The Witch - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Witch

    The Witch


    Land/Jahr:
    CDN / USA 2015
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Robert Eggers
    Darsteller:
    Anya Taylor-Joy
    Ralph Ineson
    Kate Dickie
    Harvey Scrimshaw
    Ellie Grainger
    Lucas Dawson
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    92 Minuten
    Kaufstart:
    29. September 2016
    Label:
    Universal Pictures

    Der gottesfürchtige Farmer William lebt gemeinsam mit seiner Frau Katherine und seinen fünf Kindern sehr abgeschieden an einem Wald. Dort konnte er dank seiner Ernte bisher stets gut überleben und seine gesamte Familie versorgen. Doch in letzter Zeit scheint die Familie vom Glück verlassen zu sein. Die Ernte ist über den gesamten Sommer ausgefallen und nun droht zum Winter hin eine Hungersnot in der siebenköpfigen Familie. Zu allem Überfluss wollen auch die Ziegen fortan keine Milch mehr geben und das jüngste Kind verschwindet plötzlich spurlos. Für William ist damit klar: Entweder möchte Gott sie für seine Sünden bestrafen oder eine böse Hexe lebt im direkt angrenzenden Wald und hat den Farmer verflucht. Dumm nur, dass die Schuldige schnell gefunden ist…

    Kritik:
    Im Jahre 1630 mag es in manchen Gegenden sicherlich noch üblich gewesen sein, dass die Menschen deutlich religiöser waren, als man es heutzutage gewohnt sind. Die Jagd nach Hexen, abergläubische Wahnvorstellungen und eine besondere Ehrfurcht Gottes bestimmten den Alltag der Familien. „The Witch“ entführt uns in eine solche Welt, die mit einem sehr kleinen Rahmen auskommt.

    Atmosphäre voller Mystik
    Dieser doch recht einfach gestrickte Horrorfilm kommt nämlich tatsächlich nur mit den nötigsten Darstellern aus. Bis auf die in der Hauptrolle vorkommende Familie treffen wir zwischendurch lediglich auf ein bis zwei weitere Darsteller, die den Alltag dieser Menschen kreuzen. Das betont auch die Einsamkeit der Familie, die sich regelrecht vor ihrer direkten Umgebung fürchtet. Direkt an einen düsteren, grauen Wald grenzend und von der Außenwelt geradezu abgeschnitten, ist besonderer Schutz für die Kinder offenbar besonders wichtig. Dabei entsteht eine sehr dichte düstere Atmosphäre, die stets voller Mystik und Symbolik gespickt ist. Der Gang in den Wald erinnert dabei optisch an so manche Märchenerzählung, während die herausragende Kulisse in dem Wildnis-Setting wirkt, wie aus einem Gemälde. Optisch und atmosphärisch kann man an „The Witch“ also sicherlich nichts aussetzen.

    Religion der Angst
    Besonders beklemmend ist dabei das Verhalten der Eltern, welches ausgesprochen gut zur düsteren Einsamkeit in der kleinen Farmershütte passt. Denn wenn der Vater William seinem religiösen Wahn verfallen ist, sind die Kinder ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt diesem vollkommen hilflos ausgeliefert. Gebete sind bei all der Gottesfürchtigkeit, der extremen Indoktrination und dem ständigen Einreden von Sünde nur das geringste Übel, dem die Kinder ausgesetzt werden. Es gelingt „The Witch“ dabei tatsächlich eine Konstellation aus Protagonisten zu schaffen, bei der wir keinen einzigen Sympathieträger vorfinden können. Die Mischung aus radikal religiösen Irren und daraus resultierenden verstörten Kindern ist wahrlich eher angsteinflößend und einschüchternd, als tatsächlich unterhaltsam. Problematisch daran ist lediglich, dass das doch etwas ausufernde Geschwurbel über Religion doch für manchen Zuschauer schnell zur Gedulds- und Zerreißprobe werden kann. Immerhin schafft es der Horrorfilm in nahezu keinem einzigen Dialog, Worte ohne religiösen Zusammenhang zu wählen. Damit ist schnell klar: Solche Eltern möchte man ganz sicher nicht.

    Keine große Innovation
    Angesichts dieser gelungenen Umsetzung von Atmosphäre, Darsteller und beklemmendem Setting könnte man beinahe annehmen, dass es sich bei „The Witch“ um einen großen Fang in diesem Genre handeln mag. Dem ist allerdings nur auf den ersten Blick so. Schaut man allerdings etwas genauer hin, stellt man schnell fest, dass sich der Streifen dann doch sehr viel bei den klassischen mystischen Horrorfilmen abschaut, die es damals schon unter anderem mit der „Salem“-Reihe gab. Das ist schade, denn herausragendes Potential wäre doch vorhanden gewesen. So bleibt es am Ende doch dünner, als zunächst erhofft. Insbesondere das Ende des Films kommt dann schon bald vorhersehbarer, als es einem lieb gewesen wäre. Schade ist angesichts der Darstellung von Hauptdarsteller Ralph Ineson, dass man überhaupt in die mystische Ecke hat abdriften wollen, statt einfach den Druck, die Angst und die Gewalt unter der Herrschaft des radikalen Christentums darzustellen. Das allein wäre immerhin dramatisch genug gewesen und hätte womöglich selbst „Das weiße Band“ fast ein wenig Konkurrenz machen können. Aber nur fast.

    Fazit:
    In seinem religiösen Wahn überzeugt Hauptdarsteller Ralph Ineson als hervorragender Schauspieler und erzeugt eine beklemmende Atmosphäre inmitten eines düsteren Settings. Das wenig innovative Abdriften in mystischen Horror schadet dem Film aber schlussendlich durch seine Vorhersehbarkeit zu sehr.

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