The Witcher - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Witcher

    The Witcher


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    Henry Cavill
    Anya Chalotra
    Freya Allan
    Lars Mikkelsen
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    474 Minuten
    Kaufstart:
    Netflix:
    20. Dezember 2019
    Label:
    Netflix

    Die Welt ist in vier Königreiche der Menschen unterteilt, andere Rassen wie Elfen und Zwerge werden von diesen unterdrückt. Und selbst die Königreiche der Menschen verstehen sich untereinander nicht immer allzu gut. Das im Norden gelegene Cintra wird deshalb kurzerhand vom mächtigen Reich Nilfgaard aus dem Süden angegriffen und Prinzessin Cirilla ist fortan gezwungen, ihr Schicksal in der Wildnis des Kontinents selbst in die Hand zu nehmen. Unterdessen ahnt Hexer Geralt von Riva noch gar nicht, wie sein Schicksal mit dem Mädchen verbunden ist. Und als Einzelgänger, der als gefühlskalter Mutant von den Menschen ebenso ausgegrenzt wird, wie andere nichtmenschliche Spezies, hat er zunächst auch gar kein so großes Interesse daran, das herauszufinden. Als Söldner treibt er sich in der Welt umher, um im Auftrag der Menschen die verschiedensten Monster zu jagen und gerät dabei immer wieder in Konflikte. Doch er selbst soll es früher oder später sein, der in der Lage ist, die Zukunft dieser Welt zu formen…

    Kritik:
    Mit „Game of Thrones“ ist in diesem Jahr eine der beliebtesten und erfolgreichsten Fantasy-Serien aller Zeiten ausgelaufen. So mancher Sender und Anbieter ist deshalb auf der Suche nach dem langersehnten Nachfolger, der das Fantasy-Genre in eine neue Ära voran bringen soll. Die aus etlichen Kurzgeschichten und Romanen bestehende Geralt-Saga um den Hexer Geralt von Riva scheint dafür perfekt – zumal sich die Figur vor allem bei Videospielern bereits einer überaus großen Beliebheit erfreut.

    Buch statt Spiel als Vorlage
    Das ebenfalls auf den Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski basierende Videospiel „The Witcher 3“ gehört immerhin zu den beliebtesten und am besten verkauften Spiele des aktuellen Jahrzehnts. Rund 33 Millionen Exemplare gingen über die (zumeist digitale) Ladentheke und der ebenso polnische Publisher CD Project Red konnte durch dieses Spiel den Ruf als Publisher erlangen, der für hochqualitative Projekte bekannt ist. Bei Fans der Spiele allerdings gab es im Vorfeld einige Skepsis: Die gleichnamige Netflix-Serie sollte schließlich komplett auf den Büchern basieren und die Spiele dabei gänzlich ignorieren. Das bedarf schon einer gewissen Umgewöhnung: Vor allem optisch haben sich die Hauptfiguren verändert und mit der nicht mehr grauhaarigen Ciri dürften sich Fans vermutlich am schwersten tun. Und dennoch schafft es die Serie, dass wir uns schnell im „Witcher“-Universum zurecht finden.

    Ein echter Geralt von Riva
    Das liegt natürlich vor allem an Hauptdarsteller Henry Cavill, der hier einen hervorragenden Hexer Geralt abliefert und der es mit seiner Charakterdarstellung schafft, dass auch Fans der Videospiele ihn – einiger optischer Anpassungen zum Trotz – schnell wiedererkennen. Als wortkarger Einzelgänger, der von sozialen Interaktionen nicht allzu viel hält und dadurch geprägt wurde, wegen seiner Mutationen von den Menschen in jeder Hinsicht ausgegrenzt zu werden, wenn sie nicht gerade einen Monsterjäger benötigen, handelt es sich nämlich exakt um jenen Geralt von Riva, den wir in „The Witcher 3“ kennengelernt haben. Da ist auch schnell vergessen, dass die in den Spielen so obligatorische Narbe am linken Augen fehlt und Henry Cavill mit seiner kräftigen Körperbehaarung einen etwas raueren, männlicheren Eindruck macht, als die Figur aus den Spielen.

    Komplexe Nebengeschichten
    Und doch könnte man als Fan der Spiele durchaus einige Parallelen erkennen und uns an manchen Stellen an das Spieluniversum erinnert fühlen. Dafür sorgt vor allem die verworrene und etwas komplizierte Erzählweise, deren Zeitlinien nicht immer ganz ersichtlich sind. Durch eine gewisse Komplexität, bei der „The Witcher“ aber die Geschichten von Geralt, Ciri und Yennefer abwechselnd zugleich erzählt, macht die Serie nämlich genau das, wofür auch das jüngste Spiel bekannt war: Eine umfangreiche Story durch zahlreiche Nebengeschichten gestalten, die sich früher oder später zusammenfügen werden. Für Neueinsteiger mag das unterdessen den Einstieg erschweren, Gamer aber wissen sofort, um wen es sich bei Ciri und Yennefer handelt und steigen mit Leichtigkeit in die Geschichte ein. Das erste Zusammentreffen mit dem ebenfalls aus den Spielen bekannten Barden Rittersporn, mit dem Geralt diverse Nebenabenteuer erlebt, verstärkt dann zugleich dieses Feeling, das wir bereits aus den Spielen kennen und der Wohlfühleffekt ist perfekt.

    Die Vorgeschichte zu den Spielen
    Trotzdem sollte man nicht den Fehler machen, in der Serie eine Art von Fortsetzung zu erwarten. Zeitlich ist die Serie nämlich viel früher angesiedelt, als etwa „The Witcher 3“. Die drei wichtigsten Hauptfiguren Geralt, Ciri und Yennefer kennen sich – anders als in den Spielen – zu Beginn der Serie nämlich noch gar nicht. Das aber macht die Handlung auch für Kenner der Spiele durchaus interessant: „The Witcher“ erzählt so nämlich durchaus noch neue Geschichten und jene, die erst mit dem dritten Teil der Spiele-Reihe eingestiegen sind, erfahren hier reichlich neue spannende Hintergründe aus dem Witcher-Universum. Da klärt sich zugleich auch die Vorgeschichte von Yennefer von Vengerberg und ihr langer Weg zur anerkannten Magierin – viele Jahre, bevor sie ihre enge Bindung zu Ciri überhaupt aufbauen konnte. An ihre Optik muss man sich in den ersten Folgen sicherlich gewöhnen, später jedoch entpuppt sich Anya Chalotra als beste und vielleicht hübscheste Yennefer aller Zeiten.

    Action, Horror und Humor
    Dass auch hierbei die Besetzung optimal gewählt wurde, wird unterdessen bereits in der Mitte der ersten Staffel offensichtlich. Denn dann, wenn die ersten Figuren aufeinandertreffen, wird auch gleich deutlich klar, wie gut die hervorragend ausgewählten Darsteller allesamt zusammen passen. Das sorgt derweil für eine Fantasy-Serie, die in verschiedenen Bereichen brilliert: „The Witcher“ nämlich kann Action, Horror und Humor zugleich. Wenn Geralt sein Schwert schwingen lässt oder Yennefer mit Magie versucht, vermeintlich übermächtige Gegner abzuwehren, zieht die Serie nämlich prompt in ihren Bann. Mit dem zur Figur bestens passenden und mit den Spielen übereinstimmenden trockenen Humor des Hexers, der vor allem gegenüber Rittersporn immer einen passenden Spruch parat hat, holt man dann auch gleich die Gamer ab. Und wenn Geralt auf gruselige Monster stößt, kann „The Witcher“ auch mal überraschend düster werden. Düsterer, als die Gamer es womöglich gewohnt sein könnten.

    Patzer bei den Effekten
    Allerdings kommen an genau diesen Stellen auch die Schwächen der Serie zum Vorschein. Vor allem die CGI-Effekte und Masken sind derweil nämlich nicht immer gelungen. Während die Hauptfiguren allesamt optisch einen exzellenten Eindruck machen, hatten wir etwa bei der ersten Begegnung mit einem sogenannten „Teufel“ plötzlich das Gefühl, die Maske stamme noch aus dem letzten Jahrhundert. Ähnliches fällt dann durchaus auch bei der Darstellung der Elfen auf, die mit ihren spitzen Ohren doch eher an vergangene „Star Trek“-Zeiten erinnerten, denn an eine moderne Fantasyserie. „The Witcher“ stolpert hier und da immer mal wieder über die Darstellung seiner Monster und entlarvt dann auch bei diversen Szenen in der Wildnis, dass die Serie in ganz normalen Wäldern gedreht wurde, statt in einer richtigen Fantasy-Welt. Bedenkt man die ansonsten so zahlreichen Stärken lässt sich das verschmerzen, doch bleiben eben leider diese kleinen Momente, die uns plötzlich unsanft aus der Welt der Magie reißen.

    Fazit:
    Gamer dürfen aufatmen: Obwohl die Serie „The Witcher“ einige optische Abweichungen zu den Spielen vorzuweisen hat, gelingt es dank der hervorragenden Charakterdarstellung der drei Hauptdarsteller bestens, die beliebten und bekannten Figuren sofort wiederzuerkennen. Schnell kommt hier das Feeling auf, mit Geralt von Riva in eine seiner zahlreichen Nebenquests einzutauchen und die leicht verworrene Erzählweise erzeugt die notwendige Komplexität, die Fans des Hexers erwarten. Kommt dann noch der trockene, oftmals zynische Humor von Geralt hinzu, sind die letzten Zweifel beiseite geräumt.

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