Return to Sender - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Return to Sender

    Return to Sender


    Land/Jahr:
    USA 2015
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Fouad Mikati
    Darsteller:
    Rosamund Pike
    Rumer Willis
    Nick Nolte
    Scout Taylor-Compton
    Shiloh Fernandez
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    92 Minuten
    Kaufstart:
    8. September 2015
    Label:
    Ascot Elite

    Miranda ist hauptberufliche OP-Krankenschwester und hat deswegen mittlerweile ziemlich selten ausreichend Privatsphäre. Das wirkt sich vor allem auf ihr Liebesleben aus, sodass sie bereits seit geraumer Zeit allein ohne Partner lebt. Ihre Freunde wollen das nun endlich ändern und organisieren ihr ein Blind Date. Etwas zu früh vor ihrer Haustür eingetroffen, ahnt sie noch gar nicht, dass sie offensichtlich dem falschen Mann die Türe aufmacht. Der vermeintliche Verehrer hat zögert nämlich nicht lange und vergewaltigt sie brutal auf dem eigenen Küchentisch. Schnell gefasst und hinter Gittern, kann Miranda allerdings gedanklich nicht von dem Täter loslassen. Sie ist längst nervlich und psychisch am Ende, beginnt jedoch damit, dem Gefängnisinsassen zu schreiben. Langsam möchte sie sein Vertrauen erwecken und scheint auf Versöhnung aus zu sein – doch eigentlich hat sie nach seiner Entlassung ganz andere Pläne…

    Kritik:
    Dass Vergewaltigungsthriller immer recht gut funktionieren, wissen wir wohl spätestens seit der brutalen „I spit on your grave“-Reihe. Ganz so extrem soll es bei „Return to Sender“ dann aber doch nicht zugehen, denn die Gewaltszenen bleiben insgesamt recht zurückhaltend. Stattdessen möchte man eher auf psychologischen Tiefgang setzen.

    Die tickende Zeitbombe
    Mit einer Rosamund Pike, die bereits eine Oscar-Nominierung für ihre Leistungen in „Gone Girl“ vorzuweisen hat, soll das allerdings auch recht gut klappen. Obwohl „Return to Sender“ ein eher ruhiger und langsam wirkender Film ist, reißt er uns emotional doch schnell mit. Das liegt vor allem daran, dass es der Hauptdarstellerin herausragend gelingt, die emotionale Lage ihrer Figur absolut glaubwürdig darzustellen. Psychisch und nervlich am Ende können wir förmlich spüren, wie ihre Hände bei jeder Bewegung zittern und sie vor innerer Wut kaum in der Lage ist, einer Aufgabe konzentriert nachzugehen. Sie frisst ihren Zorn in sich hinein, sodass „Return to Sender“ den psychologischen Tiefgang bekommt, den der Film anstrebt. Unklar ist schließlich über eine lange Zeit, ob wir es bei Miranda mit dem Stockholm-Syndrom zu tun haben oder ob sie tatsächlich explizite Rachepläne hegt. Mit einem Shiloh Fernandez als beklemmender Gegenspieler, der die Gefahr stets subtil rüberbringt, hat man da außerdem eine gute weitere Besetzung gefunden.

    Die drei Phasen der Psyche
    Bei seinen knapp neunzig Minuten Laufzeit hat „Return to Sender“ – trotz einer doch eher simplen Geschichte – allerdings immer noch viel Abwechslung zu bieten. Eigentlich wird der Thriller gar in drei völlig verschiedenen Abschnitten erzählt, die sich grundlegend voneinander unterscheiden, auch hinsichtlich des Spannungsbogens. Einerseits die Einleitung mit der schrecklichen Vergewaltigung und den sofort darauffolgenden akuten Folgen. Hier bekommen wir fast die einzige echte Gewaltszene geboten, die ein wenig Action in den Film hineinbringt. Anschließend folgt die deutlich ruhigere Phase, die uns emotional aufrüttelt und in die Psyche der Hauptfigur einbringt, hinsichtlich der Handlung aber während der „Schreibphase“ wenig zu bieten hat. Bis hin zum spannenden Showdown, wenn das einstige Opfer erneut auf den Täter trifft und im Stockholm Syndrom-Stil in eine eher beklemmende, furchteinflößende Situation bringt. Insofern handelt es sich bei „Return to Sender“ auf jeden Fall um einen gelungenen Psychothriller, dem es gelingt, einen interessanten Handlungs- und Spannungsbogen aufzubauen, den wir in dieser Form nicht regelmäßig erleben.

    Fazit:
    Rosamund Pike spielt ihre Rolle als Opfer hervorragend subtil und gibt uns einen absolut glaubwürdigen Einblick in die Psyche eines Vergewaltigungsopfers, während die drei Erzählungsphasen des Films uns eine spannende Abwechslung bescheren.

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