Mein Name ist Somebody - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Mein Name ist Somebody

    Mein Name ist Somebody


    Land/Jahr:
    I 2018
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Terence Hill
    Darsteller:
    Terence Hill
    Veronica Bitto
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    96 Minuten
    Kaufstart:
    15. November 2018
    Label:
    New KSM

    Auf der Suche nach einem etwas einfacheren Leben in der Einsamkeit der spanischen Wüste, hatte sich Biker Thomas eigentlich auf eine ziemlich entspannte Zeit gefreut, in der er seinen Alltag damit verbringt, interessante Bücher zu lesen, dem Lagerfeuer zu lauschen und die absolute Stille zu genießen. Mit der Stille allerdings war es schnell vorbei, als er bereits auf dem Weg dorthin die junge, aber ziemlich wilde Lucia aus den Fängen zweier Verbrecher befreit – und das, obwohl das psychisch labile Mädchen selbst ein ziemlich fragwürdiges Verhalten an den Tag legt. Auf Einsamkeit muss Thomas nämlich seither verzichten, geraten die beiden schließlich immer wieder in Schwierigkeiten und müssen sich gar mit zwielichtigen Gestalten herumschlagen. Doch noch ahnt er nicht, welch besondere Hintergründe hinter ihrem schwierigen Verhalten stecken…

    Kritik:
    Mehr als zwei Jahre ist es inzwischen her, dass Kult-Schauspieler Bud Spencer verstorben ist und zahlreiche trauernde Fans zurückgelassen hat, für die sein Ableben ein großer Schock gewesen ist. Doch auch für Terence Hill war Bud ein so großer Freund, dass er nur allzu gerne an die gemeinsame Zeit zurückdenkt und die Zusammenarbeit noch einmal aufleben lassen möchte. Mit „Mein Name ist Somebody“ versucht er zumindest ein bisschen, an die damaligen Filme zu erinnern.

    Erinnerungen an alte Zeiten
    Jene Filme, in denen er sich gemeinsam mit Bud Spencer mit zahlreichen Verbrechern anlegte und so manchem zwielichtigen Typen eins auf die Mütze gab. Die Idee also, einmal mehr entsprechende Kriminelle in seinen neuesten Film einzubauen, denen er mit der Pfanne mal wieder eines über braten darf, ist somit also zumindest eine nette kleine Erinnerung an Actionkomödien, wie Terence Hill sie schon seit vielen Jahren kaum noch gedreht hat. Das Problem bei „Mein Name ist Somebody“ stellt sich dabei aber leider schnell heraus: Die Lockerheit der damaligen Filme fehlt dem neuesten Werk leider fast über die gesamte Laufzeit, was vor allem an der übertriebenen Selbstdarstellung von Terence Hill liegt. Dass er sich am liebsten selbst als den unfehlbar guten und mitfühlenden Helden darstellt, haben wir schließlich bereits vor kurzem in der Krimiserie „Die Bergpolizei“ erleben dürfen. In „Mein Name ist Somebody“ setzt er da aber nochmal eine gewaltige Portion drauf und übertreibt es dabei maßlos.

    Terence Hill mit Vaterkomplex
    Dieses Mal versucht sich Terence Hill nämlich – so lobenswert das zunächst auch sein mag – an einer etwas ernsteren Geschichte. Anstelle des schlagfertigen Kumpels an seiner Seite, soll es nämlich ein psychisch labiler Wildfang sein, dessen Gründe für ihre Verhaltensauffälligkeiten es auf mitfühlende Art zu erforschen gilt. Das kann einerseits zwar spannend sein, lässt Hauptdarsteller und Regisseur Terence Hill mit seiner Rührseligkeit allerdings erscheinen, als leide er unter einem Vaterkomplex, der aus Mitleid einem Mädchen auf der schiefen Bahn helfen will. Und das bringt gleich mehrere Probleme auf einmal mit sich: Einerseits fehlt es Terence Hill selbst enorm an charakterlichem Tiefgang, weil ihm die Ecken und Kanten, sowie praktisch alle negativen Seiten gänzlich fehlen – und das wiederum kann er nicht durch eine lockere Selbstironie wett machen, die er damals an der Seite von Bud Spencer beim Verprügeln von Verbrechern noch hatte, da jene Selbstironie nämlich ebenso fehlt. Andererseits ist sein Vaterkomplex zugleich auch angesichts des meist negativen und unsympathischen Verhaltens der jungen Veronica Bitto als Lucia auch nur schwer nachzuvollziehen und macht dadurch insgesamt einen aufgesetzten Eindruck.

    Einfachheit der Story
    Würde es sich mit Veronica Bitto nicht um eine solch deutlich jüngere Schauspielerin handeln, könnten böse Zungen dem neuesten Werk von Terence Hill wohl gar unterstellen wollen, eine ziemlich schnöde und inhaltlich sehr einfach gestrickte Schmonzette zu sein. Vor allem die romantischen Ansätze zum Ende des Films verdeutlichen das sogar und lassen den anfänglichen Vaterkomplex gar ein wenig befremdlich erscheinen. Und das, obwohl Bitto mit ihrem schwierigen und unberechenbaren Verhalten ihre Rolle prinzipiell sogar glaubwürdig darstellt. Leider ist es nämlich der eigentliche Star des Films, der – auch wegen seines Alters – oftmals Fehl am Platz wirkt: Mit einem deutlich jugendlicheren Hauptdarsteller und einer dazu durchaus passenden Liebesgeschichte, in der man die mangelnde Fähigkeit, Grenzen aufzuzeigen dargestellt hätte, wäre „Mein Name ist Somebody“ vermutlich sogar recht rund erschienen. Die Reife eines Terence Hill allerdings will ohne einen pädagogisch-belehrenden Ansatz einfach nicht so recht passen, kauft man ihm die oberflächliche Naivität und das wiederholte Dulden von inakzeptablem Verhalten nämlich eigentlich zu keinem Zeitpunkt ab.

    Trauer um Bud Spencer
    Das wiederum ist wohl eindeutig seiner mangelhaften eigenen Regiearbeit zu verschulden, denn so unterhaltsam die Geschichte eigentlich auch sein könnte, hat es sich für Terence Hill als eher negativ herausgestellt, die Hauptrolle mit sich selbst zu besetzen. Hier fehlt ihm oftmals einfach die Distanz und der Mut, seinen eigenen Charakter mit negativen Merkmalen auszustatten, die seine Figur interessant – und im Umgang mit einem psychisch labilen, verhaltensauffälligen Mädchen glaubwürdiger – gemacht hätten. Erfreulich bleibt dann am Ende lediglich der ungewohnt philosophische Ansatz, den wir in einem Terence Hill-Film so noch nicht gesehen haben. Denn in der Suche nach Erfüllung, Unendlichkeit und der Einfachheit des Lebens steckt zum Ende hin dann doch mehr Tiefgang, als man es auf den ersten Blick erwartet. Und da stecken dann auch eine ganze Menge Metaphern drin, die auf den Tod und den Verlust des Freundes Bud Spencer hindeuten sollen und die Unendlichkeit einer Freundschaft über den Tod hinaus verdeutlichen, wodurch der Streifen doch einen irgendwie schönen, einfühlsamen Abschluss erhält. Schade, dass „Mein Name ist Somebody“ bis dahin aber leider überraschend viel falsch macht.

    Fazit:
    Terence Hill kehrt mit 80 Jahren noch einmal ins Heimkino zurück: Ganz anders als seine früheren Werke mit Bud Spencer, überrascht „Mein Name ist Somebody“ mit einem interessanten philosophischen Ansatz und einer deutlich ernsteren Story. Leider gelingt es Terence auf dem Regiestuhl aber nur selten, seine eigene Figur tatsächlich interessant zu inszenieren, wodurch sich der Streifen in einem rührseligen Vaterkomplex verliert, der streckenweise an TV-Schmonzetten erinnert. Und auch die gelegentlich eingebaute Hommage an Bud Spencer will einfach nicht immer so recht zünden.

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