchweg gelungene Leistungen bei der Darstellung einer führenden MI5-Persönlichkeit abliefert. Hinsichtlich der Besetzung macht „Unlocked“ also wahrlich nichts falsch.

Rasante Action
Inszenatorisch bleibt „Unlocked“ abgesehen von den zahlreichen Wendungen allerdings wenig überraschend und überwiegend an die heutigen Sehgewohnheiten angepasst. Das muss nicht schlecht sein, sondern sorgt vor allem für rasante Actionszenen und schnelle Schnitte – insbesondere in den Nahkämpfen. Erwartungsgemäß hat der Streifen dabei nur relativ wenig Verschnaufpausen zu bieten und hält seine Spannung zu jeder Zeit gut aufrecht. Stilistisch bleiben die Besonderheiten, mit denen sich „Unlocked“ hätte noch einmal absetzen können, allerdings aus. Rein subjektiv betrachtet, könnte die Kameraführung und die technische Umsetzung sicherlich auch jedem 08/15-Actionstreifen zugeordnet werden. Hier muss man doch klar zu dem Entschluss kommen: Dieser Actionthriller kaschiert das eben vor allem durch seine intelligent verstrickte Handlung voller Wendungen und die fantastischen schauspielerischen Leistungen. Das allein macht ihn dann doch sehenswert, auch wenn das „gewisse inszenatorische Etwas“ für ein Meisterwerk sicherlich deutlich sichtbar fehlen würde.

Fazit:
Intelligent verstrickter Agententhriller, der mit zahlreichen Wendungen überrascht und vor allem von den hervorragenden namhaften Darstellern getragen wird. Sehenswert für jeden Genrefan.

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