Interview with a Hitman - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Interview with a Hitman

    Interview with a Hitman


    Land/Jahr:
    GB 2012
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Perry Bhandal
    Darsteller:
    Luke Goss
    Caroline Tillette
    Stephen Marcus
    Danny Midwinter
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    92 Minuten
    Kaufstart:
    2. August 2013
    Label:
    atlas film


    Es war einmal ein kleiner Junge namens Victor. Mitten im Ghetto von Rumänien aufgewachsen, hatte er nicht gerade eine schöne Kindheit. Fast täglich musste er mit ansehen, wie sein eigener Vater seine Mutter blutig prügelte und obendrein hohe Schulden bei einer Gangsterbande hatte. Grund genug für den jungen Victor, doch gleich beim vermeintlichen Feind anzuheuern. Da lernt er schnell, möglichst skrupellos zu sein, mit der Waffe umzugehen und von anderen Menschen, Geld einzufordern. Bereits nach kurzer Zeit ist er bereit, kaltblütig andere Menschen zu ermorden. Bis ins Erwachsenenalter bleibt er letztlich bei diesem Beruf und wird zu einem der besten Auftragskillern unserer Zeit. Dumm nur, dass er schon bald von seinem Mentor hintergangen wird und in London untertauchen muss. Doch die Vergangenheit holt ihn auch dort schon bald ein…

    Kritik:
    Für einen Moderator, Reporter oder gar Filmemacher wäre es vermutlich der große Durchbruch: Ein Interview mit einem echten Auftragskiller zu führen, der ganz offen von seinem Leben und seiner Kindheit erzählt. In „Interview with a Hitman“ können wir genau eine solche Geschichte erleben – allerdings eher aus der Sicht des Killers.

    Der Junge mit der Waffe
    Der Film beginnt recht innovativ ganz am Anfang. Hier geht es noch nicht um den erwachsenen skrupellosen Auftragskiller, der souverän jeden noch so schwierigen Job durchzieht und keinerlei Fragen stellt. Wir sehen stattdessen einen Jungen inmitten der schwierigsten familiären Verhältnisse. Seine gesamte Umgebung besteht ausschließlich aus Gewalt, auf den Straßen gibt es nur Dreck und auch er selbst braucht schon oft schlagkräftige Argumente. Der Anfang des Films ist so perfekt und erreicht echte Glanzleistungen: Ein Jungdarsteller, geschätzt am Anfang seiner Pubertät, wird zum Mörder und erschießt zum ersten Mal andere Menschen. Der Hass, die Wut und die Unerreichbarkeit stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Es sind Szenen aus einem knallharten Actionfilm – nur der Hauptdarsteller ist noch ein Kind. Deswegen aber nicht weniger knallhart. Da schafft es „Interview with a Hitman“ auf Anhieb zu schockieren und zu fesseln – doch nicht lange.

    Erwachsen werden geht schnell
    Dieses gesamte Szenario um den jungen Mörder geht recht schnell vorüber und hat praktisch keinerlei Konsequenzen. Die Dramatik rund um die möglichen Folgen bleibt aus, schon bald ist Victor ein erwachsener Mann. Damit ist allerdings auch sofort jegliche Innovation verflogen, denn die schockierende und packende Story um ein Kind aus schwierigen Verhältnissen wird nicht – wie erhofft – fortgesetzt. Da wäre Brisanz gewesen und hätte Inhalte geboten, die wir so noch nicht gesehen haben. Doch plötzlich steht da der erwachsene Mann, gespielt von Luke Goss. Er ist ein souveräner, professioneller, diskreter Auftragskiller – stets im Anzug, mit Schalldämpfer und niemals Spuren hinterlassend. Keine Frage: Die Actionszenen sind allesamt cool und eiskalt, denn Luke Goss präsentiert sich ein wenig als „Agent 47“-Verschnitt. Doch gleichzeitig wird die gesamte Handlung ebenso, wie der Hauptdarsteller, völlig austauschbar. Hier hätte auch jeder andere Actionstar stehen können und aus jedem anderen Grund, Menschen ermorden können. Die Story ist nicht mehr mitreißend, zumal wir nur noch einzelne Häppchen aus dem Leben des Killers erfahren. So schnell, wie er erwachsen wurde, so schnell vergehen auch die einzelnen Momente seines Lebens. Da bleiben zwar vereinzelte Höhepunkte durch Einblick in den Charakter, doch insgesamt verkommt „Interview with a Hitman“ hier zur reinen Durchschnittskost. Schade, hätte man doch lieber die Kindheitsgeschichte weiter ausgebaut.

    Fazit:
    Perfekter Start, durchschnittliche Fortsetzung: „Interview with a Hitman“ schockiert mit einer anfänglichen innovativen Handlung um einen mordenden kleinen Jungen, verkommt dann aber schnell zu einem belanglosen und austauschbaren Auftragskiller-Actionfilm.