In Darkness - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    In Darkness

    In Darkness


    Land/Jahr:
    GB 2017
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Anthony Byrne
    Darsteller:
    Natalie Dormer
    Ed Skrein
    Emily Ratajkowski
    Joely Richardson
    Stacy Martin
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    97 Minuten
    Kaufstart:
    16. November 2018
    Label:
    Universum Film

    Bereits seit ihrem fünften Lebensjahr ist die erfolgreiche Pianistin blind. Im Gegenzug wurde sie mit einem ausgesprochen guten Gehör ausgestattet, das ihr auch besondere musikalische Talente verleiht. Vor allem aber macht es sie zu einer wichtigen Zeugin, als ihre Nachbarin vom Balkon eine Etage über ihr stürzt. In dem hellhörigen Altbau kann sie den Streit zwischen ihr und einem mysteriösen fremden Mann schließlich mithören. Doch statt die Polizei bei der anschließenden Befragung über die Vorfälle zu informieren, möchte sie den Fall offenbar selbst in die Hand nehmen – und gerät dabei selbst in ernsthafte Gefahr, als sie ins Visier eines serbischen Geschäftsmannes gerät, dem während des Bosnienkrieges offenbar zurecht Völkermord vorgeworfen wurde…

    Kritik:
    Aus einem vermeintlichen Krimi auch irgendwie einen Mysterythriller machen, geht offenbar ganz einfach: Man wählt eine blinde Hauptfigur, die ihre Umgebung nur durch Hören und Ertasten wahrnehmen kann.

    Eine Welt im Dunkeln
    Schon damit kann sich „In Darkness“ zunächst einmal stilistisch von vielen anderen Thrillern abheben. Obgleich die zur Figur als Pianistin passende klassische Musik einerseits für eine eher typische Atmosphäre dieses Genres sorgen soll, spielen doch vor allem Geräuschkulissen eine wichtige Rolle. Schritte aus der oberen Etage, das Einrasten der Kaffeemaschine, schleichende Füße in der eigenen Wohnung und Gesprächsfetzen der Nachbarn beleuchten zu können, steht im Mittelpunkt von „In Darkness“. Und das wird schnell ganz schön mysteriös, denn in diesem Thriller sind die wichtigsten Dinge doch jene, die wir – genauso wie die Hauptfigur – nicht sehen können. Und damit auch selbst, wie der Titel schon vermuten lässt, mehr als einmal im Dunkeln gelassen werden: Hat die mysteriöse zweite Stimme aus der oberen Etage die Nachbarin wohl ermordet oder war es doch Selbstmord, wie die Polizei bisher annimmt? Mit seiner anfänglichen Handlung kann der Streifen schnell Spannung entwickeln.

    Die blinde Hauptfigur
    Dazu trägt natürlich auch die herausragende Natalie Dormer bei, die wir hier erstmals in einer echten Hauptrolle zu sehen bekommen. Der unter anderem aus „Tribute von Panem“ bekannten Schauspielerin gelingt die Darstellung der blinden Sofia schließlich grandios. Stets natürlich und nie aufgesetzt kaufen wir ihr die Wahrnehmung ihrer Umgebung und die passende Körpersprache jederzeit ab. Jeder, der in seinem privaten Umfeld bereits einmal Kontakt zu einer sehbehinderten Person hatte wird da feststellen: Die Sicherheit in bekannten Umgebungen einerseits und das etwas verloren wirkende Auftreten in neuen Umgebungen entsprechen exakt der Körpersprache, die blinde Menschen für gewöhnlich tatsächlich zeigen. Und da muss man der im echten Leben eigentlich gar nicht blinden Natalie Dormer an dieser Stelle zumindest herausragende Leistungen zusprechen, die sicherlich keine Einfachheit darstellen.

    Zu frühe Wendung
    Dass „In Darkness“ trotzdem nicht in Gänze überzeugen kann, liegt unterdessen allerdings auch nicht an der Hauptdarstellerin, sondern viel mehr am Handlungsverlauf in der zweiten Hälfte des Films und somit praktisch am von Dormer mitverfassten Drehbuch. Und das, obwohl der Grund auf den ersten Blick sogar etwas Positives zu bieten haben mag: „In Darkness“ überrascht nämlich zwischendurch mit wirklich unerwarteten Wendungen, die den Film bis zur Mitte hin komplett unvorhersehbar machen, vor allem weil sie die Motive der Hauptfigur betreffen. Tatsächlich aber scheint es, als würde der Thriller sein vermeintliches Geheimnis leider etwas zu früh lüften, denn im Anschluss wirkt die Story um Machtspiele und Rachegelüste dann leider deutlich zu konstruiert und mitunter auch zu gehastet, um zu einem glaubwürdigen Schluss kommen zu können. Kann man darüber allerdings hinweg sehen, bekommt man mit „In Darkness“ immerhin einen atmosphärischen und darstellerisch gut funktionierenden Mysterythriller, der mit seiner tatsächlich vorhandenen „Dunkelheit“ durchaus auch seine Stärken hat.

    Fazit:
    Durch den genialen Einfall einer blinden Hauptfigur bekommt der Thriller um Mord und Machtspiele einen spannenden Hauch von Mystery. Auch die herausragende Natalie Dormer trägt in der Hauptrolle viel zur Glaubwürdigkeit bei. Lediglich die auf den ersten Blick gelungene Wendung zur Mitte des Films kommt so deutlich verfrüht, dass „In Darkness“ mitunter konstruiert erscheint.

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