Tödliches Verlangen - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Tödliches Verlangen

    Tödliches Verlangen


    Land/Jahr:
    USA 2016
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Jonathan Baker
    Darsteller:
    Nicolas Cage
    Nicky Whelan
    Gina Gershon
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    106 Minuten
    Kaufstart:
    24. Januar 2018
    Label:
    New KSM

    Angela und Brian machen nach außen hin den Eindruck eines perfekten Traumpaares, das sich den großen amerikanischen Traum erfüllt hat. Schon seit Jahren leben sie in einem riesigen Eigenheim mit Pool und großem Garten. Dem traumhaften Familienglück steht also nichts im Wege. Lediglich das Kinderkriegen bereitet ihnen einige Probleme, weshalb sie schon einmal auf eine Leihmutterschaft zurückgriffen. Mit dem Wunsch, noch ein weiteres Baby zu kriegen, rückt dann auch gleich Katie auf den Plan, die durch eine weitere Leihmutterschaft dem Familienglück auf die Sprünge helfen soll. Und dabei scheint zunächst alles perfekt: Angela und Katie freunden sich an und teilen sogar das gemeinsame Haus. Das optimale Kindermädchen kommt also bereits inklusive. Doch noch ahnen sie gar nicht, dass Katie bereits beim ersten Mal die leibliche Mutter des Kindes war – und sich heimlich ihre Tochter zurückholen möchte…

    Kritik:
    Noch in den 90iger Jahren galt Nicolas Cage als einer der besten Schauspieler der damaligen Zeit und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen überschüttet. In den vergangenen Jahren allerdings hat er sich zu einem der vielen Darstellern entwickelt, die so ziemlich jede Rolle annehmen, die sie ergattern können – und hat dabei nicht ausschließlich gute Leistungen abgeliefert. Mit „Tödliches Verlangen“ kommt der nächste Versuch, an seine alten Qualitäten anzuknüpfen.

    Zurück zu alten Genres
    Der ein oder andere Fan würde vermutlich sagen, dass Nicolas Cage vor allem mit der Filmauswahl in letzter Zeit nicht allzu viel Glück hatte. Immerhin lagen ihm schon damals Dramen und Thriller ein wenig besser, als geradlinige und stupide Actionfilme. Der erste Lichtblick kommt dann schon recht früh: „Tödliches Verlangen“ verzichtet nämlich größtenteils auf Actionszenen und setzt eher auf intensive Charakterzeichnungen und zwischenmenschliche Spannungen. Er konzentriert sich ganz auf das Zusammenleben im Eigenheim und versucht lieber mit beklemmenden Psychosen zu punkten. Nicolas Cage selbst tritt dabei eher zurückhaltend in Erscheinung und das steht ihm überraschend gut: Einfach einmal keine Schusswaffe zu schwingen und stattdessen mit einfühlsamer Mimik den glaubwürdigen Familienvater zu spielen, ist für ihn schon ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu den B-Actionfilmen der letzten Jahre.

    Der unbekannte Star
    Der heimliche Star des Film ist aber tatsächlich nicht unbedingt der bekannte Nicolas Cage. Vor allem Nicky Whelan überzeugt schließlich in der Rolle der psychisch kranken Leihmutter, die wie eine tickende Zeitbombe den Spannungsbogen beständig nach oben navigiert. Ihr nämlich gelingt der Spagat zwischen liebevoller Mutter und versteckten Wahnvorstellungen perfekt. Über einen ziemlich langen Zeitraum gelingt es ihr in „Tödliches Verlangen“, sich keinerlei Probleme anmerken zu lassen und eine völlig gesunde, nahezu perfekte Hausfrau zu spielen. Mit der Frage, wann ihre Probleme wohl erstmals zum Vorschein kommen werden, sorgt sie für die notwendige Intensität beim Zusammenspiel zwischen Nicolas Cage, Gina Gershon und ihr. Dass der Thriller damit durchaus ein wenig vorhersehbar wird – schließlich erahnen wir ihre charakterliche Veränderung von Beginn an -, darüber lässt sich schnell hinweg sehen. Insgesamt machen ihre Leistungen nämlich einen genau passenden Eindruck.

    Gefühle einer Leihmutter
    Darüber hinaus spricht „Tödliches Verlangen“ zugleich aber auch ein brisantes, aber topaktuelles Thema an, welches gesellschaftlich noch immer umstritten ist. Der Thriller beschäftigt sich schließlich ausführlich mit der Frage danach, ob eine Leihmutter, die ein fremdes Kind in ihrem eigenen Körper austrägt, womöglich Muttergefühle entwickelt und eine Bindung zu dem ungeborenen Kind aufbaut. Die psychischen Auswirkungen dieses vertraglich vereinbarten Verlustes nach der Geburt fesseln als Kernthema bereits mehr als genug, um letztendlich gar keine großen Actionszenen mehr zu benötigen. Lässt man sich darauf ein, bekommt man ein spannendes Drama geboten, das durch und durch schlüssig erscheint, die ein oder andere Überraschung zu bieten hat und noch dazu erfrischend dialoglastig daher kommt.

    Fazit:
    Nicolas Cage liefert seit Jahren seine erste gelungene schauspielerische Leistung ab und punktet mit seiner ruhigen, mimisch hervorragend dargestellten Art. Das packende Thema und die hervorragende Nicky Whelan runden den Thriller über Leihmutterschaft zusätzlich ab, obwohl die Vorhersehbarkeit einiger Entwicklungen nicht zu übersehen ist.

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