Murphys Gesetz - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Murphys Gesetz

    Murphys Gesetz


    Land/Jahr:
    USA 1986
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    J. Lee Thompson
    Darsteller:
    Charles Bronson
    Kathleen Wilhoite
    Carrie Snodgress
    Robert F. Lyons
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    100 Minuten
    Kaufstart:
    16. Februar 2018
    Label:
    Capelight

    Für den Polizisten Jack Murphy läuft in letzter Zeit einiges nicht ganz rund. Nachdem seine Frau sich von ihm getrennt und einen Job als Tänzerin in einem Striplokal begonnen hat, ist Murphy gänzlich dem Alkohol verfallen. Depressiv und teilnahmslos lebt er in den Tag hinein und auch beruflich kommen seine Fälle einfach nicht mehr voran. Doch wie es „Murphys Law“ bekanntlich so will, soll letztendlich alles schief gehen, was irgendwie schief gehen kann. Kurz nach einem Besuch im Striplokal seiner Frau, wird er kurzerhand bewusstlos geschlagen, seine Frau und ihr neuer Partner ermordet und Murphy erinnert sich an gar nichts. Doch eines steht fest: Die Beweise sprechen eindeutig gegen ihn und seine Kollegen glauben zu keinem Zeitpunkt an seine Unschuld. Für Murphy scheint es deshalb keinen anderen Ausweg mehr zu geben: Er muss vor dem Gesetz flüchten und die Suche nach dem wahren Mörder selbst in die Hand nehmen – mit einer Kleinkriminellen im Schlepptau…

    Kritik:
    Wir alle wissen, wie das mit dem „Murphys Law“ so ist. So ziemlich alles, was irgendwie schief gehen kann, wird auch schief gehen. Charles Bronson kann davon schon seit den 80iger Jahren wohl ein Liedchen singen – und zeigt uns im gleichnamigen Film, wie es sich wohl anfühlen muss, in einer solchen Situation zu stecken.

    Magnum mit Alkohol
    Bei den ersten Szenen von „Murphys Gesetz“ mag man sich die Frage stellen: Hat Charles Bronson eigentlich bei der Kultserie „Magnum“ abgeschaut, oder war es doch eher andersrum? „Bewaffnet“ mit dem obligatorischen Schnäuzer und irgendwie ein bisschen in die Jahre gekommen, erinnert uns Jack Murphy nämlich schnell an das gute alte Serienklischee. Fehlt eigentlich nur noch das dazugehörige Hawaiihemd, aber den klassischen Detective in Jacket und Krawatte zieht er dann doch vor. Trotzdem dürfte eine solche Rolle so manchem langjährigen Filmfan bekannt vorkommen: Den guten alten alkoholkranken Polizisten, der mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat und dabei auch gerne einmal etwas rauere Umgangsformen pflegt, dürfte spätestens seit Charles Bronson als Jack Murphy – und vermutlich auch schon lange davor – ein regelmäßiges Bild in amerikanischen Cop-Thrillern sein.

    Irritierend teilnahmslos
    Bronson allerdings spielt ihn auf ganz besondere Weise, die zu Beginn des Films noch ein wenig irritieren mag. Mit seinem depressiven und alkoholabhängigen Charakter wirkt er doch manchmal etwas apathisch, reaktionsarm und ziemlich gleichgültig. Kommt es da bereits recht früh zu der ersten Verfolgung und Schießerei macht es angesichts des damaligen eher ruhigen Stils, der noch ohne große Effekte auskam, einen verwirrenden Eindruck. Ein bisschen so, als hätte Bronson als Darsteller versagt, weil er auf das heutige Overacting gänzlich verzichtet. Dass dem nicht so ist, wird mit fortschreitendem Verlauf des Films aber umso mehr klar: Bronson erhält als Jack Murphy zunehmenden psychologischen Tiefgang, wird gerade durch seine Gleichgültigkeit durchaus gefährlich und bringt seine Gefühlslage – auf der diese anfänglich langsamen Reaktionszeiten beruhen – rein durch Mimik rüber. Da wundert es nicht, dass es Bronson zu einem Kult-Actionhelden geschafft hat, denn damit handelt es sich vielleicht sogar um eine der glaubwürdigsten Darstellungen einer Depression.

    Zwei untypische Freunde
    Trotzdem täuscht das alles natürlich nicht darüber hinweg, dass „Murphys Gesetz“ das Rad insgesamt nicht neu erfindet. Auch an anderen Stellen bedient sich der Streifen altbekannten Klischees und Stilmitteln, die es schon damals zuhauf gab und die auch heute nicht aus den modernen Filmen wegzudenken sind. Unter dem Strich handelt es sich bei dem Cop-Thriller schließlich auch um ein gutes altes Buddy-Movie, bei dem der Hauptdarsteller mit einem gesprächigen und teilweise nervigen Partner unterwegs ist. Dabei handelt es sich zwar dieses Mal nicht um einen Polizisten und auch der Humor hält sich in Grenzen, aber auch Kathleen Wilhoite verkörpert die auflockernde Nervensäge, die schon bald als Freund an der Seite der Hauptfigur steht, hervorragend. Zugeben: In den ersten Momenten vielleicht ein bisschen nerviger, als es uns lieb gewesen wäre.

    Keine Hochglanzproduktion
    Dass es Wilhoite hier und da ein wenig übertreibt, verwundert bei genauerem Hinsehen allerdings wiederum auch nicht, merkt man an solchen Kleinigkeiten nämlich, dass es sich bei „Murphys Gesetz“ eben nicht um eine typische Hochglanzproduktion handelt, die gänzlich ohne große Fehler auskommt. Hin und wieder gelingt es dem Streifen schließlich sogar, wie ein typischer B-Actionfilm aus den 80iger Jahren zu wirken. Die Explosionen sind mitunter ein wenig unrealistisch, bei der Actionchoreographie versagt gelegentlich das Timing und auch manche Widersacher wirken manchmal etwas albern. Darüber kann man allerdings hinweg sehen, wenn man sich auf den Charme des Klassikers erst einmal eingelassen hat: So mancher wünscht sich nämlich noch heute die Inszenierungsart der damaligen Zeit zurück: Dreckige Gassen, möglichst finstere Nacht und am besten noch strömenden Regen. Ganz so, wie es selbst Meisterwerke wie „Sieben“ einst vormachten und wie man es heute angesichts der inflationär verwendeten Skyline-Aufnahmen nur noch selten findet.

    Fazit:
    Der Klassiker mit Charles Bronson erinnert zwar gelegentlich an die Qualitäten eines B-Actionfilms der 80iger Jahre, punktet aber vor allem mit der grandiosen Mimik seines Hauptdarstellers, dem klassischen Charme und dem düsteren Inszenierungsstil.

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