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Passengers


Passengers

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Science-Fiction
Regie:
Morten Tyldum
Darsteller:
Chris Pratt
Jennifer Lawrence
Michael Sheen
Laurence Fishburne
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
116 Minuten
Kaufstart:
11. Mai 2017
Label:
Sony Pictures



Seit dreißig Jahren befinden sich 5000 Passagiere auf dem Raumschiff Avalon, um schon bald auf dem neuen gemeinsamen Planeten „Homestead II“ einer neuen, noch wachsenden Kolonie beizutreten. Dafür befinden sie sich während ihrer gesamten Reise in einem Kryoschlaf und sollen erst wenige Wochen vor der Ankunft geweckt werden. Für Jim allerdings sollte sich das gewaltig ändern, als er plötzlich – als einziger Passagier – wegen einer Fehlfunktion vorzeitig erwacht. Genau genommen ganze 90 Jahre zu früh. Lediglich die hübsche Aurora soll ihm zur Seite stehen, als er aus Einsamkeit den zweifelhaften Schritt wagt, einen weiteren Passagier aufzuwecken. Doch während die beiden schnell Sympathien füreinander entwickeln, ahnen sie noch gar nicht, wieso Jim wirklich vorzeitig erwacht ist…

Kritik:
Mit der Besiedelung fremder Planeten dürfte womöglich ein großer Traum der Menschheit in Erfüllung gehen. Doch zur Überwindung der riesigen Entfernungen sind nicht nur besondere Technologien erforderlich, sondern auch ein mehr als hundert Jahre andauernder Kryoschlaf. Eine Geschichte, die so manchem Science-Fiction-Fan bekannt vorkommen dürfte…

Ein alter Traum
Die Idee eines Kryoschlafs, um hunderte Jahre auf Reisen zu überwinden und anschließend körperlich völlig unverändert weiterzuleben, ist in der Science-Fiction schon lange bekannt. Bereits in den 50iger Jahren widmeten sich die ersten Romane dieser Thematik und spätestens mit dem legendären Streifen „Demolition Man“ dürfte die Idee längst in der Popkultur angekommen zu sein. Dass „Passangers“ damit auf den ersten Blick nicht mehr die innovativste Geschichte erzählt, dürfte recht schnell einleuchten. Doch auch heute mag die Story noch funktionieren und mit einer Kombination aus neuartigen Technologien und künstlicher Intelligenz sogar noch interessante neue Aspekte zu bieten haben. Denn: Was passiert, wenn ein Raumschiff komplett durch künstliche Intelligenz gesteuert wird und bei der Reise im Kryoschlaf dann doch mal eine Fehlfunktion auftritt?

Allein im Weltall
Daraus entwickelt sich „Passengers“ recht schnell zu einem Kammerspiel, das praktisch ausschließlich auf einem Raumschiff spielt. Besonders beklemmend wirkt das Setting dabei zunächst allerdings nicht, denn wenn Chris Pratt in dem auf Hochglanz polierten Science-Fiction-Streifen eines hat, dann ist es ausreichend Platz, um sich möglichst weiträumig zu bewegen. Dass der Streifen allerdings atmosphärisch trotzdem funktioniert, liegt hauptsächlich an seinen schauspielerischen Leistungen. Denn auch ohne auf engstem Raum eingesperrt zu sein, gelingt es ihm hervorragend, die Folgen von Einsamkeit, Isolation und gänzlich mangelnden sozialen Kontakten glaubwürdig zu spielen. In gewisser Weise könnte man „Passengers“ also durchaus auch als eine Sozialstudie darüber betrachten, was mit den Menschen wohl passieren würde, wenn sie gänzlich ohne ihre Mitmenschen leben müssen.

Liebe in den unendlichen Weiten
Genau deshalb ist es auch nicht gerade verwunderlich, dass es Chris Pratt schon bald nicht mehr alleine aushält – und sich mit der hübschen Jennifer Lawrence ein wenig Verstärkung dazu holt. Und ob das die beste Idee gewesen sein mag, darüber werden sich wohl immer die Geister scheiden. Denn statt weiter intensiv auf die Folgen der Isolation einzugehen, entwickelt sich „Passengers“ damit spätestens im zweiten Drittel zu einer klassischen Lovestory über die einzigen gerade lebendigen Menschen innerhalb des Raumschiffs. Nicht lange dauert es da aber leider, bis die ersten Glaubwürdigkeitsprobleme durchaus auftreten: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ausgerechnet diese beiden Charaktere ohne jegliche Konflikte blendend verstehen würden und sich so mancher glückliche Zufall aneinander reiht, macht es schwer, dem Film seinen Storyablauf so richtig abzukaufen. Und das, obwohl „Passengers“ ansonsten eigentlich durchaus unterhaltsames Popcorn-Kino sein mag. Mehr aber eben unter dem Strich auch nicht.

Fazit:
Statt sich voll und ganz auf eine Sozialstudie über menschliche Isolation zu konzentrieren, entwickelt sich „Passengers“ schon bald zu einer klassischen Lovestory mit dem ein oder anderen unglaubwürdigen Zufall zu viel. Was bleibt ist eine durchaus unterhaltsame Weltraum-Romanze, die zwar wunderschön ausschaut, aber auch viel Potential verspielt.

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