Star Wars: Die letzten Jedi - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Star Wars: Die letzten Jedi

    Star Wars: Die letzten Jedi


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Rian Johnson
    Darsteller:
    Daisy Ridley
    John Boyega
    Oscar Isaac
    Adam Driver
    Mark Hamill
    Carrie Fisher
    Andy Serkis
    Benicio del Toro
    Anthony Daniels
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    152 Minuten
    Kaufstart:
    26. April 2018
    Label:
    Walt Disney Studios
    Home Entertainment

    Die Neue Ordnung hat die Vorherrschaft im Universum erlangt und für den Widerstand sind schwierige Zeiten angebrochen. Nur noch eine kleine Gruppe von Rebellen setzt sich erbittert gegen die Tyrannei von Oberanführer Snoke zur Wehr, doch die Lage scheint völlig hoffnungslos. Es scheint, als könne nur noch der legendäre Jedi Meister Luke Skywalker das Universum vor der dunklen Seite bewahren und das Gleichgewicht der Macht wiederherstellen. Doch während Rey verzweifelt versucht, ihn für die Rebellion zurück zu gewinnen, hat der sich längst an einen einsamen Ort zurückgezogen und denkt gar nicht einmal daran, irgendjemanden zum Jedi Ritter auszubilden. Denn noch heute sitzt die Wunde seines einstigen Scheiterns zu tief, um der Macht noch einmal zu vertrauen. Dumm nur, dass die große Schlacht gegen die Neue Ordnung unausweichlich bevor steht…

    Kritik:
    Seit der Übernahme von Lucas Arts durch Disney ist die spannende Saga um „Krieg der Sterne“ zu einem großen Cinematic Universe herangewachsen, das mittlerweile fast im Halbjahrestakt einen neuen Kinofilm auf die Leinwand bringt. Doch während so mancher Fan eine Verringerung der Qualität befürchtete, entpuppt sich jeder einzelne Streifen als Epos mit langer Spieldauer. So natürlich auch das neueste Abenteuer „Die letzten Jedi“.

    Rückkehr der Religion
    Dieses ignoriert unterdessen übrigens das Spinoff „Rogue One“ aus dem Vorjahr komplett und setzt nahtlos an seinen Vorgänger „Das Erwachen der Macht“ an. Wer nach der Schlussszene mit Luke Skywalker nun gehofft hat, dass dieser nun ein wenig mehr Screentime erhält, darf sich bei „Star Wars: Die letzten Jedi“ auf jeden Fall freuen. Skywalker nimmt neben Rey eine zentrale Rolle im neuesten Star Wars-Film ein und darf dabei vor allem mit Situationskomik und witzigen Kommentaren punkten, während er der erneuten Rekrutierung zu widerstehen versucht. Schade allerdings ist dabei seine nicht immer positive Darstellung, denn erstmals wird die Macht der Jedi von einer besonders religiösen Seite gezeigt, die das Publikum bisher nicht gewohnt war – und die Skywalker mitunter zu einem seltsamen Kauz werden lässt, der in einer Art religiösen Wahn verfallen ist. Da ergibt dann sogar die Symbolik von Kylo Rens kruzifixartigem Lichtschwert plötzlich ziemlich viel Sinn.

    Eine esoterische Verbindung
    Dass „Die letzten Jedi“ natürlich auch den Kernkonflikt zwischen Kylo Ren und Rey einmal mehr fortsetzt, dürfte wenig überraschen. Der religiös-esoterische Touch der „Macht“ lädt schließlich geradezu dazu ein, den Konflikt sogar dann anzuheizen, wenn die betroffenen Protagonisten sich keineswegs gegenüber stehen. Das führt mitunter aber zu dem Problem, dass dieser ungewöhnliche Beziehungskonflikt zwischen diesen beiden Figuren etwas zu viel Zeit einnimmt und „Die letzten Jedi“ ein wenig künstlich aufbläst. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die übertriebene Theatralik seitens Kylo Ren manchmal gar unfreiwillig komisch in Erscheinung tritt. Manchmal, so könnte man meinen, ist weniger eben doch mehr. Zumal der Streifen gelegentlich auch ein Problem mit der Vorhersehbarkeit hat, wenn die vermeintliche Jedi-Schülerin – fast schon klischeehaft – an die Bekehrbarkeit der dunklen Seite glaubt. Ein bisschen bekannt mag eine solche Situation schließlich bereits aus den klassischen Filmen vorkommen und auch das “Star Wars”-Franchise tut sich keinen Gefallen damit, altbekannte Muster ständig zu wiederholen.

    Das Abenteuer der Freiheitskämpfer
    Viel spannender ist da schon eher der Auftritt des übergelaufenen Stormtrooper Finn, den wir bereits aus „Das Erwachen der Macht“ kennen und seiner neuen Begleiterin Rose. Diese beiden sorgen unterdessen dafür, dass auch „Die letzten Jedi“ immer noch interessante Abenteuer an verschiedenen Orten im Universum zu bieten hat und uns einen Einblick in das Leben auf fremden Planeten bietet. Das ist natürlich auch erfrischend, wenn etwa die meisten anderen Konflikte über fast die gesamte Laufzeit an nur einem einzigen Ort ausgetragen werden und damit kaum Tiefgang zu bieten haben. Bedenkt man, welche Ansätze „Rogue One“ durch den Einblick in fremde Kulturen zu bieten hatte, ist es beinahe schade, bei „Die letzten Jedi“ erneut auf Oberflächlichkeit zu setzen, statt endlich näher auf die Spezies des Universums einzugehen. Aber immerhin: Bei der Suche nach einem Codeknacker kommt tatsächlich noch einmal echtes klassisches Star Wars-Feeling auf, sodass der Unterhaltungswert unter dem Strich zumindest funktioniert.

    Effektspektakel mit Niedlichkeitsfaktor
    Den meisten Fans des Franchises ist ohnehin klar, worauf sie sich bei den meisten „Star Wars“-Filmen einlassen: Reines Popcorn-Kino mit beeindruckenden Effekten und reichlich Action war die kultige Science-Fiction-Reihe schließlich schon immer. Und davon hat auch „Die letzten Jedi“ mehr als genug zu bieten, denn von spannenden Raumschlachten und Lichtschwert-Nahkämpfen bekommen wir mehr als nur eine Szene geboten. Optisch und akustisch also macht auch der neueste Star Wars-Streifen Spaß. Und eines muss man den Machern in jedem Fall lassen: Ihnen ist es auch dieses Mal wieder gelungen, ein erstklassiges Creature Design umzusetzen und damit interessante neue Spezies einzuführen. Dabei setzt man einmal mehr auf einen Niedlichkeitsfaktor, wenn man etwa glitzernde Füchse oder kleine süße Alien-Pinguine umsetzt – die aber zusätzlich auch etwas zu aufgesetzte Tierschutzthematik auf die Agenda setzen. Damit orientiert sich „Die letzten Jedi“ nämlich eher am allgemeinen Zeitgeist, kann aber an die Qualitäten von „Rogue One“ auch in diesem Punkt leider nicht mehr anknüpfen.

    Fazit:
    Die Fans des Franchises bekommen einmal mehr geboten, was sie erwarten: Ein spektakuläres Effektfeuerwerk mit süßen Kreaturen und reichlich Action. Doch neben der religiös anmutenden Handlung und einem etwas zu ausschweifenden Kernkonflikt, fehlt dem neuesten Star Wars-Abenteuer leider der Tiefgang, um an die Qualitäten von „Rogue One“ anzuknüpfen. Was übrig bleibt ist einfaches, aber durchaus unterhaltsames Popcorn-Kino.

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