Hotel Artemis - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Hotel Artemis

    Hotel Artemis


    Land/Jahr:
    USA / GB 2018
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Drew Pearce
    Darsteller:
    Jodie Fostera
    Dave Bautista
    Sofia Boutella
    Sterling K. Brown
    Jeff Goldblum
    Zachary Quinto
    Charlie Day
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    94 Minuten
    Kaufstart:
    3. Dezember 2018
    Label:
    Concorde

    In den Straßen von Los Angeles herrscht der Ausnahmezustand und die Stadt steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Für viele Kriminelle ist das die perfekte Gelegenheit, um etwa Morde zu begehen oder eine Bank auszurauben. So auch für Waikiki und seinen Komplizen, deren jüngster Coup dabei aber so gewaltig schief geht, dass die beiden mit mehreren Schussverletzungen ärztlich behandelt werden müssen. Für solche Zwecke hat Krankenschwester Jean Thomas das Hotel Artemis, ein Untergrund-Krankenhaus zur Behandlung von Kriminellen, geschaffen. Dieses soll zugleich ein Zufluchtsort für Kriminelle jeder Art sein, die ihre Waffen stets am Eingang abgeben und einige Regeln befolgen müssen. Doch als plötzlich auch noch der Eigentümer, eine Polizistin und die Killerin Nice auftaucht, scheint die Situation allmählich zu eskalieren…

    Kritik:
    Wenn Jodie Foster, Dave Bautista, Zachary Quinto und Jeff Goldblum zusammen in einem einzigen Film auftauchen, ist das meistens ein gutes Zeichen. In „Hotel Artemis“ müssen sie kammerspielartig immerhin unter Beweis stellen, dass sie auch starke Charakterrollen beherrschen. Dieser Streifen möchte nämlich mehr bieten, als nur ein bisschen Action.

    Ein ganz normaler Mittwoch
    Das Setting selbst macht dabei schon einiges her, wenn ein eher rustikal eingerichtetes Hotel als Tarnung für ein Untergrund-Krankenhaus für Kriminelle herhalten darf. Atmosphärisch zeigt „Hotel Artemis“ nämlich das Gegenteil einer ganz normalen medizinischen Einrichtung: In eher kleinen finsteren Gängen wirkt der Streifen insgesamt ziemlich düster, statt weiß und steril. Regelmäßige Stromausfälle und ein dauerhafter Ausnahmezustand tun dann ihr Übriges, um die Dramatik von der ersten Minute an ziemlich stark hochzufahren und für einen guten Spannungsbogen zu sorgen. Oder wie es Jodie Foster in diesem Film wohl als Krankenschwester Jean Thomas sagen würde: „Ein ganz normaler Mittwoch“ eben.

    Tiefgang unter der harten Fassade
    Unter der Fassade allerdings ist hier gar nichts so normal und routiniert, wie die Krankenschwester nach außen hin den Eindruck erwecken möchte. Und da kommt auch die außergewöhnlich starke Charakterdarstellung von Jodie Foster schnell zur Geltung, die den Streifen über weite Strecken hinweg fast alleine trägt. Selbstbewusst und mit einer gewissen Härte und Durchsetzungsvermögen hält sie den Laden voller Kriminelle am Laufen, sorgt für die Einhaltung von Regeln und schafft es als Powerfrau auch, sich gegen die schlimmsten Verbrecher durchzusetzen, die sich mal wieder daneben benehmen. Insgeheim versteckt sich aber auch hier ein kantiger Charakter unter der Oberfläche, der durch psychische Probleme, Angststörungen und vergangene Traumata einen psychologischen Tiefgang zu bieten hat, den wir anfänglich ganz und gar nicht erwartet hätten. Zusammen mit dem überraschend gut schauspielernden Dave Bautista gibt sie ein exzellentes Duo ab, das sich perfekt in das rustikale Setting einfügt.

    Stars mit angenehmer Zurückhaltung
    Die restlichen Darsteller verkommen da beinahe zur Nebensache und entfalten ihre Stärken eher in den Konflikten untereinander. Viele der kleinen Dialoge und Sticheleien zwischen den miteinander konkurrierenden Kriminellen lockern die dichte Atmosphäre mit einem leichten Humor auf und steigern den Unterhaltungswert zusätzlich. Vor allem aber sticht auch hier eine Frau besonders hervor, wenn sich Sofia Boutella als eiskalte Profikillerin behauptet und ihr nächstes Ziel ausgerechnet innerhalb des so abgeschotteten Krankenhauses findet. Da kommt dann auch schnell klassische Thriller-Atmosphäre auf, wenn Infiltration und verdecktes Vorgehen für zusätzliche Spannungsspitzen neben dem ohnehin schon aufregenden Ausnahmezustand sorgen. Jeff Goldblum und Zachary Quinto punkten unterdessen eher mit einer angenehmen, aber stilsicheren Zurückhaltung, bei der sie sich zu keinem Zeitpunkt aufdrängen, aber dennoch in ihren wenigen Szenen erinnerungswürdig bleiben. So macht „Hotel Artemis“ insgesamt einen abgerundeten Eindruck.

    Fazit:
    Teilweise als Kammerspiel konzipiert, gehört „Hotel Artemis“ zu den ganz besonderen Werken in diesem Jahr: Mit einem hervorragenden Zusammenspiel aller Beteiligten ergibt sich ein packender Mix aus düsterer Atmosphäre, spannendem Auftragskiller-Thriller und echtem Charakterdrama. Dieser Film sollte in keiner Sammlung fehlen.

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