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Humanoid


Humanoid

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Science-Fiction
Regie:
Joey Curtis
Darsteller:
Anne-Solenne Hatte
Paul Sidhu
Branden Coles
Arielle Holmes
Kelcey Watson
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
102 Minuten
Kaufstart:
19. Mai 2017
Label:
Ascot Elite



Im Jahre 2307 ist eine neue Eiszeit auf der Erde ausgebrochen und die Oberfläche praktisch unbewohnbar. Die letzten Überlebenden der Menschheit haben sich deshalb in unterirdische Städte zurückgezogen, wo sie um die letzten Ressourcen des Planeten kämpfen. Um jedoch auch an der Oberfläche noch Arbeiten erledigen zu können, haben Wissenschaftler einige intelligente künstliche Humanoide erschaffen, die der eisigen Kälte trotzen können und die körperlich deutlich überlegen sind. Bisher friedlich im Dienste der Menschheit stehend, haben diese jedoch inzwischen damit begonnen, gegen ihre Schöpfer zu rebellieren. Commander Bishop wird deshalb mit einem Sondereinsatzkomamndo ausgesandt, um den flüchtigen Anführer des Aufstands ASH-393 zu eliminieren. Dumm nur, dass Bishop dabei auch ein persönliches Motiv für seinen Auftrag hat…

Kritik:
Die Angst vor Veränderungen durch den Klimawandel ist weit verbreitet. Selbst Befürchtungen vor einer möglichen neuen Eiszeit in einigen hundert Jahren findet man mitunter recht häufig. Der Sci-Fi-Film „Humanoid“ möchte uns nun in eine solche Welt entführen, in der die vereiste Oberfläche unbewohnbar geworden ist und die Menschheit sich in den Untergrund zurückgezogen hat.

Mutanten in der Eiszeit
Auf den ersten Blick hat „Humanoid“ dabei eine eigentlich interessante dystopische Story, welche die möglichen Auswirkungen einer katastrophalen Klimaveränderung zeigt. Gerade in den unterirdischen Städten hätte man viel Potential gehabt, ein heruntergekommenes Gesellschaftssystem mit all seinen Problemen zu zeigen. Stattdessen allerdings macht Regisseur Joey Curtis ausgerechnet den Fehler, einen komplett anderen Weg einzuschlagen. Denn was hier von der vermeintlichen Science-Fiction übrig bleibt, ist fast nur noch reine Action im Schnee und Eis. Tatsächlich nämlich handelt „Humanoid“ überwiegend eher davon, dass eine kleine Gruppe von Soldaten in schneeweißer Umgebung gegen Mutanten kämpft, die übermenschliche Fähigkeiten erlangt haben. Das ist bestenfalls Inhalt, der für einen oberflächlichen Horror- oder Actionstreifen reicht. Den eingefleischten Science-Fiction-Fan wird dieser Stoff kaum hervorlocken können.

Ein schwacher Anführer
Immerhin gelingt es dem Streifen in der zweiten Hälfte dann qualitativ ein wenig zuzulegen, was vor allem an einer einigermaßen spannenden Storywendung liegt. Wenn Commander Bishop nämlich plötzlich alleine kämpfen muss und der Wahrheit hinter den mutierten Humanoiden auf die Schliche kommt, entsteht endlich ein klein wenig Dramatik. Die Story bleibt dabei zwar bis zum Schluss sehr vorhersehbar, doch zeigt Hauptdarsteller Paul Sidhu, dass er im Team kaum in der Lage ist, genug Bildschirmpräsenz zu zeigen. Seine mangelnde Fähigkeit sich unter Soldaten durchzusetzen, verhindert die Spannung zu Beginn über lange Zeit und sorgt nicht gerade dafür, dass er die Rolle des Anführers glaubhaft darstellen kann. Man könnte sagen: Hinsichtlich der Auswahl der Schauspieler scheint „Humanoid“ stellenweise eher auf Amateurniveau.

Flüssiges Eis
Noch dazu könnte der Streifen selbst Genrefans damit enttäuschen, dass die gesamte Inszenierung nicht sonderlich überzeugen kann. Zu guter Letzt kommen zu den schauspielerischen Problemen nämlich auch noch zahlreiche Logikfehler, die „Humanoid“ insgesamt nicht stimmig erscheinen lassen. Da verwundert es doch sehr, dass auf einer Planetenoberfläche, auf denen Menschen nur durch spezielle chemische Mittel überleben können, trotzdem flüssiges Wasser zu finden ist, in dem noch dazu Fische existieren, die keineswegs erfrieren – und das etwa, nachdem der Hauptdarsteller seinen Arm in das Wasserloch steckte und ihm trotz aufgetragener Chemikalie beinahe der Arm wegstirbt. Selbst für Zuschauer, die während dem Filmgenuss nicht allzu viel nachdenken möchten, sind solche und weitere doch etwas zu offensichtliche Logikfehler, die man „Humanoid“ einfach nicht abkaufen kann. Schade also, dass man eine im Ansatz doch gute Idee inszenatorisch derartig katastrophal umgesetzt hat. Da hilft dann auch die arg klischeehaft aufgetragene und überflüssig erscheinende rassistische Abhandlung über “Rassenhygiene” durch eine blonde Darstellerin auch nicht mehr viel.

Fazit:
Action statt Science-Fiction: Mit einer Handlung um Mutanten statt technischen Errungenschaften, einem amateurhaften Hauptdarsteller und zahlreichen Logikfehlern wird es „Humanoid“ selbst bei eingefleischten Genrefans eher schwer haben.

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