Virtual DVD Magazine – DVD-Reviews » Reviews / Kritiken » Overdrive


Overdrive


Overdrive

Land/Jahr:
F 2017
Genre:
Action
Regie:
Antonio Negret
Darsteller:
Scott Eastwood
Freddie Throp
Ana de Armas
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
94 Minuten
Kaufstart:
10. November 2017
Label:
Universum Film



Die beiden Brüder Andrew und Garrett verdienen ihren Lebensunterhalt schon seit geraumer Zeit mit dem Diebstahl von wertvollen Autos. In einschlägigen Kreisen gelten sie dabei als die besten Autodiebe weit und breit – und sie können es wahrlich mit jedem noch so schwierigen Gegner aufnehmen. Bei ihrem letzten Auftrag soll dann aber so einiges schief gehen: Dieses Mal ahnen sie nämlich noch gar nicht, dass der gerade erst gestohlene Oldtimer ausgerechnet im Besitz des gefährlichen Gangsterbosses Jacomo Morier war. Und der hat es fortan auf sie abgesehen. Um noch einmal mit dem Leben davon zu kommen, gehen sie einen waghalsigen Deal ein: Sie sollen für Morier weitere hochpreisige Sammlerstücke auf vier Rädern bei seinem Erzfeind stehlen. Doch dafür haben sie lediglich ein einzige Woche Zeit – und dieser Job ist längst nicht so einfach, wie vergangene Aufträge…

Kritik:
Spannende Verfolgungsjagden und aufregende Autodiebstähle haben schon immer gut funktioniert, wenn es darum geht, fesselnde Actionfilme zu drehen. Das beweist die beliebte „Fast & Furious“-Reihe schließlich schon seit über fünfzehn Jahren. Doch auch die Franzosen möchten da gerne etwas vom Kuchen abbekommen.

Fast & Furious mit Oldtimern
Recht schnell dürfte den Filmkenner da allerdings klar sein, worauf er sich bei „Overdrive“ einlässt. Bereits in den ersten zehn Minuten kommt der französische Actionstreifen schließlich schnell zur Sache und zögert nicht lange, erste spektakuläre Verfolgungsjagden in Szene zu setzen. Generell setzt der Film allerdings auch genau darauf: Die Story muss nicht allzu kompliziert sein, dafür wird aber stramme Action auf vier Rädern geliefert, die nur wenig Verschnaufpausen zu bieten hat. Und da brauchen sich die Stunts erstaunlicherweise auch nicht vor der großen Konkurrenz namens „Fast & Furious“ verstecken. Denn wenn es darum geht, beeindruckende und rasante Aufnahmen auf der Straße zu inszenieren, macht Regisseur Antonio Negret so ziemlich alles richtig. Und ein Hingucker ist „Overdrive“ obendrein auch noch, denn gerade der Einsatz von hochglanzpolierten Oldtimern sorgt für die nötige visuelle Abgrenzung.

Klassisches Buddymovie
Ansonsten könnte man allerdings auf den ersten Blick den Eindruck gewinnen, dass „Overdrive“ nur relativ wenige Szenen und Inhalte zu bieten hat, die man nicht in irgendeinem anderen Streifen schon einmal gesehen hat. Dieser Eindruck kommt vor allem auch dadurch zustande, dass der Film bei der Charakterdarstellung auf altbewährte Mittel zurückgreift. Letztendlich bietet sich hier vor allem ein typisches Buddymovie über zwei scheinbar ungleiche Brüder, die gemeinsam das ein oder andere große Ding durchziehen. Und dafür brauchen sie natürlich eine gut harmonierende Crew, die gut durchgeplant seine Aufgaben zu erfüllen hat. Auch das ein Stilmittel, das dem eingefleischten Cineasten wahrscheinlich spätestens seit „The Italian Job“ bestens bekannt sein dürfte. Hinsichtlich der Story macht „Overdrive“ also keine wirklich großen Sprünge und von einem Meisterwerk ist der Film immer noch weit entfernt. Das macht allerdings insofern nichts, da der Streifen zu keiner Zeit den Eindruck erweckt, diesen Anspruch an sich selbst zu stellen. Hier ist sofort ersichtlich: „Overdrive“ will nur solides und geradliniges Popcorn-Kino mit schicken Karosserien liefern – und das kann er bestens.

Spiel mit der Täuschung
Umso besser also, dass es dem Film obendrein sogar noch gelingt, schlussendlich nicht ganz so oberflächlich und simpel zu bleiben, wie er zunächst scheint. Denn für einige überraschende Wendungen, die den Film insgesamt recht durchdacht erscheinen lassen, soll schließlich gesorgt sein. Und das funktioniert auch deshalb gut, weil die Darsteller durchweg gute schauspielerische Leistungen abliefern. Allen voran natürlich Simon Abkarian, der als Gangsterboss Jacomo Morier den typischen unnahbaren und skrupellosen Anzugträger hervorragend zu mimen weiß. Wenn dann darüber hinaus auch noch Scott Eastwood und Freddie Thorp als ungleiche Brüder ein dynamisches und unterhaltsames Duo mit lockerem Humor abliefern, funktioniert der Kontrast zwischen den vermeintlichen Bösewichten und den diebischen Helden hervorragend. Und bei genauerem Hinsehen stellt der ein oder andere Zuschauer vielleicht sogar Parallelen zu Luc Bessons „Taxi“-Filmreihe fest.

Fazit:
Wer nach „Fast & Furios“ immer noch nicht genug von rasanten Verfolgungsjagden und spektakulären Actionszenen auf vier Rädern hat, bekommt mit „Overdrive“ einen soliden und geradlinigen Rennspaß.

Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..