Jessica Jones – Staffel 2 - Kritik – Virtual DVD Magazine


Jessica Jones – Staffel 2


Jessica Jones – Staffel 2

Land/Jahr:
USA 2018
Genre:
Fantasy
Regie:
Diverse
Darsteller:
Krysten Ritter
Rachael Taylor
Carrie-Anne Moss
Eka Darville
David Tennant
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
671 Minuten
Kaufstart:
Netflix:
8. März 2018
Label:
Netflix



Nach dem Tod ihres Erzfeindes Kilgrave und einer gerade noch einmal abgewendeten Mordanklage ist Jessica Jones endlich in ihr gewöhnliches Leben als Privatdetektivin zurückgekehrt, in dem sie sich mitunter mehr um Privatangelegenheiten kümmert, als um echte zahlende Kunden. Das hat allerdings auch einen Grund: Seit der Polizist Will Simpson von einer mysteriösen Firma namens IGH verschleppt wurde, die offenbar in Zusammenhang mit Jessicas übernatürlichen Kräften steht, möchte sie alles über ihre Vergangenheit herausfinden. Denn während sie mit ihren Fähigkeiten alles andere als zufrieden ist und ihre Alkoholabhängigkeit gerne auf ihre Vergangenheit schiebt, könnten ihre Kräfte womöglich auch ernstzunehmende Nebenwirkungen haben – vor allem dann, wenn sie bleibende Hirnschäden hinterlassen und sie ihre Aggressionen vielleicht schon bald nicht mehr unter Kontrolle hat. Schließlich gibt auch einer ihrer neuesten Auftraggeber einen Anlass zu dieser Annahme…

Kritik:
Während es die DC-Produktionen beim Publikum manchmal noch recht schwer haben, begeistern die Marvel-Serien auf Netflix bereits seit einigen Jahren ihre Zuschauer. Vor allem „Jessica Jones“ gilt dabei neben Daredevil als eine der beliebtesten und besten Comicserien. Das allerdings hat auch seine Gründe.

Keine klassische Superheldin
Jessica Jones nämlich macht auch in der zweiten Staffel noch einiges anders, als die üblichen Comicverfilmungen. Haben es die meisten Superhelden doch stets darauf abgesehen, unter allen Umständen die Schwächeren zu beschützen und dabei mitunter auch auf Kosten der eigenen Bedürfnisse falsche Moralvorstellungen vorzuleben, ist Jessica Jones eher wie das Mädchen von nebenan. Natürlich, manchmal mies gelaunt und vor allem einfach so gar keine Superheldin. Stattdessen steht eine Alkoholabhängigkeit ebenso im Vordergrund, wie ernsthafte Aggressionsprobleme und die ständige Konfrontation mit Ausgrenzung auf Grund ihrer besonderen Fähigkeiten. Eigentlich ist Jessica Jones also ganz schön kaputt – und gerade deswegen mögen ihre Fans sie umso mehr. Denn Krysten Ritter könnte in ihrer Rolle als vermeintliche Superheldin kaum „echter“ wirken – und liefert zugleich noch den nötigen psychologischen Tiefgang mit.

Helden können auch ohne Action
Dabei lässt es die zweite Staffel nun insgesamt etwas ruhiger angehen, als die erste vor etwa einem Jahr. Die große Action gegen Kilgrave, die auch dank Jessicas übernatürlicher Stärke so besonders intensiv rüber kam, ist nun längst Geschichte. Charaktere und Detektivarbeit stehen im Mittelpunkt und „Jessica Jones“ könnte den ein oder anderen Fan, der sich doch auf etwas mehr Gewaltszenen gefreut hat, damit vielleicht sogar abschrecken. Dabei muss man zugleich zugeben, dass dort auch die Stärken der zweiten Staffel liegen, wenn vor allem die Nebencharaktere wahre Glanzleistungen abrufen können. Dazu zählen Carrie-Anne Moss als gesundheitlich inzwischen angeschlagene, aber überaus reif wirkende Anwältin ebenso, wie die aufbrausende und unberechenbare Rachael Taylor als drogenabhängige Radiomoderatorin, die sich manchmal weniger unter Kontrolle hat, als Jessica Jones selbst. Gemeinsam liefern sie wieder ein fantastisches Zusammenspiel ab, das sich hervorragend in das Universum der mittlerweile fünf Netflix-Marvelserien einfügt.

Der etwas andere Verlauf
Letztendlich profitiert die zweite Staffel allerdings auch von ihrem völlig unvorhersehbaren und auch gänzlich unerwarteten Storyverlauf. Mit überraschenden Wendungen hält sich die Staffel nämlich keinesfalls zurück, sondern weicht damit zudem auch noch von klassischen Erzählmustern ab – besonders im Hinblick auf den vermeintlichen Bösewicht hinter der Gegnerfirma IGH. Ohne an dieser Stelle zu viel spoilern zu wollen: Das Ideenreichtum, mit dem Staffel 2 vor allem an dieser Stelle für psychologischen Tiefgang bei der Hauptfigur sorgt, ist manches Mal – spätestens aber ab der Mitte der Staffel – bemerkenswert. Am Ball bleiben lohnt sich also dieses Mal noch mehr, auch wenn wir größtenteils auf den genialen David Tennant als Kilgrave verzichten müssen. In jedem Fall ist die zweite Staffel von „Jessica Jones“ eine mehr als würdige Fortsetzung der genialen Serie.

Fazit:
Die zweite Staffel der erfolgreichen Marvelserie lässt es hinsichtlich ihrer Action ein wenig ruhiger angehen, punktet aber vor allem mit unerwarteten Wendungen und einem überraschend starken psychologischen Tiefgang bei der Hauptfigur. Eine würdige Fortsetzung.

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