Stephen King’s Big Driver - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Stephen King’s Big Driver

    Stephen King’s Big Driver


    Land/Jahr:
    USA 2014
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Mikael Salomon
    Darsteller:
    Maria Bello
    Olympia Dukakis
    Ann Dowd
    Will Harris
    Joan Jett
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    87 Minuten
    Kaufstart:
    28. Juli 2017
    Label:
    Concorde

    Tess Thorne ist eine mehr oder weniger erfolgreiche Autorin, die sich überwiegend ihren Kriminalromanen über blutrünstige Morde widmet. Ihre Ideen erhält sich dabei meist von imaginären Personen. Ob ihre verstorbene Mutter, eine Gruppe strickender alter Damen oder das eigenmächtig denkende Navigationsgerät in ihrem Auto – Tess sieht um sich herum im wahrsten Sinne rund um die Uhr Gespenster. Dumm nur, dass der Vergewaltiger, dem sie an diesem Abend auf einer verlassenen Straße ohne Handyempfang begegnet, leider nicht so imaginär ist, wie ihre üblichen „Lebensberater“. Voller schmerzender Qualen gelingt es ihr gerade noch einmal mit dem Leben davon zu kommen und sich nach Hause zu schleppen. Doch wie das mit psychisch kranken Personen so ist, hat Tess gänzlich andere Konsequenzen im Sinn, als die Polizei oder einen Arzt zu verständigen. Nicht zuletzt, weil ihre imaginären Freunde sie dazu ermutigen…

    Kritik:
    Die Orientierung an klassischen Genre-Klischees ist bekanntermaßen auch für Stephen King keine allzu große Besonderheit. Eines allerdings macht er grundsätzlich anders: Seine Geschichten müssen nebenher auch einen mysteriösen Touch haben, statt auf Gewalt zum Selbstzweck zu setzen. Auf dieser Basis versucht „Big Driver“ nun das Rape & Revenge-Genre ein wenig zu erweitern.

    Klassisches Horrorfilmklischee
    Doch wenn man in den vergangenen Jahren mehr als nur ein paar Horrorfilme verfolgt hat, wird man ein gewisses Erzählmuster vermutlich schnell wiedererkennen: Eine Verirrung im Wald, ganz ohne Handyempfang, bei der man kurz darauf auf einen Mörder und Vergewaltiger stößt, hat man schließlich schon in mehr als nur einem Horrorfilm gesehen. Meistens handelt es sich dabei um durchgeknallte Jugendliche, die irgendeinem Hinterwäldler anschließend nicht mehr entkommen. Dieses Mal ist es eben eine einzelne psychisch kranke Frau, die sich ebenso verirrt und sich kurz darauf schrecklichen Qualen ausgesetzt sieht. Das Genreklischee scheint schnell perfekt und im ersten Drittel langweilt „Big Driver“ zunächst damit dem Publikum vorzutäuschen, einmal mehr eine typische 08/15-Story abzuliefern. Aber es wäre wohl keine Stephen King-Verfilmung, wenn es dabei bleiben würde.

    Rape & Revenge mit psychologischem Tiefgang
    „Big Driver“ verzichtet nämlich gänzlich darauf, diese einfache Handlung für einen kompletten Film zu verwenden. Stattdessen ist die vermeintliche Horrorgeschichte um irgendeinen Redneck nach nur dreißig Minuten genauso schnell vorbei, wie sie angefangen hat. Doch die imaginären Kommentare ihres Navigationsgerätes, die eingebildeten Rentnerinnen im Fenster und ihre verstorbene Mutter auf dem Rücksitz deuteten bereits an, wieso der auf Stephen Kings Roman basierende Streifen ein bisschen anders verläuft, als die meisten Filme dieses Genres. „Big Driver“ kombiniert die Horrorgeschichte nämlich kurzerhand mit einem Psychothriller und lässt völlig offen, welche Teile der Handlung wohl letztendlich nur dem Kopf der Hauptprotagonistin entsprungen sind. Denn jemand, der mit Verstorbenen spricht und die Sprachausgabe des Navigationsgerätes für eine reale Person hält, bei dem ist wohl nie so ganz klar, wie er wirklich auf diese einsame verlassene Straße gekommen ist und was die eigene Psyche damit womöglich zu schaffen hat. Damit ist „Big Driver“ zugleich auch nicht ganz so vorhersehbar, wie anfangs erwartet.

    Hektik und Verzweiflung
    Noch dazu darf man sich derweil auf einige wirklich starke Szenen freuen, die vor allem durch ein perfektes Zusammenspiel aus Licht und Effekten zustande kommen. Regisseur Mikael Salomon versteht es bestens, das nebelige Herbstwetter seiner Kulisse auszunutzen und vor allem jene Szenen an abgelegenen Orten hervorragend in Szene zu setzen. Und doch gelingt es „Big Driver“ zugleich nicht, jeden Zuschauer zu überzeugen. Das liegt natürlich einerseits daran, dass sich der Streifen mit seiner anfänglichen „verirrten Frau im Wald“-Story wirklich keinen Gefallen getan hat, aber andererseits auch an einer Maria Bello, die einfach eine gewisse Zeit braucht, um mit ihrer Rolle warm zu werden. Viel zu hektisch und aufbrausend tritt sie in Erscheinung, bevor es zu den ersten Actionszenen kommt, sodass der ein oder andere Zuschauer womöglich gar genervt von ihrer Rolle ist. Das ändert sich in der zweiten Hälfte dann gewaltig, wenn sie förmlich in ihre Rolle der psychisch kranken Irren hineinwächst und allmählich richtig gefordert wird. Genrefans sollten also zumindest in Betracht ziehen, „Big Driver“ eine Chance zu geben und nicht vorschnell wieder abzuschalten.

    Fazit:
    Die Verfilmung der gleichnamigen Stephen King-Novelle entpuppt sich als klassischer Rape & Revenge-Thriller, der seine Handlung vor allem durch psychologischen Tiefgang aufwertet. Dabei erreicht er aber zu keinem Zeitpunkt die Intensität eines „I spit on your grave“ und legt zudem einen holprigen Start hin.

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