Hellboy – Call of Darkness - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Hellboy – Call of Darkness

    Hellboy – Call of Darkness


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Neil Marshall
    Darsteller:
    David Harbour
    Milla Jovovich
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    121 Minuten
    Kaufstart:
    23. August 2019
    Label:
    Universum Film

    Eigentlich wollte Hellboy nur einen Kollegen ausfindig machen, als er von seiner jüngsten apokalyptischen Mission erfährt: Die skrupellose Hexe Nimue, die einst von König Arthur in mehrere Stücke zerteilt und im ganzen Land verteilt wurde, ist unter die Lebenden zurückgekehrt und möchte unter allen Umständen das Ende der Welt herbei führen. Dank der guten Erziehung von Hellboy, der von einem Menschen großgezogen wurde, kann der dabei aber nicht einfach nur zusehen. Gemeinsam mit der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen setzt er alles daran, die von Nimue verursachte Schneise der Verwüstung zu unterbinden und die Armee der Finsternis zurück in die Hölle zu schicken…

    Kritik:
    Spätestens seit den Verfilmungen von Guillermo del Toro gehört „Hellboy“ zu den absoluten Kultfiguren unter den Comicverfilmungen. Doch der dritte Teil stand schon vor dem Kinostart unter keinem guten Stern: Der ehemalige Hauptdarsteller Ron Perlman ist schließlich nicht mehr mit von der Partie und auch del Toro suchen wir auf dem Regiestuhl vergeblich. Kann das funktionieren?

    Hellboy ohne Ron Perlman
    Bei Fans jedenfalls hat es „Hellboy – Call of Darkness“ schon sichtlich schwer, wenn David Harbour als neuer Hellboy auf dem Bildschirm erscheint. Irgendwie fehlt ihm das raue Auftreten und der starke Charakter, der Ron Perlman einst noch so überzeugend machte. Obwohl der neue Regisseur Neil Marshall seinen Film deutlich düsterer und brutaler machte, wirkt die Charakterdarstellung der neuen „Hellboy“-Figur wie ein krasser Gegensatz. Irgendwie an den lockeren Stil des Marvel Cinematic Universe angelehnt, wirkt David Harbour in seiner Rolle schon beinahe kindisch albern. Den knallharten Halbdämon kaufen wir ihm jedenfalls so einfach nicht ab. Ob das allerdings nur am Darsteller oder doch vor allem am Drehbuch liegt, darüber lässt sich wahrscheinlich streiten.

    Ein lustloser Dämon
    Erzählerisch funktioniert die Charakterisierung der Hauptfigur nämlich nicht so richtig. Obwohl die coolen Sprüche und der Eigensinn der Figur einigermaßen eingefangen wurde, wirkt Harbour mitunter sichtlich lustlos. Das ist natürlich gewollt: Die Comicfigur verfolgt normalerweise ihre eigenen Ziele, hat ihren eigenen Kopf und ist als Einzelgänger auch nicht gerade bestens dafür geeignet, mit einem Team zusammenzuarbeiten. Leider gelingt es „Hellboy – Call of Darkness“ aber auch zu keinem Zeitpunkt glaubwürdig zu machen, warum Hellboy seine Aufgaben überhaupt übernimmt. Warum der Figur nicht schlicht und einfach völlig egal ist, was die Hexe treibt und mit der Welt passiert, erschließt sich dem Zuschauer nur selten. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass sich „Hellboy – Call of Darkness“ doch etwas zu sehr auf seine Aneinanderreihung von Action und Effekten konzentriert und deutlich zu wenig auf die Charaktere.

    Übersinnliche Migräne
    Zumal gerade die Häufigkeit des Effektaufkommens ohnehin nicht die beste Idee war, denn gerade an dieser Stelle kann der Fantasystreifen zeitweise am wenigsten überzeugen. Viel zu oft sieht man „Hellboy – Call of Darkness“ einfach an, dass es sich bei den Monstern und Kreaturen um animierte CGI-Effekte handelt und der Overkill an Effekten vor allem in der zweiten Hälfte wirkt dadurch eher ermüdend, denn begeisternd. Immerhin: Bei den durchaus gelungenen Kämpfen gegen Riesen, wenn der Film endlich seine Fantasystärken auch mal ausfahren kann, kann der neue „Hellboy“ durchaus mal überzeugen. Das reicht dann aber nicht, um das Publikum, dem die Figuren mit fortschreitender Laufzeit zunehmend egal werden, langfristig am Ball zu halten. Dafür macht „Hellboy – Call of Darkness“ erzählerisch einfach zu viel falsch.

    Humor inmitten der Gewalt
    Eines aber muss man dem Streifen lassen: Der desöfteren vorhandene Humor kann überraschenderweise tatsächlich zünden. Das gilt sowohl für die Running Gags mit einem Smartphone und Hellboys viel zu dicken Fingern, als auch für die coolen Sprüche, die der nette Halbdämon immer wieder zum Besten gibt. Gerade deshalb wirkt es immer wieder wie eine Fehlentscheidung von Neil Marshall, seinen Film zu einem brutaleren Werk für ein erwachseneres Publikum zu machen – ist es doch gerade die Action, bei der „Hellboy“ dieses Mal nicht immer punktet. Daran ändert auch der durchaus hohe Anteil an Splatter- und Goreeffekten, bei denen Blut desöfteren durch die Lüfte spritzt und ganze Schädel brutal in Nahaufnahme gespalten werden nichts. Gewaltszenen machen eben noch keinen guten Fantasyfilm. Das wusste Guillermo del Toro damals offenbar besser.

    Fazit:
    Der dritte „Hellboy“-Film macht eine ganze Menge falsch: Nicht nur, dass Regisseur Guillermo del Toro und der einstige Hauptdarsteller Ron Perlman in diesem Streifen komplett fehlen – auch die Charakterdarstellung der Comicfigur kann einfach nicht so recht fesseln und die Überhäufung mit CGI-Effekten wirkt eher ermüdend, statt unterhaltsam. Immerhin: Der Humor und die coolen Sprüche zünden auch dieses Mal.

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