Tonight she comes - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Tonight she comes

    Tonight she comes


    Land/Jahr:
    USA 2016
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Matt Stuertz
    Darsteller:
    Frankie Ray
    Dal Nicole
    Larissa White
    Nathan Eswine
    Adam Hartley
    Jenna McDonald
    Brock Russell
    FSK:
    ungeprüft
    Dauer:
    85 Minuten
    Kaufstart:
    30. August 2019
    Label:
    Illusions Unltd.

    Auf der Suche nach ihrer besten Freundin Kristy landen die beiden Freundinnen Ashley und Lyndsey an irgendeiner verlassenen Hütte mitten im Wald. Nicht lange dauert es dort, bis sie auch gleich neue Bekanntschaften machen: Der lokale Postbote James taucht nämlich ebenfalls mit seinem notgeilen Freund Pete dort auf, der schon von der ersten Sichtung an nur das eine im Kopf hat. Es folgen schlaflose Nächte am Lagerfeuer mit viel Bier und leicht bekleideten Mädchen. Noch ahnen sie dabei allerdings nicht, in welchem Zustand sie Kristy schon bald vorfinden werden: Nackt und blutverschmiert ist sie auf der Suche nach ihrem nächsten Opfer – und den Freunden bleibt nichts anders übrig, als sich in der Hütte zu verschanzen und darauf zu hoffen, dass sie diese Nacht gemeinsam überleben werden…

    Der Weg in die Irre
    Jugendliche allein im tiefen Wald, leicht bekleidete Mädchen und ziemlich viel Alkohol: Horrorfans haben ein solches Konzept sicherlich schon mehr als einmal gesehen. Mit solchen Stereotypen, von denen es auch in „Tonight she comes“ mehr als reichlich gibt, sind die Erwartungen an einen Überraschungs-Hit auf den ersten Blick erst einmal ziemlich gering. Zu viele minderqualitative B-Horrorfilme gibt es da, die auf einer solchen Story basierend lediglich ein bisschen Gemetzel aufbauen und inhaltlich keine echten Neuigkeiten erzählen. Trotzdem aber war „Tonight she comes“ ein ziemlicher Renner auf diversen Festivals. Vielleicht deshalb, weil der Horrorfilm doch so manches anders macht und mit diesen bewusst eingebauten Klischee-Stilmitteln bricht. Der Film von Matt Stuertz macht sich nämlich einen kleinen Spaß daraus, den Zuschauer in die Irre zu führen und seinen Erwartungen immer wieder zu widersprechen.

    Ein Film als Stilbruch
    Hier passiert nämlich trotz der typischen Stereotype meistens genau das Gegenteil dessen, was das Publikum eigentlich erwarten würde – und das geht in beide Richtungen: An der einen Stelle geschieht eine Attacke durch einen Mörder nicht, obwohl „Tonight she comes“ darauf hindeutende Spannung aufbaut. Ein anderes Mal kommt es dann doch zu einem Todesfall, wenn wir angesichts okkulter Beschwörungen eigentlich damit rechnen, auf übernatürliche Kräfte zu stoßen. Dazu paaren sich fast schon sarkastisch-humorvolle Darsteller, die sich insgesamt ziemlich seltsam benehmen und dadurch für erfrischende Überraschungen sorgen. Vor allem Adam Hartley als Pete, der als einziger hier nicht zum ersten Mal vor der Kamera steht, sorgt mit seinem teils affig-unvorhersehbaren Verhalten für so manchen „What the fuck“-Moment. Darin aber liegt durchaus eine Genialität von „Tonight she comes“: Mit diesen nonkonformistischen darstellerischen Leistungen wird dieser Horrorfilm irgendwie ungreifbar und völlig unvorhersehbar, was einen gewissen Reiz ausmacht.

    Spaß mit Blut
    Und obwohl „Tonight she comes“ in Deutschland nicht ungeschnitten erschienen ist (unsere Review bezieht sich auf die ungeschnittene österreichische BluRay von Illusions Unltd.), gehört der Streifen gar nichtmal zu den härtesten Horrorfilmen auf dem Markt. Hinsichtlich der Brutalität seiner Slasherszenen könnte man den Horrorfilm tatsächlich eher als vergleichbar soft und harmlos einstufen. Viel mehr ist es ein gewisser Ekelfaktor, der vermutlich den ein oder anderen Zuschauer anwidern könnte, der bei Genrefans aber durchaus auf Gegenliebe stoßen kann. So macht sich „Tonight she comes“ einen gewissen Spaß damit, mit verschiedenen Körperflüssigkeiten herumzuspielen. Blut aus den Pulsadern, Menstruationsblut, ein benutzes Tampon – ganz egal, einfach runter damit. Die Protagonisten matschen hier mit geradezu kindlichem Spaß im Blut herum, dass man sich nur schwer darauf einigen kann, ob das nun anwidern oder amüsieren soll. Und so manche explizite Nahaufnahme von den Geschlechtsteilen der Darsteller wird dann wohl auch der Grund sein, wieso es für die ungeschnittene Fassung eine Import-Version aus Österreich bedarf.

    Fazit:
    Fast ausschließlich mit Schauspielneulingen besetzt, gehört „Tonight she comes“ nicht zu den ganz großen Produktionen. Mit seinem regelmäßigen Bruch mit bekannten Stilmitteln und einer reizvollen Unvorhersehbarkeit gehört der Streifen jedoch trotzdem zu den sehenswerteren Horrorfilmen.

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