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The Warriors Gate


The Warriors Gate

Land/Jahr:
F 2016
Genre:
Fantasy / Action
Regie:
Matthias Hoene
Darsteller:
Uriah Shelton
Mark Chao
Sienna Guillory
Ni Ni
Dave Bautista
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
105 Minuten
Kaufstart:
29. September 2017
Label:
Universum Film



Der junge Jack ist ein ganz normaler, aber etwas zurückhaltender Jugendlicher, der sich am liebsten mit den Rollenspielen auf seinem heimischen Rechner beschäftigt. Das hat schließlich auch seine Gründe, denn in der Realität gehört er eher zu den Außenseitern und wird regelmäßig von seinen Mitschülern gehänselt. Einzig ein chinesischer Händler, bei dem er regelmäßig im Laden aushilft, steht ihm zur Seite und versucht seit geraumer Zeit sein Selbstwertgefühl zu steigern. Und als er ihm dann auch noch eine mysteriöse Kiste als Geschenk mit nach Hause gibt, scheint ihm das vielleicht sogar zu gelingen. In der nächsten Nacht wird eines seiner Rollenspiele schließlich zur Realität und eine hübsche chinesische Prinzessin steht prompt in seinem Kinderzimmer. Von nun an ist es seine Aufgabe, das junge Mädchen vor den kriegerischen Feinden zu beschützen und seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Doch dafür muss er schon bald selbst mit seinem echten Körper in die Welt der Rollenspiele eindringen…

Kritik:
Einmal selbst der starke Krieger in einem spannenden Fantasy-Rollenspiel sein und es mit jedem noch so starken Gegner aufnehmen können? Davon träumt vermutlich so mancher Nerd, der die Nachmittage an seinem heimischen Rechner verbringt. Für den jungen Jack wird das allerdings nun zur Realität.

Das unendliche Rollenspiel
Dabei wird den meisten Zuschauern allerdings schon in den ersten Minuten durchaus auffallen: Die Grundgeschichte hinter „The Warriors Gate“ kommt einem doch ziemlich bekannt vor. Ein junger Nerd, der von seinen Mitschülern schikaniert wird und sich in Fantasiewelten flüchtet, die er in einem nahegelegenen Laden vorfindet. Das dürfte dem echten Fantasy-Fan wohl aus „Die unendliche Geschichte“ verdächtig bekannt vorkommen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass Jack sich anders als einst Bastian nicht in die fiktiven Welten der phantastischen Literatur zurückzieht, sondern im modernen Gewand das heutige Rollenspiel am Computer vorzieht. Und eines sollte dabei wohl klar sein: „The Warrior’s Gate“ bedient sich noch in anderen Momenten bei bereits bekannten Streifen und Filmklischees.

Die unbekannte Welt
In zweierlei Hinsicht konstruiert der Streifen nämlich einmal mehr ein Stilmittel, das bereits in der Vergangenheit gut funktioniert hat und für reichlich Unterhaltung sorgte: Das Eindringen in eine fremde, völlig unbekannte Welt, die die Protagonisten schnell überfordern dürfte. Einerseits schickt „The Warriors Gate“ nämlich zu Beginn des Films einige der Rollenspielfiguren in die reale Welt, wo sie sich merklich seltsam aufführen und mit den Umgangsformen der realen Bevölkerung offenbar noch nicht so recht umgehen können. Andererseits folgt gleich darauf aber auch der richtige Fantasypart, wenn Jack durch eine Kiste in die fiktive Welt eindringt und als vermeintlicher Looser plötzlich gegen zahlreiche Feinde kämpfen muss und die typischen Umgangsformen eines Rollenspiels plötzlich auch dort anwenden soll. Letztendlich dürften aber beide Abläufe bereits aus vergleichbaren Filmen bekannt sein.

Erwachsenwerden ist schwer
Und auch bei der eigentlichen Rahmenhandlung, die sich rund um die Fantasygeschichte bildet, kann es sich „The Warriors Gate“ leider nicht nehmen lassen, auch hier von typischen Hollywoodstreifen abzukupfern. Denn auch wenn es augenscheinlich um ein spannendes Abenteuer gehen mag, so handelt es sich bei diesem Film schließlich doch in erster Linie um ein typisches Coming-of-Age-Drama, in dem einmal mehr die Hauptfigur lernen soll, Ängste zu überwinden und mit den Problemen in der realen Welt besser umgehen zu können. Der klassische Film über das Erwachsenwerden eines jungen Schülers, der endlich mit Mut seinen Feinden gegenüber steht, den Weg zur Selbstständigkeit findet und sein wahres Ich kennenlernen soll.

Looser mit Sixpack
Und grundsätzlich muss man sagen: Diese altbewährten Stilmittel der Filmindustrie funktionieren auch heute grundsätzlich noch hervorragend, wenn es um relativ einfaches Popcorn-Kino mit einer netten kleinen Fantasystory gehen mag. Hinsichtlich der Besetzung hat „The Warriors Gate“ – anders als einst „Die unendliche Geschichte“ – aber womöglich die falsche Entscheidung getroffen. Nicht etwa, weil Uriah Shelton keine guten schauspielerischen Leistungen abliefern könnte, sondern viel mehr, weil wir ihm die Rolle des Außenseiters und Loosers, der stets hinter dem Rechner sitzt, irgendwie nicht abkaufen können. Und das liegt dann doch mehr an seiner Optik, als an seinem Verhalten, denn einen Nerd mit Sixpack kann uns auch „The Warrior’s Gate“ leider nicht glaubhaft vermitteln. Unterm Strich bleibt also ein Film, der zwar inszenatorisch einwandfrei funktioniert, jedoch inhaltlich enttäuschend innovationslos bleibt.

Fazit:
Die unendliche Geschichte im modernen Gewand: „The Warriors Gate“ tauscht Bücher gegen Videospiele aus und schickt uns in ein spannendes Fantasyabenteuer, das inszenatorisch gut funktioniert, jedoch vieles bei Klassikern abschaut.

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