Marvel’s Luke Cage - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Marvel’s Luke Cage

    Marvel’s Luke Cage


    Land/Jahr:
    USA 2016
    Genre:
    Serie / Action
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    Mike Colter
    Mahershala Ali
    Alfre Woodard
    Simone Missick
    Theo Rossi
    Rosario Dawson
    FSK:
    tba
    Dauer:
    ca. 750 Minuten
    Kaufstart:
    7. Dezember 2017
    Label:
    Netflix / Disney

    Sein bisheriges Leben wollte Luke Cage eigentlich hinter sich lassen und endlich einfach seine Ruhe haben. Genau aus diesem Grund ist der ehemals unter dem Namen Karl Lucas bekannte Ex-Sträfling auch in einen anderen Stadtteil von New York gezogen. Nach all den Strapazen in Hell’s Kitchen dachte er, doch endlich sein neues Glück in Harlem zu finden, wo sich eine Hochburg der afroamerikanischen Kultur etabliert hat. Doch während Luke seine Brötchen mit gleich zwei kleineren Aushilfstätigkeiten verdient, lassen auch hier die Gangster nicht lange auf sich warten. Immerhin ist der Stadtteil gänzlich von der Korruption um Stadträtin Mariah Dillard und ihrem verwandten Gangsterboss Cottonmouth verseucht. Und als dessen Männer auch noch den Friseursalon seines Arbeitgebers angreifen, haben sie sich persönlich mit Luke Cage angelegt, der seit einem Unfall im Seagate-Gefängnis über übernatürliche Kräfte verfügt und seither unverwundbar ist. Zumindest denkt er, er sei unverwundbar…

    Kritik:
    Der große Hype um die Comicserien scheint auch jetzt noch nicht nachzulassen – sei es das berühmte DC-Universum oder die noch beliebteren Helden von Marvel. Für Fans des Genres ist es daher eine besondere Freude, dass Netflix gleich mehrere Serien im Programm hat, die sich den übernatürlichen Helden widmen und dabei dafür sorgen, dass sich diese inhaltlich immerhin ein bisschen überschneiden.

    Das Leben nach Jessica
    Aus diesem Grund ist vielen Marvel-Fans auch durchaus bereits bekannt, um wen es sich bei Luke Cage handeln mag. Immerhin haben wir den farbigen und unverwundbaren Helden bereits an der Seite der süßen Jessica Jones gesehen, die erst einige Monate zuvor ihr Können gegen den mysteriösen Kilgrave unter Beweis gestellt hat. Seinerzeit hat Luke ihr tatkräftig zur Seite gestanden. Und auch hier wurde er sich bewusst, dass er trotz seiner Fähigkeiten einfach kein Held sein möchte. Genau an dieser Stelle setzt dann auch die gleichnamige Marvel-Serie rund um „Luke Cage“ an, spielt sie schließlich erst einige Zeit nach den Ereignissen in „Jessica Jones“. Und da dürfen natürlich auch überschneidende Figuren wie etwa die Krankenschwester Claire nicht fehlen, die als einzige bisher in allen drei Serien aufgetauchte Person womöglich eine Schlüsselfigur spielen wird, wenn es darum geht, einen roten Faden zwischen die Marvel-Serien zu binden. Genauer darauf ein, geht die erste Staffel von „Luke Cage“ allerdings noch nicht.

    Der Held, der kein Held sein will
    Stattdessen widmet sich die Serie bisher eher der etwas eigenwilligen Gefühlswelt von Luke Cage. Dem schwarzen, muskulösen Helden, der sich stets für das Richtige entscheidet und doch einfach kein Held sein will. Nein, er ist auch kein Antiheld, wie etwa der berühmte Punisher, der bereits in der zweiten Staffel von „Daredevil“ sein Unwesen treiben durfte. Stattdessen ist er einfach eher unfreiwillig zum Helden geworden, weil ihm die Bösewichte der Stadt schlicht nie eine Wahl lassen und ihre Verbrechen ständig zu einer persönlichen Angelegenheit für Luke machen. Damit könnte es dem Zuschauer vielleicht sogar etwas leichter fallen, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren, als bei den üblichen Superhelden, die den Polizeifunk nach möglichen Verbrechen abhören und scheinbar einfach keine Hobbies zu haben scheinen. Denn während ein „The Flash“ aus dem DC Universum die Verbrecherjagd fast schon zu einem neuen Hobby erklärt, gibt Marvel seinen Superhelden ein echtes Motiv. Und damit machen sie ihre Helden ein bisschen interessanter, selbst wenn die schwindende Unverwundbarkeit des Unverwundbaren geradezu vorhersehbar erscheint.

    Der starre Brocken
    Und doch ist „Luke Cage“ allerdings stilistisch eine gänzlich andere Serie, als es „Jessica Jones“ und „Daredevil“ sein wollen. Gefühlt kommt einem die erste Staffel zumindest zu Beginn deutlich langsamer vor, wenn sich die Macher etwas mehr Zeit mit den Dialogen lassen und Luke auch gerne einmal aus der Nahaufnahme zeigen, um seine Mimik und Körperhaltung wirken zu lassen. Das ist anders, als bei den flinken anderen beiden Helden, die sich mit körperlicher Akrobatik einen Namen machen. Luke ist nämlich alles andere als flink, sondern eher ein starrer und unbeweglicher Muskelbrocken. In der ersten Folge, die zunächst noch ein wenig ereignisarm erscheinen mag, wirkt das zunächst befremdlich – vor allem, wenn man das Marvel-Universum mit Jessica Jones lieben gelernt hat. Doch spätestens nach einigen Folgen fügt sich dieser Stil hervorragend in die Story ein, die sich doch primär um Korruption und Gangstergeschäfte dreht, statt um ebenso übernatürliche Bösewichte. Das verleiht der Serie hier und da aber auch ein wenig Tiefgang.

    Harlem’s Klischees
    Dabei mag so manchem Zuschauer vielleicht die afroamerikanische Kultur auch ein bisschen zu klischeehaft erscheinen, selbst wenn Harlem sicherlich für eine gewisse Kriminalitätsrate seitens der farbigen Mitbürger bekannt sein mag. Die Aufteilung von Gangstergruppierungen in Afroamerikaner, Chinesen, Puerto Ricaner und andere ethnische Zuordnungen, während eben speziell Schwarze die Führung übernehmen, passt dabei geradezu herrlich in das typisch amerikanische Serienklischee. Ein „Barber Shop“ als neutraler Boden, in dem ein ehemaliger aus dem Geschäft ausgestiegener Gangster den Kids von der Straße einen Zufluchtsort geben möchte, ohne dabei jahrelang ins Visier seiner ehemaligen Kameraden zu geraten, ist hinsichtlich der Klischees allerdings ein bisschen zu viel des Guten. Da hätten wir uns doch hier und da ein wenig mehr „normales Leben im Ghetto“ gewünscht – und vielleicht den ein oder anderen Gastauftritt von Jessica oder Daredevil.

    Fazit:
    Die dritte Serie aus dem Marvel-Universum geht stilistisch ein wenig langsamer an seine Actionszenen heran, als es Jessica Jones und Daredevil tun. Hält man die erste, noch etwas ereignisarme Folge allerdings durch, kann „Luke Cage“ aber schon bald deutlich mehr Tiefgang rund um Korruption und Gangsterstory entwickeln und seine Hauptfigur zu einem interessanten Charakter formen. Ganz ohne Klischees kommt man in Harlem allerdings wohl nicht aus.

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