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Hoff the Record


Hoff the Record

Land/Jahr:
GB 2016
Genre:
Serie / Comedy
Regie:
Natalie Bailey
Darsteller:
David Hasselhoff
Asim Chaudhry
Fergus Craig
Mark Quartley
Ella Smith
Brett Goldstein
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
180 Minuten
Kaufstart:
25. November 2016
Label:
Polyband



Die Schauspiel-Legende David Hasselhoff war einst einer der berühmtesten und beliebtesten Stars. In den 80iger und 90iger Jahren war er vor allem für seine Hauptrollen in “Knight Rider” und “Baywatch” bekannt und startete nicht zuletzt auch eine erfolgreiche Gesangskarriere. Doch nach mittlerweile fast dreißig Jahren hat sich vieles verändert und der große Erfolg ist in weite Ferne gerückt. Die Jüngeren wissen oftmals nicht einmal mehr, um wen es sich bei Hasselhoff wohl handeln mag und erkennen ihn selbst dann nicht, wenn er vor ihnen steht. Leider geht allerdings auch dem größten Star irgendwann einmal das Geld aus. Verzweifelt ist er sogar bereit, an einem Independent-Film teilzunehmen, in dessen Rolle er sich selbst spielen soll. Dumm nur, dass das auch nicht so wirklich klappen soll und David schon bald sogar seinen verschollenen Sohn Dieter kennenlernt, den er einst im Jahre 1989 beim Fall der Mauer gezeugt haben soll…

Kritik:
Wenn der Erfolg bei Stars ausbleibt und sie dringend wieder Geld benötigen, würden viele Stars so einiges tun, um wieder in den Schlagzeilen zu landen. David Hasselhoff allerdings hat sich etwas besonders kreatives ausgedacht und einfach eine neue eigene Serie gedreht. Und in dieser spielt er kurzerhand sich selbst in einer fiktiven Autobiografie.

Das bizarre Leben des Hasselhoff
Während die meisten Stars sich also für wirklich billigste Sendungen und Kampagnen hergeben, einige gar bereit sind, beim Dschungelcamp teilzunehmen, lässt es sich David Hasselhoff nicht nehmen, einfach mal seine tatsächlich eher turbulente Vergangenheit gehörig auf die Schippe zu nehmen. Statt also erneut wieder mit Alkoholexzessen und irgendwelchen billigsten Produktionen in die Schlagzeilen zu geraten, sehen wir in „Hoff the Record“ eine fiktive Autobiografie, bei der er uns durch sein Leben nach dem Erfolg führt. Und das ist dank zahlreicher Anspielungen auf seine früheren Serien auch tatsächlich witzig. Ein KITT in Form eines schwarzen Opel gehört da natürlich auch dazu, wie ein vermeintlicher Baywatch-Auftritt inmitten eines Waldstücks. Vor allem aber beweist Hasselhoff mit dieser Serie eine gewaltige Portion Selbstironie – und allein dafür muss man ihn schließlich lieben.

Hoff kann über sich selbst lachen
David Hasselhoff scheint nämlich durchaus bewusst zu sein, dass nicht alle Ereignisse in seiner Karriere wirklich eine gute Idee waren. Hier zeigt er allerdings eindeutig, dass er stets über sich selbst lachen kann und vermutlich sogar seine schlimmsten Hater einmal zum Schmunzeln bringen kann. Immerhin ist er in dieser Serie schwer davon überzeugt, dass man „Baywatch“ ohnehin nur wegen den Titten gedreht hat und selbst über ein damaliges Video, in dem er betrunken seinen Burger auskotzt, kann er in „Hoff the Record“ tatsächlich Witze machen. Es verdient schon einen gewissen Respekt, so sehr über den eigenen Fehlern der Vergangenheit zu stehen und sie selbst in einer Comedy-Serie erneut zu thematisieren, während man seine eigene Person ins Lächerliche zieht. Auf jeden Fall eine weit bessere Art und Weise, nochmal in die Schlagzeilen zu geraten, als mit neuen Skandalen oder einer erneuten Teilnahme in den „Sharknado“-Filmen.

Qualität mit Selbstironie?
Dennoch muss man sich als Fan natürlich fragen, ob „Hoff the Record“ aber auch wirklich unterhaltsam ist. Hier trifft es wohl ein eindeutiges Jein. Während nämlich einerseits die KITT-Anspielungen tatsächlich witzig sind, wirken doch vor allem die ersten beiden Episoden der Serie eher verstörend und albern, als tatsächlich qualitativ hochwertig. Das liegt zunächst auch daran, dass einige Szenen in fiktiven pseudo-dokumentativen Interviews durch Voice-over synchronisiert werden und das zunächst den Eindruck einer minderwertigen MTV-Serie macht. Spätestens ab der dritten Folge fährt man dieses Stilmittel aber deutlich zurück und versetzt den Zuschauer gänzlich in die Geschichte während Hasselhoffs Lebensabschnitt. Da kann „Hoff the Record“ sogar seine Qualitäten gänzlich ausfahren, wenn Hasselhoff wegen finanzieller Probleme bei einem Warlord auftritt oder für eine Charity-Kampagne an einem Überlebenstraining teilnimmt. Unterhaltsam wird die recht kurze Serie dann zwar, eine echte Offenbarung, die an die Qualitäten seiner 80iger Jahre Produktionen heranreicht, bekommen wir aber auch hier nicht geboten. Übrigens: Wir konnten uns während der Sichtung nicht so recht entscheiden, ob wir lieber die englische Originalfassung oder die deutsche Synchronisation sehen wollten. Einerseits ist die Synchro im Falle von Hasselhoff und den Voice-over-Szenen tatsächlich schlecht. Andererseits macht die Synchronstimme des fiktiven Sohnes in ostdeutschem Dialekt aber gerade einen wichtigen Teil des Spaßes aus. In diesem Sinne: Am besten beide Sprachfassungen ansehen.

Fazit:
Mit einer gehörigen Portion Selbstironie nimmt David Hasselhoff sowohl seine schwierige Vergangenheit, als auch seine gesamte Karriere auf die Schippe. Das allein verdient schon einen gewissen Respekt. Doch während „Hoff the Record“ zwar einige wirklich gelungene Highlights für Fans zu bieten hat, sollte man kein neues Meisterwerk erwarten.

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