Let me in - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Let me in

    Let me in


    Land/Jahr:
    USA 2010
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Matt Reeves
    Darsteller:
    Kodi Smit-McPhee
    Chloë Grace
    Moretz Richard
    Jenkins Cara Buono
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    115 Minuten
    Kaufstart:
    19. April 2012
    Label:
    Universal Pictures


    Als Außenseiter und Mobbing-Opfer hat es Owen nun wirklich nicht gerade einfach. Ständig wird er in der Schule drangsaliert und gehänselt, wird sogar regelmäßig verprügelt. Da ist es kaum verwunderlich, dass er kaum Freunde hat und zurückgezogen in seinem Zimmer meist heimlich die Nachbarn beobachtet und Gewaltfantasien hegt. Das soll sich jedoch schon bald ändern, als er der schüchternen Abby begegnet, die stets barfuß und allein in der Nacht umherwandert. Sofort freundet er sich mit dem jungen Mädchen an und findet endlich jemanden, mit dem er seine Freizeit verbringen kann. Dumm nur, dass er noch nicht ahnt, dass sie sich unter allen Umständen von Blut ernähren muss und ihr vermeintlicher Vater daher mordend durch die Straßen zieht…

    Kritik:
    Frühe Remakes stoßen oft auf große Zweifel bei den Filmfans, so auch im Falle von „Let me in“. Das mag sicherlich daran liegen, dass erst vor vier Jahren das schwedische Vampir-Horrordrama „So finster die Nacht“ gedreht wurde. Immerhin gilt dieser Streifen bis heute als einer der besten Vampirfilme, wenngleich er keinen allzu hohen Bekanntheitsgrad erlangen konnte. Das soll sich nun ändern, denn „Let me in“ verpasst der Story einen deutlich amerikanischeren Touch.

    Eine verbotene Freundschaft
    Inhaltlich sind die beiden Filme daher ungefähr identisch. Auch dieses Drama handelt von einem schüchternen Mobbingopfer, das als einzigen Freund plötzlich ein Vampirmädchen findet, das sich nur sehr vorsichtig an den Jungen herantastet. Stets zwischen Drang nach Zärtlichkeiten und Angst vor dem eigenen Blutdurst entsteht zwischen den beiden eine sehr besondere Beziehung, die von großer Emotionalität, aber auch Distanz geprägt ist. Darüber hinaus ist der Streifen hier und da einen Tick brutaler ausgefallen, denn Tötungsszenen fallen blutiger aus und auch ganze Köpfe dürfen hier rollen, obwohl wir im Original meist lediglich Beißattacken zu sehen bekommen. Hierbei verliert der Streifen aber auch einen gewissen Teil seines Stils, denn das mysteriöse Unbekannte des Originals wird hier zu schnell offensichtlich und zu offen zur Schau gestellt. Abby wirkt hier schließlich nicht mehr so fremd und unnahbar, sondern lediglich wie eine gute Freundin von nebenan – da mag sich der Film durchaus verschlechtert haben.

    Kenner finden Lücken
    Kennen wir darüber hinaus bereits das Original, mag es ein wenig störend erscheinen, dass „Let me in“ inhaltlich ein paar große Lücken offen lässt, an die wir uns bei „So finster die Nacht“ doch am allermeisten erinnern konnten. So fehlen insbesondere einige intimere Szenen, die genauer auf die Frage eingehen, um welches Wesen und Geschlecht es sich bei dem vermeintlichen Mädchen nun tatsächlich handeln mag. Andererseits wurden viele Szenen aber auch völlig identisch übernommen, sodass der Kenner einen Großteil der Handlung bereits vorhersehen kann und inhaltlich eben große Parallelen auftreten – auf die wollen wir allerdings nicht näher eingehen, um nicht bereits zu viel vorab zu verraten. Wie dem auch sei, mag das nichts daran ändern, dass „Let me in“ vor allem für jene besonders interessant ist, die das Original eben noch nicht kennen, obwohl dieser wohl sicherlich auch jedem ans Herz gelegt werden kann, zumal das Remake minimal schlechter inszeniert wurde.

    Fünf Liter Blut
    Nichts desto trotz handelt es sich insgesamt um einen soliden Horrorstreifen, der nicht nur bei der altbekannten Story überzeugt, sondern auch optisch so einiges her macht. Die Effekte können sich daher stets gut sehen lassen und vor allem beim Kunstblut ist „Let me in“ nun wirklich nicht zurückhaltend. Kommt es also dazu, dass ein Opfer gänzlich ausbluten soll, um das junge Mädchen zu ernähren, darf der Protagonist auch gerne einen ganzen fünf Liter Kanister mit eben dieser Flüssigkeit befüllen, um damit gegebenenfalls ein schönes Blutbad anzurichten. Aus dieser Sicht ist „Let me in“ durchaus realistisch. Schade ist dabei nur, dass gerade diverse Kletterszenen nicht immer authentisch erscheinen und Chloe Moretz als Abby eben doch nicht so viele Sympathien weckt, wie einst Lina Leandersson. Fans des Genres dürfen aber dennoch bedenkenlos zugreifen.

    Fazit:
    Nicht ganz so finster, wie die Nacht: „Let me in“ gehört zwar eindeutig zu den besseren Remakes und kann auch bei den Vampir- und Tötungsszenen gut überzeugen, doch insgesamt fehlt ihm ein wenig des schwedischen Stils seines Originals.