The Call Up - Kritik – Virtual DVD Magazine
  • Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    The Call Up

    The Call Up


    Land/Jahr:
    GB 2016
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Charles Barker
    Darsteller:
    Morfydd Clark
    Max Deacon
    Ali Cook
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    90 Minuten
    Kaufstart:
    8. Juni 2018
    Label:
    Studio Hamburg

    Für den Beta-Test einer brandneuen Virtual-Reality-Militärsimulation werden acht erfolgreiche Spieler eingeladen, die in einem Hochhauskomplex exklusives Spielmaterial ausprobieren dürfen. Da für den Gewinner am Ende ein Preisgeld von satten 100.000 Dollar winkt, überlegen die gar nicht erst lange und sagen ihre Teilnahme voller Vorfreude zu. Noch ahnen sie allerdings gar nicht, dass es sich bei diesem Spiel um eine ganz besondere Simulation handeln soll. Ohne jeglichen Kontakt zu menschlichen Mitarbeitern des Unternehmens, setzen sie nicht nur ein VR-Headset auf, sondern schlüpfen auch gleich in einen Ganzkörperanzug, der das Spielerlebnis noch realistischer machen soll. Denn dieses Mal sind Treffer nicht nur virtuell, der Spieler wird sie spüren – und nach der Verriegelung der Türen gibt es kein Entkommen mehr aus der Simulation. Als die dann auch noch merken, dass sie bei diesem Spiel sogar drauf gehen können, beginnt schon bald ein Kampf um Leben und Tod, bei dem die Medipacks stark begrenzt sind…

    Kritik:
    „Vier von fünf Killerspiele-Spielern zu fett für Amoklauf“ titelte erst vor einigen Jahren das Satire-Magazin Postillon. Nicht verwunderlich: Das Klicken mit der Maus ist eben doch was anderes, als das Abfeuern einer echten Waffe. Da kann es eigentlich nur ein spannendes Experiment sein, Ego Shooter-Spieler tatsächlich einmal in einen echten Kampf zu schicken.

    Der reale Ego-Shooter
    Der eher unbekannte Science-Fiction-Streifen „The Call Up“ macht letztendlich genau das: Er lässt die Protagonisten seines Films in eine virtuelle Umgebung schlüpfen und dabei gegen vermeintliche Terroristen antreten. Ein bisschen wie bei Counter Strike – mit dem Unterschied, dass der gefühlsechte Ganzkörperanzug jeden Schuss und jede Verletzung spürbar macht. Und das so realistisch, dass so mancher Spieler vor Schmerzen nicht nur in die Knie geht, sondern auch ziemlich schnell drauf gehen kann. Eigentlich der perfekte Streifen, um kriegsbegeisterte Gamer ein wenig die Realität vor Augen zu führen. Wäre da nicht das Problem mit der Glaubwürdigkeit für jeden, der schon einmal ein VR-Headset getragen hat. Die hier dargestellte realitätsnahe Immersion ist schließlich dermaßen weit von einem echten VR-Spielerlebnis entfernt, dass wir dem Streifen seine hanebüchene Story nicht so recht abkaufen können. Allein durch einen Anzug eine Schusswunde wie in der Realität erlebbar zu machen, scheint dann doch etwas zu weit hergeholt.

    Willkommen auf dem Holodeck
    Dabei ist die Idee spätestens seit der Entstehung sogenannter „Holocafes“ gar nicht einmal so abwegig: Auch in der Realität wurden von Startup-Unternehmen reale Räume so hergerichtet, dass die Spieler nicht einfach mit ihrem VR-Headset auf einem Stuhl sitzen müssen, sondern auch glaubwürdig in der virtuellen Umgebung herumlaufen können. Ganzkörperanzüge gibt es dabei zwar noch nicht, trotzdem kann man sich da schnell wie in einem Holodeck auf Raumschiff Enterprise fühlen. Insofern bedient sich „The Call Up“ also immerhin zum Teil den realen Möglichkeiten, auch wenn der Streifen mit einem kompletten zu diesem Zweck hergerichteten Hochhaus ein wenig übertreiben mag. Sicherlich hätte es dem Sci-Fi-Streifen gut getan, sich mehr an den realen Möglichkeiten zu orientieren, statt gleich so dick aufzutragen. Der Glaubwürdigkeit tut man damit keinen Gefallen.

    Nicht ganz so dicke Klischeecharaktere
    Umso mehr schade ist dann, dass man bei der Wahl der Protagonisten gleich zwei Klischees durcheinander mischt: Einerseits die typischen Gamer, die ohne soziale Kompetenzen eher unbeholfen wirken und – wie sollte es sein – mit einem sichtbaren Übergewicht ausgestattet sind. Auf der anderen Seite dann aber auch noch typische Klischee-Militäranführer-Typen, wie sie mit ihrer draufgängerischen Art sonst eher in klassischen B-Actionfilmen vorkommen. Auch wenn der ein oder andere Charakter sicher sympathisch erscheinen mag, hätte man sich vielleicht doch lieber mal auf einer Videospielmesse umsehen sollen, wie echte Nerds und Gamer wirklich aussehen. Mit den typischen realen Gamern haben die hier zu sehenden Charaktere nur wenig gemein. Umso schlimmer dann, wenn sich „The Call Up“ bei seinen Wendungen auch noch an fast schon standardisierten Kammerspiel-Mustern orientiert. Der Überraschungseffekt bleibt damit also ebenfalls aus.

    Ein Gespür für Action
    Was bleibt ist unter dem Strich ein geradliniger und solider Actionstreifen, der doch eher mit seinen Schießereien punktet, als mit seiner vermeintlichen Sci-Fi-Story. Das nämlich kann „The Call Up“ durchaus gut: Wenn wir komplett in die virtuelle Umgebung eintauchen dürfen und ein Soldatenteam sehen, das sich gemeinsam durch verschiedene Level schlagen muss, sich spannende Feuergefechte liefert und durch Verletzungen und brenzlige Situationen für Dramaturgie sorgt, hat der ansonsten eher durchschnittliche Streifen durchaus seinen Unterhaltungswert. Für Fans eher einfach gestrickter Action kann „The Call Up“ also immerhin sehenswert sein, schließlich überzeugen auch die Darsteller vorwiegend an dieser Stelle. Von dem erhofften Sci-Fi-Kracher ist man aber leider doch weit entfernt.

    Fazit:
    Ein realer Ego-Shooter: „The Call Up“ versetzt Spieler in eine virtuelle Umgebung, in der sie nicht nur schmerzen fühlen, sondern auch sterben können. Leider punktet der vermeintliche Science-Fiction-Streifen dabei weder mit Realismus, noch mit überzeugenden Charakteren, sondern fast ausschließlich mit der Action.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..