Halloween - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Halloween

    Halloween


    Land/Jahr:
    USA 1978
    Genre:
    Horror
    Regie:
    John Carpenter
    Darsteller:
    Donald Pleasence
    Jamie Lee Curtis
    Nick Castle
    Nancy Loomis
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    87 Minuten
    Kaufstart:
    16. Februar 2012
    Label:
    Concorde


    Bereits als 6-jähriges Kind beging Michael Myers die wohl schrecklichste Tat seines Lebens: Er tötete seine große Schwester auf brutale und kaltblütige Art und Weise mit einem riesigen Küchenmessen. Fünfzehn Jahre musste er seitdem in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung verbringen, doch nun gelang ihm tatsächlich die Flucht. Da zögert Michael nicht lange, nach einer solch andauernden Geduld endlich an seinen Geburtsort zurückzukehren und erneut das Messer schwingen zu lassen. Dumm nur, dass die drei jungen Mädchen aus der Nachbarschaft des kleinen Ortes noch gar nicht ahnen, welch große Bedrohung da auf sie wartet…

    Kritik:
    Nach über dreißig Jahren gilt das herausragende Meisterwerk von Großmeister John Carpenter noch immer als ein wahrer Kult-Horrorfilm. Mit seinem Gespür für gelungene Perspektiven und eine fesselnde Atmosphäre hat der Film auch nach so vielen Jahren noch immer seine Wirkung. Während nun sein neuestes Werk „The Ward“ an den Start ging, dürfen wir ebenfalls erneut einen Blick in den Film werfen, der Carpenter zu einer Legende machte. Fans des 70er Jahre Horrors kommen da also einmal mehr auf ihre Kosten.

    Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
    Schon damals gelang es „Halloween“ tatsächlich, neue Wege des Horrorgenres zu beschreiten und erstmals bis dato nahezu ungesehene Tabus zu brechen. Da Michael Myers, der heute als Kult-Figur überhaupt gilt, bereits im jungen Alter von 6 Jahren seinen ersten Mord beging, hat die Kindheit in Hollywood endlich seine geliebte Unschuld verloren. Als einer der wenigen Filme wagt es John Carpenter damit, ein harmloses Kind zum skrupellosen und brutalen Killer ohne Gewissen und Verstand zu machen, der auch nach Jahrzehnten immer noch mordet. Doch auch in der Darstellung der Perspektiven hat er eine neue Herausforderung gewagt und die Geschichte teilweise aus der Sicht des Killers dargestellt. Erstmals sahen wir einen kaltblütigen Mörder aus der Ego-Perspektive, wie er unschuldige junge Frauen mit einem Messer niedermetzelt und konnten uns im Jahre 1978 in den Geist des Mannes hineinversetzen. Gerade damit schaffte der Großmeister des Horrors ein außergewöhnliches Werk, das den Zuschauer mit seiner herausragenden Atmosphäre einfach jeder Zeit fesselt und auch ohne übermäßig extreme Gewalt eine beängstigende Stimmung erzeugen kann. Das ist einfach auch heute noch subtiler Horror mit Liebe zum Detail.

    Kurzes Vergnügen
    Darüber hinaus bietet „Halloween“ natürlich auch heute noch einen unvergessenen Soundtrack, dessen Titelmelodie wohl jeder immer noch sofort wieder erkennen würde. Damit konnte Carpenter sein Werk zudem verfeinern und die Spannung auf die Spitze treiben. Dennoch zeigt Concorde trotz der Neuveröffentlichung des alten Kult-Klassikers wohl keine große Liebe für ihre Fans, denn Kenner der Langfassung dürften wohl schnell enttäuscht sein. Auf die Scheibe hat es schließlich einmal mehr lediglich die kürzere Kinofassung gefasst, in der leider zahlreiche Hintergrundinformationen ebenso fehlen, wie die von Männern so geliebte nackte Haut. Zwar ist diese Fassung aus Sicht des damaligen Kinoerlebnisses ungeschnitten, doch die aus der Langfassung bekannten Psychiatrieszenen zu Beginn des Films, sowie diverse Nacktszenen nach den Mordattacken fehlen hier leider fast komplett. Sollte sich „Halloween“ also bereits im Regal des Horrorfilm-Fans befinden, so lohnt sich der erneute Kauf wohl kaum, da hier leider auch mit Bonusmaterial eher geizig umgegangen wurde. Das ist also nicht gerade ein Highlight für Michael Myers-Fans, sondern eher der Versuch, beim Release von Carpenters neuestem Werk erneut Geld mit den Klassikern zu verdienen. Nichts desto trotz hat der Film selbst nichts von seiner Qualität verloren und ist an sich schon eine Sichtung wert, sofern er nicht sowieso schon auswendig im Gedächtnis geblieben ist.

    Fazit:
    John Carpenters Klassiker hat auch heute noch seine alte Qualität und kann mit Spannung, einer innovativen Ego-Perspektive und dem kultigen Soundtrack noch heute überzeugen. Leider kann man die Neuveröffentlichung aber inhaltlich dennoch nicht als gelungenes Fanpaket bezeichnen.