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Norm – König der Arktis


Norm – König der Arktis

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Animation
Regie:
Trevor Wall
Darsteller:
-
FSK:
ab 0 Jahren
Dauer:
87 Minuten
Kaufstart:
9. Dezember 2016
Label:
Ascot Elite



Der freundliche Eisbär Norm kann noch gar nicht glauben, dass er eines Tages zum König der Arktis aufsteigen und in die Fußstapfen seiner Eltern treten soll. Denn bisher stolpert er eher tollpatschig durchs Leben und schafft es bis heute nicht, wenigstens seine Beute selbst zu jagen. Doch über eine kleine Besonderheit verfügt er dennoch und diese macht ihn geradezu einzigartig: Norm spricht die Sprache der Menschen. Und das soll sich noch als sehr vorteilhaft erweisen, wenn selbige plötzlich unangemeldet in der Arktis auftauchen. Der gierige New Yorker Investor Mr. Greene möchte nämlich unbedingt Luxuswohnungen mit Eisbergblick in der eiskalten Gegend installieren und diese möglichst erfolgreich vermarkten – ohne Rücksicht auf Verluste oder etwa die Heimat der Tiere. Für Norm steht damit fest: Er muss seine Fähigkeiten nutzen, nach New York reisen und den geldgeilen Bösewicht endgültig stoppen. Und dafür hat er auch schon einen ausgeklügelten Plan…

Kritik:
Das Rezept für einen kindgerechten Animationsfilm ist meist schnell geschrieben: Man nehme einige süße und sprechende Tiere, lässt sie das Abenteuer ihres Lebens erleben und gegen einen korrupten menschlichen Bösewicht antreten. Doch reicht das noch nach etlichen Filmen dieser Art?

Die Vermenschlichung der Tiere
Dass „Norm“ eigentlich auf den ersten Blick sehr erfolgsversprechend ist, fällt bereits durch ein Zitat auf dem Cover auf. Dort heißt es, Fans von „Ice Age“ werden diesen Film lieben. Und das könnte zumindest ansatzweise tatsächlich so sein, denn dieser Animationsfilm spielt nicht nur ebenfalls in der Artkis, sondern verfügt auch über vergleichbare Figuren und Charaktere. Immerhin bedienen sich nahezu alle Filme dieses Genres an dem Konzept, die Tiere doch möglichst zu vermenschlichen und ihnen Verhaltensweisen zu verpassen, die nicht unbedingt üblich für Tiere sind. Ob nun die obligatorische schüchterne Lovestory zwischen zwei Eisbären, die sich einfach nicht so recht trauen oder der mittlerweile beinahe albern wirkende Tanz, den die Figuren doch nur zu gerne in der schneeweiß bedeckten Umgebung veranstalten. Sicher: Kindgerecht ist das natürlich, aber die Erwachsenen dürfte das nach unzähligen nahezu gleich ablaufenden Streifen kaum mehr vom Hocker hauen.

Die Eisbären aus Madagascar
Tatsächlich hat man nämlich nahezu ununterbrochen den Eindruck, dass sich „Norm“ sehr großzügig bei anderen Filmen des Genres bedient. Vor allem der allseits beliebte Animations-Hit „Madagascar“ fällt da sofort ins Auge, wenn Norm einmal mehr nach New York reisen will, um sich mit dubiosen Menschen anlegen zu wollen. Doch die Ähnlichkeiten setzen sich noch fort: Sind Kennern doch vor allem die spionierenden Pinguine bekannt, die als vermeintliche Agenten die Gebäude auskundschaften, kopiert „Norm“ diese Idee fast gänzlich und verwendet dafür lediglich andere Tiere. Statt Pinguine treffen wir hier auf süße kleine Lemminge, die in etwa die gleiche Funktion erfüllen und sogar auf dieselbe Art und Weise kommandiert werden. Immerhin muss man zugeben, dass diese als heimliche Stars des Films zumindest so manchen Gag parat halten und beispielsweise bei einer Whirlpool-Szene für diverse Schmunzler sorgen können. Insgesamt reicht der Humor hierbei aber kaum an das Vorbild „Madagascar“ heran, da viele zu offensichtlich kopierte Szenen einfach nicht recht zünden wollen. Da wären eigene und neue Ideen sicherlich nicht unvorteilhaft gewesen.

Ein haariges Vergnügen
Angesichts dieser Tatsachen mag es dann wohl auch nicht weiter verwundern, dass der Animationsfilm zugleich auch optisch keine große Offenbarung ist und sich insgesamt nicht mehr auf der Höhe der Zeit befindet. Dabei sind die Bären noch durchaus ansehnlich animiert, können sie mit ihren zahlreichen Fellhaaren zumindest einigermaßen einen lebendigen Eindruck machen. Schaut man sich hingegen dann die große Stadt mit ihren Menschen und die zahlreichen anderen Tierarten an, so fällt doch schnell auf: Grafisch haben wir auch vor einigen Jahren schon vergleichbares gesehen. In der heutigen Zeit mögen eckige Köpfe von Bösewichten und übertrieben große Glubschaugen bei Kindern aber nicht mehr so recht funktionieren. Wenn man dann doch enttäuscht feststellen muss, dass man sich beim grafischen Stil genauso viel bei anderen Titeln abgeschaut hat, wie bei den Charakteren und der Story, bleibt am Ende wohl nur noch ein mittelmäßiger Streifen, der für das jüngere Publikum zwar sicherlich unterhaltsam sein dürfte, aber vor allem bei den Erwachsenen doch die Frage aufkommen lässt, ob man es nicht doch lieber bei „Ice Age“ und „Madagascar“ belassen sollte.

Fazit:
Mit seinen stark von anderen Titeln inspirierten Charakteren und der mittlerweile etwas abgenutzten Geschichte macht „Norm“ leider keinen besonders innovativen Eindruck. Kinder werden an dem liebevollen Eisbären aber vermutlich trotzdem ihren Spaß haben.

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