Hotel Mumbai - Kritik – Virtual DVD Magazine
  • Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    Hotel Mumbai

    Hotel Mumbai


    Land/Jahr:
    USA / AUS 2018
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Anthony Maras
    Darsteller:
    Dev Patel
    Armie Hammer
    Jason Isaacs
    Nazanin Boniadi
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    123 Minuten
    Kaufstart:
    25. Oktober 2019
    Label:
    Universum Film

    Mumbai im November 2008: Der Sikh und Concierge Arjun wurde vom Küchenchef des Taj-Mahal-Palace-Hotels eigentlich nach Hause geschickt, möchte an diesem Tag aber unbedingt etwas länger arbeiten, um für seine Frau, die in Kürze ein Kind erwartet, noch ein bisschen mehr Geld zu verdienen. Diese Entscheidung soll er schon bald bereuen, als nach mehreren Anschlägen in der Innenstadt von Mumbai die Terroristen auch in das Hotel stürmen und wahllos Menschen erschießen. Die Polizei der Stadt ist auf eine solche Situation unterdessen ganz und gar nicht vorbereitet und völlig überfordert damit, den Terror unter Kontrolle zu bringen. Stunden vergehen, während das Personal des Hotels versucht, die wenigen Überlebenden in Sicherheit zu bringen und selbst zu überleben, bis die Polizei das Hotel gesichert hat. Doch die Hoffnung könnte schon bald schwinden…

    Kritik:
    Der Kampf gegen den Terror ist spätestens seit dem 11. September 2001 sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch in Europa allgegenwärtig. Von islamistischen Anschlägen ist jedoch nicht nur der Westen betroffen, sondern auch weit entfernte Länder wie Indien. Vor allem dann, wenn Terroristen ihre Taten als Racheakt für Aktionen gegen den eigenen Glauben betrachten.

    Wahre Begebenheiten
    „Hotel Mumbai“, der seinen Titel basierend auf dem Taj-Mahal-Palace-Hotel erhalten hat, geht zunächst schon deshalb unter die Haut, weil er auf wahren Begebenheiten beruht. Vom 27. bis 29. November 2008 kam es in der indischen Metropole Mumbai schließlich tatsächlich zu mehreren verheerenden Terroranschlägen, bei denen hunderte Menschen ums Leben kamen. Nach den ersten Anschlägen unter anderem an einem Bahnhof und in einem Cafe, verschanzten sich die Täter schließlich in dem Luxushotel und gaben sowohl islamistische Motive, als auch eine Form von Antikapitalismus als Grund an, nachdem sich die islamistischen Täter von den Reichen im Stich gelassen fühlten und ihre Aktion als Racheakt für die Zerstörung der Babri-Moschee in Ayodhya sahen. „Hotel Mumbai“ orientiert sich dabei recht nah an den realen Fakten und gibt sich große Mühe, die Ereignisse in keinster Weise umzudichten.

    Kein Blick unter die Oberfläche
    Erstaunlich ist an der Stelle allerdings, wie oberflächlich der Thriller die Motive der Täter behandelt – obwohl über zehn Jahre nach den Ereignissen doch viel über die Umstände bekannt ist. Dass die meisten Anschläge innerhalb Indiens sich als Rache an der Moschee-Zerstörung betrachten, darauf etwa möchte „Hotel Mumbai“ zu keinem Zeitpunkt eingehen und erwähnt dieses durchaus wichtige Hintergrundwissen überhaupt nicht. Stattdessen werden die Täter insgesamt eher unmenschlich und emotional kalt dargestellt, sodass ihre Radikalisierung und Indoktrination durch Propaganda keinerlei Rolle spielt, wenn die Terroristen mit Maschinengewehren in das Hotel stürmen. Damit bleiben jegliche Kontroversen jedoch komplett aus und „Hotel Mumbai“ bietet auch nur recht wenig Stoff für Diskussionen. Die eigentlich so erhoffte inhaltliche Tiefe bleibt also unter dem Strich aus – auch wenn diese Distanz zu den Tätern durchaus ihre Wirkung entfaltet.

    Hervorragend funtionierender Thriller
    Stattdessen versteht sich „Hotel Mumbai“ trotz seiner schwierigen Story hinsichtlich seines Inszenierungsstils wohl eher als Unterhaltungskino. Als emotionaler Thriller funktioniert der Streifen nämlich jederzeit und der Spannungsbogen bleibt über die gesamte Laufzeit recht hoch. Kein Wunder bedient man sich hierbei ganz klassischer Thrillerelemente, die vor allem die Emotionen hochkochene lassen: „Hotel Mumbai“ erzählt seine Geschichte praktisch kontinuierlich aus Sicht der Opfer, die in Hoffnung bangend darauf warten, dass die Polizei endlich zu ihrer Rettung eilt. Dass unter den Hotelmitarbeitern natürlich auch ein bis zwei Helden in den Mittelpunkt gestellt werden, entspricht dabei ebenfalls den typischen Actionthriller-Mustern. Dev Patel überzeugt als indischer Kellner mit Turban allerdings auf ganzer Linie bietet dem Publikum eine Identifikationsfigur, die einen hervorragenden roten Faden durch den Film zieht. Fans geradliniger Thriller, die keinen anspruchsvollen Historienfilm erwarten, werden also bestens unterhalten.

    Fazit:
    Obwohl der Thriller auf wahren Begebenheiten basiert, behandelt er die Motive der Täter nur sehr oberflächlich. Als geradliniger hochspannender Thriller voller Emotionen funktioniert „Hotel Mumbai“ aber dennoch hervorragend.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..