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Rupture


Rupture

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Sci-Fi / Thriller
Regie:
Steven Shainberg
Darsteller:
Noomi Rapace
Peter Stormare
Kerry Bishe
Michael Chiklis
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
101 Minuten
Kaufstart:
20. Januar 2017
Label:
Splendid



Die junge Renee ist alleinerziehende Mutter und hat gerade erst ihren Sohn bei seinem leiblichen Vater abgegeben, der sich nun ein ganzes Wochenende lang um ihn kümmern wird. Doch kaum den Rückweg angetreten, stößt sie bereits auf erste Hindernisse. Mitten auf weiter Strecke hat ihr Auto plötzlich einen Platten und lediglich die Insassen eines Lieferwagens scheinen ihr beim Reifenwechsel helfen zu können. Dumm nur, dass ausgerechnet die nur darauf warten, bis die Straße endlich frei wird: Denn Renee wird daraufhin kurzerhand entführt und in ein unbekanntes, verlassenes Krankenhaus gebracht, in dem sie für menschliche Experimente herhalten soll. Dabei wird sie regelmäßig mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert und bekommt mysteriöse Flüssigkeiten injiziert. Noch ahnt sie allerdings nicht, um was es sich bei ihren Entführern handelt…

Kritik:
Nach dem erfolgreichen Durchbruch als „Mädchen mit dem Drachentattoo“ in den skandinavischen Originalen der Millenium-Trilogie ist Noomi Rapace nun endlich auch in Hollywood angekommen. Und da wechselt sie auch gleich das Genre, wenn sie nach dem neuesten „Alien“-Werk nun in einem weiteren Science-Fiction-Streifen zu sehen ist.

Sie sind unter uns
Und der handelt von der üblichen Geschichte, vor der zahlreiche „Gläubige“ noch heute Angst haben: Die mögliche Entführung durch Außerirdische, die das Aussehen der Menschen annehmen und überall auf der Erde verteilt unter den Menschen leben. Genau genommen ist „Rupture“ also in erster Linie eigentlich ein Entführungsthriller, der zu Beginn vom Kidnapping einer jungen Frau handelt, die kurz darauf für wissenschaftliche Experimente herhalten muss und es mit einigen Foltermethoden zu tun bekommen. Eine klassische Akte X-Story also – mit dem Unterschied, dass die Hauptfigur auf die Agenten dieses Mal vergeblich warten dürfte. Das ist allerdings auch gut so, denn „Rupture“ ist einmal kein grell-weißer futuristischer Streifen, sondern kommt mit einem eher beklemmenden Look daher.

Rustikal beklemmend
Beim Setting hat Regisseur Steven Shainberg, der mit „Rupture“ erstmalig neues Terrain betritt, nämlich ein altes verlassenes Krankenhaus gewählt, das schon rein optisch einen eher abschreckenden Eindruck macht. Die maroden Wände fügen sich neben den Hochsicherheitstüren mit ihren schweren Balken und dem eher düsteren Licht nämlich perfekt ein. Schon beim bloßen Hinsehen macht die Atmosphäre dabei deutlich, dass wir es in „Rupture“ also definitiv nicht mit freundlichen Außerirdischen zu tun bekommen. Und Noomi Rapace spielt ihre Rolle gewohnt solide, wenn sie das klaustrophobische Kammerspiel ausnutzt, um sich fesselnd durch die Lüftungsschächte zu quetschen oder in den farblich bedrückenden Gängen des Gebäudes herumzuschleichen. Rapace trägt dabei einmal mehr den Film und zieht den Spannungsbogen ordentlich in die Höhe.

Konfrontation mit der Angst
Eigentlich handelt es sich gar um eine Rolle, die ihr wie angegossen sitzt. Immerhin hat Rapace spätestens seit der „Millenium“-Trilogie beste Erfahrungen damit, eine Opferrolle zu spielen, die von ihren Peinigern unterdrückt wird und sich gegen Bösewichte zur Wehr setzen muss. Diese Erfahrung kann sie auch in dieser recht ähnlichen Rolle erneut ausspielen. Insgesamt mag „Rupture“ dabei allerdings ein wenig brutaler erscheinen und das nicht einmal auf Grund der dargestellten Szenen. Dieser Streifen spielt nämlich mit der Angst seiner Hauptrolle und funktioniert gerade in jenen Szenen so gut, die wir nicht sehen können. Die Psychologie der Geräusche, der Unwissenheit und der Unvorhersehbarkeit entfalten ihre Wirkung hervorragend. Patienten, welche einmal in ihrem Leben diese Angst vor der ersten Krankenhaus-OP erlebt haben, dürften wissen, in welche Richtung auch „Rupture“ emotional gehen dürfte. Mit dem Unterschied, dass diese Ärzte nicht gerade freundliche Gesellen sind.

Fazit:
Spannender Entführungsthriller mit Science-Fiction-Elementen, beklemmenden Szenen und einer soliden Noomi Rapace.

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