Rush - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Rush

    Rush


    Land/Jahr:
    USA 2013
    Genre:
    Rennaction
    Regie:
    Ron Howard
    Darsteller:
    Daniel Brühl
    Chris Hemsworth
    Olivia Wilde
    Alexandra Maria Lara
    Christian McKay
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    123 Minuten
    Kaufstart:
    28. März 2014
    Label:
    Universum Film


    Anfang der 70er Jahre: Niki Lauda ist ein aufsteigender und ehrgeiziger Rennfahrer, der unbedingt an die Spitze der Rennklassen gelangen möchte. Mit seinen ersten Versuchen in der Formel 3, die er meisterhaft und erfolgreich absolviert, hat er vor allem in der Familie großen Widerstand. Nach Streichung jeglicher Unterstützung seitens seines Vaters und vollkommen davon überzeugt, das Fahren sei sein einziges Talent, gibt es für ihn nur noch ein Ziel: Er muss in die Formel 1, in die Königsklasse des Motorsports und dort sein Können unter Beweis stellen. Mangels Sponsor und finanzieller Mittel kann dabei wohl nur noch ein hoher Kredit seitens der Bank helfen, um sich in einem Formel 1-Team einzukaufen. Schnell steigt er auf und wird selbst von Ferrari unter Vertrag genommen, die in ihm eine große Zukunft sehen und ihm eines der besten Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Doch bereits seit seiner Jugend legt er sich mit einem Erzrivalen an: James Hunt, der ebenfalls im Team von McLaren um die Pole Position kämpft. Ein erbitterter Zweikampf zwischen den beiden Rennfahrern steht bevor – bis ein schwerer Schicksalsschlag alles ändert…

    Kritik:
    Seit vielen Jahrzehnten spaltet der Rennsport das Land. Für die einen nur langweiliges Herumfahren im Kreis, für die anderen die wohl spannendste Sportart der Welt: Die Formel 1. Doch in der Saison von 1976 war alles noch etwas anders, als heute. Die Fahrzeuge waren unsicherer, das Risiko war größer und die Regeln wesentlich lockerer. „Rush“ erzählt von der Rivalität zwischen Niki Lauda und seinem Gegner James Hunt, kurz bevor es zu einem schwerwiegenden Unfall auf dem deutschen Nürburgring kommt.

    Der Österreicher
    Im vergangenen Jahr, als der Rennaction-Film in den deutschen Kinos startete, überraschte Daniel Brühl in der Rolle als Niki Lauda und machte „Rush“ zu einem wirklichen Überraschungs-Hit. Tausende Zuschauer waren begeistert von dem spannenden Duell auf der Strecke und selbst einen Golden Globe als „bester Nebendarsteller“ wartete auf den Streifen. Der ging – wie sollte es anders sein – schließlich an Daniel Brühl, der in der zweiten Hauptrolle in den legendären Niki Lauda schlüpfte, um seine bemerkenswerte Formel 1-Saison im Jahre 1976 zu präsentieren. Und den hat er sich schließlich auch verdient, denn entgegen allen Erwartungen gelingt es dem deutschen Schauspieler, sein Vorbild perfekt zu spielen. Fast schon bemerkenswert dabei, wie er selbst die Aussprache und Stimme von Niki Lauda imitiert und in absolut jeder Sekunde des Filmes den Gesichtsausdruck perfekt hinbekommt. Ein Vergleich mit alten Originalfotos zeigt: Selbst das Hervorstehen einzelner Schneidezähne bekommt Daniel Brühl stilistisch perfekt hin. Kurz gesagt: Er ist die Optimalbesetzung für die Rolle des Niki Lauda und überzeugt von der ersten bis zur letzten Sekunde.

    Vernunft und Bodenständigkeit
    Niki Lauda selbst dürfte sich schlussendlich sicherlich über seine Darstellung gefreut haben, gelingt den Machern schließlich ein interessantes Portrait des damals noch so jungen Rennfahrers. Immer mit einer hohen Vernunft und Selbstbeherrschung ausgestattet, gelingt es ihm jederzeit, seine Fähigkeiten und Grenzen korrekt einzuschätzen und genau zu wissen, wann ein Rennen zu gefährlich sein könnte und wann er sein Leben aufs Spiel setzt. Doch am Ende hat es bekanntlich doch nicht gereicht und Lauda trägt bis heute noch schwere Brandverletzungen davon. Dennoch trägt er alle Sympathien und dürfte mit diesem Film wohl kaum mehr geehrt werden, als es Daniel Brühl in seiner Rolle gelingt – zumal selbst seine stets zu ihm haltende Frau verdammt gut wegkommt. Sein Gegenspieler: Chris Hemsworth, der sich optisch ebenso perfekt an die Rolle des James Hunt anpasst, jedoch keine ganz so herausragenden Charakterleistungen abliefern kann, wie sein Kollege. Mit dem charakterlichen Kontrast, bei dem ein vernünftiger selbstbeherrschender Karrieremensch auf einen Draufgänger mit Jetset-Leben stößt, kommt jedoch bis zuletzt eine hohe Emotionalität auf, die wohl auch im wahren Leben den Meister Niki Lauda geprägt haben dürfte. Insofern: Wirklich toll gespielt und damit ein einprägsamer Film.

    Rasendes Motorengeheul
    Technisch braucht sich die amerikanische Produktion aber überraschenderweise ebenso nicht vor aktuellen Hollywood-Blockbustern verstecken. Mit spektakulären Rennaufnahmen, rasanten Nahperspektiven und einem ganz besonderen Einblick in die Sicht des Fahrers, schafft man es gar, den legendären Unfall von Niki Lauda im Detail und absolut glaubwürdig darzustellen. Nicht einmal ansatzweise würde man bei der Sichtung des Materials auf die Idee kommen, es könnte sich nicht um Originalaufnahmen handeln – abgesehen von der deutlich besseren Bildqualität, die mit der BluRay heute möglich ist. Das ohrenbetäubende Motorengeheul, das mit entsprechender Heimkino-Anlage auch unsere Couch schnell zum Vibrieren bringt, liefert man uns jedenfalls eine perfekte audio-visuelle Mischung, die einem erstklassischen Rennfilm definitiv würdig ist.

    Fazit:
    Ein absolut verdienter Golden Globe für Daniel Brühl, der sein Vorbild Niki Lauda bis hin zur Stimme und Mimik perfekt darstellt und uns mit spektakulären Rennaufnahmen begeistert. Perfekter Film für jeden Formel 1-Fan.