Kick-Ass - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Kick-Ass

    Kick-Ass


    Land/Jahr:
    USA 2010
    Genre:
    Action
    Regie:
    Matthew Vaughn
    Darsteller:
    Aaron Johnson
    Christopher Mintz-Plasse
    Mark Strong
    Chloë Grace Moretz
    Nicolas Cage
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    113 Minuten
    Kaufstart:
    16. September 2010
    Label:
    Universal Pictures


    „Kick-Ass“ ist eigentlich nur ein ganz normaler Loser. Er hat weder Superkräfte, noch wird er vom anderen Geschlecht besonders beachtet. Dumm nur, dass er in einer Welt lebt, in der die Bösewichte nicht nur in Comics, sondern auch in der Realität existieren. So versucht er sich also prompt als Superheld, um dem Unheil endlich entgegen zu wirken. Doch bereits die ersten Versuche scheitern so kläglich, dass er anschließend schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird. Wie „gut“ also, dass seine Nervenenden bei diesen Fehlschlägen so sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, dass er fortan keine Schmerzen mehr verspürt – nun steht seiner Superheldenkarriere also nichts mehr im Wege und dank seiner schlagkräftigen Unterstützung durch Big Daddy und seiner Tochter „Hitgirl“, ist er seinen Gegnern immer einen Schritt voraus.

    Kritik:
    Normale Superhelden-Filme beginnen ja bekanntlich damit, dass irgendein ganz normaler Kerl von nebenan durch Zufälle zu besonderen Kräften gelangt. Oft sind dafür Viren oder ähnliches verantwortlich. Und manchmal stammt der Superheld einfach nur von einem anderen Planeten. Beim Superheld „Kick-Ass“ ist nichts davon der Fall. „Kick-Ass“ ist ein ganz normaler Kerl – und bleibt es auch. Er will einfach nur die Welt verbessern und lässt sich dabei selbst zum Krüppel schlagen. Mit albernem Kostüm bekleidet macht er sich nämlich auf die Jagd nach Verbrechern und kann nur deshalb allen Angriffen widerstehen, weil er keinerlei Schmerzen verspürt. So vermöbelt er also nicht wirklich die Gegner, sondern steckt einfach nur viel ein, was in vielen Actionszenen einfach nur amüsant ausschaut. Das allerdings macht „Kick-Ass“ auch so besonders und sympathisch. Die Darsteller bleiben hier nämlich durchgehend ganz natürlich und heben sich von ihrem Umfeld bestenfalls durch peinliche Kostüme ab, sodass sich sicher so mancher mit dem Hauptdarsteller identifizieren kann. Während allerdings „Kick-Ass“ selbst nur ein ganz normaler Kerl ist, sorgt besonders die 11-jährige „Hitgirl“ für die nötige Coolness. Sie nämlich kann es mit jedem Gegner aufnehmen und wurde von klein auf mit Waffen erzogen. So ist sie heute ein größerer Waffennarr, als ihr Vater und metzelt auf blutige Weise jeden Feind nieder – natürlich ganz lässig und kaltblütig. Die Tatsache, dass wir es hier mit einem kleinen Mädchen zu tun haben, mag provokant, aber zugleich extrem unterhaltsam wirken. Ebenso sorgt dies für einen vergleichsweise hohen Brutalitätsgrad und lässt – stellenweise künstlich wirkendes – Kunstblut in hohen Mengen fließen. Mit Horrorfilmen mag man dies vielleicht noch nicht vergleichen können, doch für einen Superhelden-Actionfilm ist die Brutalität verhältnismäßig stark vertreten. Insofern ist „Kick-Ass“ also auch für erwachsene Zuschauer durchaus sehenswert und unterhaltsam.

    Story voller Ironie
    Noch interessanter, als die ohnehin schon tollen Charaktere, ist allerdings ein Blick auf die Story. Hier bekommen wir insbesondere reichlich gekonnter Ironie zu sehen. So appelliert „Kick-Ass“ immer wieder zu Zivilcourage, oder Schutz der Privatsphäre, dreht den Spieß dann aber gekonnt selbst wieder um, um die eigene indirekte Aufforderung direkt wieder aufzuheben. Beispielsweise dann, wenn „Kick-Ass“ versucht, Verbrecher vom Autodiebstahl abzuhalten und dabei selbst fertig gemacht wird. Oder aber, wenn es darum geht, seine Identität online möglichst anonym zu halten, um nicht gefunden zu werden, gleichzeitig aber nur auf diese Weise wirkliche Berühmtheit erlangen kann. Ganz zu schweigen vom Vater, der auf seine eigene Tochter schießt, damit diese die Angst vor Gangstern verliert, oder das Mädchen, das sich zum Geburtstag lieber Butterfly-Messer, als Spielsachen wünscht. Eine gewisse, deutlich übertriebene Gesellschaftskritik mag dabei natürlich ebenso deutlich zum Vorschein kommen. All diese Punkte sind es, die den Unterhaltungsgrad von „Kick-Ass“ noch zusätzlich nach oben schrauben. So kann man den üblichen Superhelden-Einheitsbrei a la „Spider-Man“ und „Superman“ wohl allmählich vergessen und sich endlich mal einen innovativeren Film dieses Genres anschauen, der zudem von Anfang bis Ende gekonnt zu unterhalten weiß, denn „Kick-Ass“ ist sowohl für den Filmliebhaber, als auch dank seiner tollen Optik für den Mainstream bestens geeignet.

    Fazit:
    Kindliches Superhelden-Gemetzel mit unterhaltsam-fröhlicher Atmosphäre, gekonnter Ironie und übertriebener Action, die selbst Erwachsenen sicher gefallen wird.