Outrage Beyond - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Outrage Beyond

    Outrage Beyond


    Land/Jahr:
    J 2012
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Takeshi Kitano
    Darsteller:
    Takeshi Kitano
    Tomokazu Miura
    Ryo Kase
    Fumiyo Kohinata
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    108 Minuten
    Kaufstart:
    27. Mai 2016
    Label:
    Capelight

    Fünf Jahre nachdem Ishihara seinen ehemaligen Boss Otomo verraten hat, ist sein Sanno-kai-Syndikat längst zu einem der mächtigsten Yakuza-Clans aufgestiegen. Mittlerweile versuchen sie sogar, durch Korruption in den legalen Markt einzusteigen und Geschäfte bis in die Politik zu machen. Das ist vor allem Detective Kataoka von der örtlichen Polizei ein gewaltiges Dorn im Auge, weshalb er ein solches Unterfangen unter allen Umständen verhindern möchte. Bewusst dessen, dass die Yakuza längst zu groß ist, um sie mit bloßer Polizeigewalt aufzuhalten, liegt nun alles daran, die Machtverhältnisse zu verändern und die Verbrecherkartelle in einem kontrollierbaren Rahmen zu halten. Seine Hoffnung: Durch eine vorzeitige Entlassung von Otomo kann er einen Krieg zwischen zwei verfeindeten Clans anzetteln, bis diese sich weit genug gegenseitig ausrotten, dass tiefergehende Geschäfte mit der Politik nicht mehr möglich sein werden. Dumm nur, dass Kataoka dabei nicht damit gerechnet hat, dass Otomo seinem ganz eigenen Rachefeldzug verfolgen würde…

    Kritik:
    Takeshi Kitano gilt als einer der besten Regisseure des fernen Japans. Ein Großteil seiner Streifen sind dabei für ihre anspruchsvolle Story und einem gewissen Grat an Brutalität bekannt. Das gilt vor allem dann, wenn sich Kitano einmal mehr an einen Yakuza-Streifen wagt.

    Komplexe Gruppenbildung
    Ein gewisser Anspruch setzt allerdings auch eine komplexe Auseinandersetzung mit Figuren, Charakteren und der Handlung voraus. Gerade deshalb setzt Takeshi Kitano für gewöhnlich nicht auf klassische Helden-Rollen. Den Einzelgänger, der im Alleingang irgendwelche Verbrecherbanden unschädlich macht, werden wir in seinen Filmen definitiv nicht treffen. Stattdessen versucht Kitano stets, komplizierte politisch agierende Gruppen zu konstruieren, bei der jede Figur direkte Auswirkungen auf die gesamte Dynamik hat. Anstelle des Einzelhelden, bilden sich in „Outrage Beyond“ also mehrere große Yakuza-Clans mitsamt zahlreicher Mitglieder heraus, hinzu realistische politische Parteien und gleich mehrere Polizeibeamte. Nicht nur in der gewöhnlichen Politik versuchen sich diese dann einzumischen, sondern auch unterhalb der Clans herrschen (mitunter brutale) Diplomatie und Politik vor. Intelligent wird die Story dann natürlich deshalb, weil die Polizeibeamten, die hier als vermeintliche Helden gelegentlich in den Mittelpunkt geraten, nicht mit üblicher simpler Gewalt vorgehen können. Sie müssen stattdessen selbst zu Intrigen zurückgreifen und die Clanpolitik so durcheinander bringen, dass sie gegenseitig aufeinander los gehen. Das ist inhaltlich mitunter kompliziert, erzeugt aber erst den zu erwartenden Anspruch, den wir von Kitano kennen.

    Stilvolle Brutalität
    Einen kleinen Nachteil hat diese Ausarbeitung der Gruppen und Charaktere dann aber dennoch: Es benötigt nämlich eine gewisse Zeit, das Publikum an die einzelnen Figuren, Parteien und Handlungen heranzuführen. Praktisch jede wichtige Figur muss zunächst einmal ausführlich gezeigt werden, um ihre Motive und Vorgehensweisen nachzuvollziehen. Das allerdings sorgt speziell in der ersten Hälfte für einige Längen, denn bei dem zunächst doch recht langsamen Erzählstil lässt die Action und das Tempo zunächst auf sich warten. Da Kitano allerdings auch für seine hohe Brutalität bekannt ist, teilt sich „Outrage Beyond“ somit praktisch in zwei Hälften. Der erste Part mit den eher dialoglastigen, diplomatischen Charaktereinführungen – und der zweite Part, der dann in knallharte Action und blutige Szenen umschlägt. Und selbst das hat einen Stil, den man aus Hollywood vielleicht nicht gewohnt ist. Mit eher aufbrausendem und fast schon ironisch wirkendem Charakter, kommt die Action nämlich sehr unerwartet und plötzlich. Gemäß typisch japanischem Klischee-Verhalten, nehmen die Figuren bis zum letzten Moment eine gewisse Haltung ein und stellen die Ruhe in Person dar. Nur, um dann im richtigen Moment in blutige Gewaltexzesse umzuschlagen und anschließend so zu tun, als wäre nie etwas gewesen. Charaktere, wie tickende Zeitbomben und ohne Ausnahme bei jeder einzelnen Figur. Das ist ein typischer echter Kitano.

    Fazit:
    Wer Kitano kennt, der weiß, was ihn hier erwartet: Komplexes Storytelling, umfangreiche Charakterzeichnungen und eine stilvolle Brutalität zum richtigen Moment. Allerdings auch eine gewisse Langatmigkeit, denn viele Charaktere brauchen auch viel Einführung. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt ein solides Werk von Japans Meisterregisseur geboten.

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