Spring Breakers - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Spring Breakers

    Spring Breakers


    Land/Jahr:
    USA 2012
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Harmony Korine
    Darsteller:
    Vanessa Hudgens
    Selena Gomez
    Rachel Korine
    Ashley Benson
    James Franco
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    94 Minuten
    Kaufstart:
    30. August 2013
    Label:
    Universum Film


    Die jungen College-Studentinnen Britt, Candy, Cotty und Faith sind bereits seit ihrer Kindheit die engsten Freunde. Doch der schnöde Alltag in den Hörsälen der Schule macht ihnen längst zu schaffen. Endlich wollen sie einmal etwas Neues erleben und gerade der berühmte Spring Break an der Küste ist da so reizvoll, wie nie zuvor. Erst einmal das nötige Kleingeld durch einen Raubüberfall verdient, machen sie sich prompt auf den Weg quer durch die Vereinigten Staaten. Dumm nur, dass dort nicht nur atemberaubende Party-Exzesse auf die vier Mädels warten, sondern auch noch die schiefe Bahn samt Drogenmissbrauch, Alkohol und einem baldigen Gefängnisaufenthalt. Mit dem DJ und Dealer Alien an ihrer Seite sind sie aber schnell wieder auf freiem Fuß – und mitten in den illegalen Geschäften…

    Kritik:
    Die berühmten Parties beim amerikanischen Spring Break an den Küsten des Landes sind bis über alle Grenzen hinweg bekannt. Selbst von anderen Kontinenten reisen junge Party-Touristen extra nach Amerika, um einmal richtig die Sau raus zu lassen. Exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum, knappe Bekleidung, sexuelle Freizügigkeit und eine Menge Sex mit wildfremden Menschen gehört dort offensichtlich auch in der Realität dazu. Doch manchmal geht die Party auch nach hinten los…

    Sex on the Beach
    Knapp bekleidete Mädels in Bikinis räkeln sich zur Musik eines schrägen Deejays, massenhaft Alkohol wird auf die verschiedensten Wegen zu sich genommen, die Besucher befummeln sich wild alle gegenseitig und in den Zimmern wird exzessiv Koks konsumiert. Und dennoch: „Spring Breakers“ ist kein Mainstream-Musikvideo zu irgendeinem elektronischen Song, sondern ein Drama über junge Mädels, die auf die schiefe Bahn geraten. Beim Anblick der ersten Szenen, bei denen vor allem die Vorzüge des weiblichen Körpers räkelnd zur Musik abgebildet sind, entsteht allerdings zunächst ein völlig anderer Eindruck. Schließlich steht der sogenannte „Spring Break“ im Mittelpunkt und damit auch die ausgiebigen Partys am Strand. Hier scheint es nur um eines zu gehen: Sex, Drogen und viel nackte Haut. Dementsprechend oberflächlich bleibt es dann leider bei den Charakteren.

    Flucht vor dem Alltag
    Die Motive der Protagonisten sind schnell erzählt: Vier frustrierte kleine College-Mädchen haben keinen Bock mehr auf ihren Alltag und wollen endlich mal so richtig viel Spaß haben – mit möglichst wenig Kleidung an. Es gibt vermutlich geschätzte zwei bis drei Szenen, in denen die Darstellerinnen mehr als einen Bikini tragen und nicht gerade in Partylaune sind. Tatsächlich erfahren wir also recht wenig über die eigentlichen Charaktere der Figuren und bekommen stattdessen eher waschechte Klischees aufgetischt. Einzig Selena Gomez fällt ein wenig aus der Rolle und bekommt mit ihrem pseudo-religiösen Humbug mal wieder den Stempel des prüden, möglichst flüchtenden Mauerblümchen aufgedrückt, die sich den männlichen Darstellern dementsprechend nicht so sehr hingibt. Das macht die Erzählung allerdings nicht wirklich intelligenter, zumal die Mädels insgesamt eher den Eindruck machen, minderintelligente Bitches zu sein, die es mit so ziemlich jedem treiben wollen. Einerseits zwar sicherlich gewollt, andererseits aber alles andere, als realistisch.

    Schiefe Bahn? Aber gern!
    Tatsächlich schafft es „Spring Breakers“ aber völlig neue Wege zu gehen und damit gewisse Innovationen einzubauen. Nicht immer ist hier also klar, ob es sich beim Bösewicht eher um den vermeintlichen Drogendealer und Gangster handelt, oder doch eher um die vier Mädchen selbst. Die nämlich können dem Gangsterboss doch glatt die Show stehlen und nehmen völlig dominant die Oberhand ein und zeigen dem Gangster doch glatt, wo lang der Hase läuft. Unorthodox, aber nicht gerade glaubwürdig, dass es ausgerechnet ein paar unerfahrene Girls mit einer ganzen Gangsterbande aufnehmen können. Da wollen wir an dieser Stelle aber nicht weiter spoilern, sondern weisen lieber darauf hin, dass wir dem Film seine Handlung eher weniger abkaufen können, uns aber umso mehr an einem gewissen Unterhaltungswert erfreuen. In diesem Sinn: „Spring Breakers“ ist zwar anders, aber von einem Meisterwerk noch weit entfernt.

    Hoch gehypter Durchschnittsstreifen
    Wenig nachvollziehen können wir daher den großen Hype, der vor einigen Monaten zum Kinostart in den Medien umherging. Immerhin schafft es „Spring Breakers“ trotz unorthodoxer Wendung im letzten Drittel des Films nicht gerade über durchschnittliche Qualitäten hinaus. Das mag auch daran liegen, dass die Starbesetzung rund um Selena Gomez und Vanessa Hudgens ihre versprochenen Qualitäten nicht ganz halten kann. Deutlich zu viele Klischees werden von allen Protagonisten besetzt und gelegentlich wirken die darstellerischen Leistungen mitunter eher nervig, denn gekonnt. Scheinbar zufällig eingebrachte Gesangseinlagen und die kreischend-piepsigen Idioten-Dialoge nehmen den Darstellerinnen jegliche Ernsthaftigkeit. Lediglich in den Actionszenen können die Mädels tatsächlich ihre wahren Energien und Leistungen zeigen und überzeugen uns mit kraftvoll-aggressiven Vorgehensweisen. So oder so bleibt „Spring Breakers“ aber der perfekte Film für einen lockeren Kumpelabend, sofern man bereit ist, den Streifen nicht zu ernst zu nehmen.

    Fazit:
    Amerikanische „Spring Break“-Parties mal aus anderer Sicht: Trotz unorthodoxer Handlung im letzten Drittel und einem gewissen Unterhaltungswert, kann das Party-Drama nicht die Erwartungen durch den Hype erfüllen und enttäuscht mit oberflächlichen Charakteren und unglaubwürdigem Storyverlauf.