Jane got a gun - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Jane got a gun

    Jane got a gun


    Land/Jahr:
    USA 2016
    Genre:
    Western
    Regie:
    Gavin O'Connor
    Darsteller:
    Natalie Portman
    Ewan McGregor
    Joel Edgerton
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    98 Minuten
    Kaufstart:
    13. Mai 2016
    Label:
    Universum Film

    Eigentlich wollte Jane ihr altes gefährliches Leben endlich hinter sich lassen und gemeinsam mit ihrem Ehemann Bill Hammond und ihrer Tochter nach New Mexico in ein behutsames Häuschen ziehen. Sieben Jahre führen die drei nun bereits ein friedliches Leben. Doch es sollte nicht allzu lange dauern, bis die schreckliche Vergangenheit sie wieder einholt. Die Verbrecherbande „Bishop Boys“ lässt nämlich keine Ruhe und ist einmal mehr hinter dem Ehepaar her. Als ihr Mann eines Tages mit Kugeln durchlöchert nach Hause kommt, steht für sie fest: Sie muss die Waffen selbst in die Hand nehmen und ihre Familie um jeden Preis beschützen. Der einzige, der ihr dabei nun allerdings noch helfen kann, ist ausgerechnet ihr einstiger Verlobter Dan, der in Hammond lediglich einen Kriminellen sieht…

    Kritik:
    Der gute alte Westernfilm gehört mittlerweile nicht mehr zu den häufigsten Genres. Besonders selten ist es allerdings, wenn man in diesem Genre ein wenig von den klassischen Geschlechterrollen abweicht. In „Jane got a gun“ hält der Feminismus also auch ein bisschen im Wilden Westen Einzug und lässt Natalie Portman einmal selbst tatkräftig zur Waffe schreiten.

    Emanzipation im Westen
    Ganz ohne männlichen Beschützer kommt Jane dann allerdings doch nicht aus, sodass sie mit Joel Edgerton ein doch recht gut harmonierendes Duo abliefert. Doch selbst alleine kann sich Portman meistens gut sehen lassen: Selbstbewusst reitet sie durch die kleinen Dörfer des Wilden Westens, um sich herum fast ausschließlich männliche Cowboys, die nur darauf warten, einmal mehr zur Waffe greifen und sich ein packendes Duell liefern zu können. In einer Atmosphäre der Angst ist sie praktisch zu jeder Zeit dem Wohlgefallen des anderen Geschlechtes ausgeliefert und hat praktisch kaum eine andere Wahl, als sich andere Männer zur Hilfe zu holen. Und dennoch verpasst „Jane got a gun“ ein wenig den Zug, den Feminismus zum Hauptaugenmerk zu machen und verlässt sich doch eher auf eine klassische Westernstory, in der so mancher Kugelhagel fast obligatorisch erscheint. Ein bisschen sind wir wegen der Authentizität aber vielleicht sogar am Ende froh darüber. Denn wenn man schon mit Feminismus anfängt, dann doch bitte konsequent. Dass man den emanzipatorischen Part nämlich nicht durchzieht und man sich mit einem Festhalten an diesem Versuch eher lächerlich machen würde, wird schließlich bereits ersichtlich, als sie bei anderen Männern um Hilfe ersucht.

    Weniger ist mehr
    Hinsichtlich der Story bleibt der Streifen dann doch ein wenig einfach und oberflächlich, was den meisten Westernfans vermutlich sogar gefallen dürfte. Ein bisschen Suche nach einem guten Schützen, die anschließende Vorbereitung auf den großen Kampf und dann der langersehnte Showdown, bei dem es einzig und allein darum geht, seine Familie und sein gesamtes Hab und Gut zu beschützen. Verbarrikadiert zwischen den Brettern einer kleinen Holzhütte und mit den einfachsten Mitteln verteidigend. Das ist insgesamt doch sehr simpel und wird wohl keine Oscars gewinnen. Zumal dazwischen dann lediglich Platz für ein typisches Dreier-Liebesdrama und ein paar Rückblicke auf die schwierigen vergangenen Zeiten ist. In diesem Fall gilt allerdings: Weniger ist manchmal mehr, denn die Konstellation aus selbstbewusster Frau, starker verflossener Liebe und angeschossenem Ehemann macht die Lage doch besonders brisant und emotional ein wenig aufgeladen. Da ist es gar nicht einmal so schlecht, auf eine allzu komplizierte Story zu verzichten und sich eher auf die wesentlichen zwischenmenschlichen Beziehungen und die drohende Action zu konzentrieren. Immerhin münden die klein gehaltenen Kulissen dann doch auch in liebevollen Details, welche die kleinen Westernstädte umso glaubwürdiger aussehen lassen. Ein kurzweiliger, aber spaßiger Genrefilm.

    Fazit:
    In einer simplen, aber auf das Wesentliche konzentrierten Story lässt Natalie Portman im Wilden Westen ein wenig die selbstbewusste Teilzeit-Emanze raushängen und bietet uns einen kurzweilig unterhaltsamen Genrefilm für Westernfans.

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