The Foreigner - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Foreigner

    The Foreigner


    Land/Jahr:
    GB 2017
    Genre:
    Action
    Regie:
    Martin Campbell
    Darsteller:
    Jackie Chan
    Pierce Brosnan
    Katie Leung
    Rory Fleck Byrne
    Ray Fearon
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    113 Minuten
    Kaufstart:
    23. Februar 2018
    Label:
    Universum Film

    Eigentlich hatte sich Fan, die Tochter des Geschäftsmanns Quan, auf ihren langersehnten Abschlussball gefreut. Doch dazu sollte es nie kommen, als sie plötzlich Opfer eines Bombenanschlags mitten in London wurde und vor den Augen ihres Vaters ums Leben kam. Eine abtrünnige Gruppe der IRA hat sich bereits kurz danach für das Attentat bekannt und droht, weitere Bomben in der britischen Hauptstadt hochgehen zu lassen. Für Quan, der bereits zwei weitere Töchter bei der Flucht aus seiner Heimat verloren hat, steht derweil längst fest: Diesen Mord kann er nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Um die Täter ausfindig zu machen, erbittet er nicht nur Hilfe bei den Behörden, sondern auch beim ehemaligen IRA-Mann Liam Hennessy, der inzwischen seit Jahrzehnten für die britische Regierung arbeitet. Doch als die erhoffte Hilfe ausbleibt, versucht Quan das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen – und setzt Hennessy dabei gewaltig unter Druck…

    Kritik:
    Jackie Chan und Ex-James Bond Pierce Brosnan gemeinsam auf einem Filmcover zu sehen, ist schon eine Besonderheit, die vermutlich niemand jemals erwartet hätte. Beide mittlerweile zu den alten Hasen des Actiongenres gehörend, möchten sie mit „The Foreigner“ aber noch einmal zeigen, zu welchen Leistungen sie in der Lage sind.

    Mit Terror gegen Terror
    Die Rollenverteilung dürfte dabei zunächst nicht sonderlich überraschen, hat Jackie Chan schließlich eines Tages geschworen, niemals die Rolle eines Bösewichts zu übernehmen. In jedem seiner Filme – und davon ist er bisher noch kein einziges Mal abgewichen – möchte er ausschließlich den Guten darstellen, der für die richtigen Ziele kämpft. Doch auch die Wünsche eines Jackie Chans sind wohl durchaus ein wenig dehnbar und der Begriff des „Guten“ mitunter auch Auslegungssache. Den Übergang zwischen dem Kampf für Gerechtigkeit und Terrorismus könnte man in „The Foreigner“ wohl problemlos als schwammig bezeichnen. Chan spielt dabei nämlich ausnahmsweise einen rachsüchtigen Selbstjustizler, dessen manchmal gewalttätige Methoden vermutlich die Grenze des „Richtigen“ weit überschreiten.

    Spannendes Bedrohungsszenario
    Genau das steht dem Film aber auch sehr gut, denn „The Foreigner“ kann mit seinen geschickt eingesetzten Druckmitteln den Spannungsbogen ziemlich weit oben halten. Der Thriller kommt dabei nicht nur überaus schnell zur Sache, sondern versteht es ganz genau, Zurückhaltung und Action im genau richtigen Moment einzusetzen. Das ständige Bedrohungsszenario zwischen Jackie Chan und Pierce Brosnan sorgt schließlich für den nötigen Nervenkitzel, stets mit dem nächsten Anschlag auch von Seiten des Rächers aus rechnend. Trotz allem aber sind die Zeiten der Martial Arts wohl auch für einen Jackie Chan längst vorbei, wenngleich er sich für sein Alter von mittlerweile 63 Jahren überraschend flink präsentiert. Den ein oder anderen Nahkampf lässt er sich also trotzdem nicht nehmen, an die Fähigkeiten früherer Zeiten kommt der chinesische Superstar dabei allerdings bei weitem nicht mehr heran.

    Der unterschätze Opa
    Umso besser kann Chan nun allerdings unter Beweis stellen, welche schauspielerischen Fähigkeiten auch neben der Action durchaus in ihm stecken. Die Rolle des scheinbar hilflosen alten Mannes, dessen Fähigkeiten man auf keinen Fall unterschätzen sollte, steht ihm jedenfalls wie angegossen. In „The Foreigner“ meistert er schnell den Spagat zwischen gutmütigem Knuddel-Großvater und tickender Zeitbombe, die vor lauter psychischer Verzweiflung selbst vor den schlimmsten Taten möglicherweise nicht zurückschreckt. Und wenn er da mal eben gelassen und völlig unbeeindruckt in das Büro eines mächtigen Mannes spaziert, kurz bevor er dessen Toilette zur Explosion bringt, steht ihm dabei sogar eine gewisse Coolness ins Gesicht geschrieben, die wir sonst eigentlich eher Bruce Willis zutrauen würden. Da schaut dann auch ein Pierce Brosnan, der ebenfalls solide, aber hinsichtlich der Action eher zurückhaltende Leistungen abliefert, gelegentlich ebenso überrascht drein, wie der Zuschauer vor dem heimischen Bildschirm.

    Fazit:
    Mit einem durchgängig aufrechterhaltenen Bedrohungsszenario, einem überraschend coolen Jackie Chan und einer packenden Verschwörungsstory über die IRA entpuppt sich „The Foreigner“ als echter Action-Geheimtipp.

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