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Gold


Gold

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Drama
Regie:
Stephen Gaghan
Darsteller:
Matthew McConaughey
Edgar Ramirez
Bryce Dallas Howard
Corey Stoll
Toby Kebbell
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
121 Minuten
Kaufstart:
5. Oktober 2017
Label:
Studiocanal



Kenny Wells ist Inhaber eines einst lukrativen Bergbauunternehmens und möchte endlich wieder den großen Gewinn machen. Denn um seine Finanzen steht es seit geraumer Zeit derartig schlecht, dass selbst das Unternehmensvermögen beinahe nahe der Null-Grenze geschätzt wird. Doch tief im Dschungel von Indonesien ist Kenny überzeugt davon, eine wertvolle Goldquelle finden zu können, die sein Unternehmen rettet und ihn steinreich machen könnte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, passende Partner für sein Abenteuer zu finden, stößt er auf den Geologen Michael Acosta, mit dem er fortan die Bodenschätze des südasiatischen Landes ausbeuten möchte. Der Reichtum lässt nicht lange auf sich warten – doch ebenso schnell könnte er dieses im Haifischbecken der Rohstoffunternehmen auch wieder verlieren…

Kritik:
Wenn es um spannende Filme über Wirtschaftsunternehmen geht, hat Matthew McConaughey bereits reichlich Erfahrung sammeln können. Erst vor einigen Jahren spielte er schließlich an der Seite von Leonardo DiCaprio in „The Wolf of Wall Street“. Nun bekommt er erstmals seine ganz eigene große Hauptrolle in einem Genrefilm rund um Börsen und Unternehmen.

Wirtschaft statt Abenteuer
Wer bei der Handlungsbeschreibung über ein großes Abenteuer im indonesischen Dschungel allerdings tatsächlich auf einen echten Abenteuerfilm gehofft hat, dürfte von „Gold“ recht schnell enttäuscht werden. Im Mittelpunkt steht der Rohstoffabbau und die Finanzsituation eines Unternehmens, das möglicherweise mit Betrügereien und Tricks wieder an die Börse gelangen möchte. Stilistisch reiht man sich dabei direkt hinter namhaften Streifen wie „The Wolf of Wall Street“ und „The Big Short“ ein und konzentriert sich tatsächlich eher auf die Dialoge hinter den Kulissen, die zwischen Unternehmensinhaber und seinen Partnern geführt werden. Dabei wurde der Streifen zwar insgesamt nicht so trocken inszeniert, wie manch andere Genrevertreter, doch das große Abenteuer bleibt letztendlich völlig aus.

Zu wenig Indonesien
Schade ist dabei, dass vor allem der Part in Indonesien doch etwas zu kurz kommt – vor allem, wenn Hauptfigur Kenny Wells erst einmal wieder in seine Heimat zurück gekehrt ist und fortan von dort aus alles steuert. Mehr als drei Viertel des gesamten Filmes spielen also eher zwischen den Wolkenkratzern der wichtigen amerikanischen Börsenstädte, als tatsächlich im indonesischen Dschungel. Das führt mitunter aber auch dazu, dass es dem Zuschauer schwer fallen kann, sich wirklich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Ein reicher Anzugträger aus einem Börsenunternehmen, der an seinem Schreibtisch sitzt und mit Geschäftspartnern streitet, ist für die meisten Zuschauer dann vermutlich doch ein wenig zu sehr vom realen Alltag entfernt. Und gerade die doch recht kurze Auseinandersetzung mit Indonesien sorgt auch nicht unbedingt dafür, dass wir uns der Figur ein wenig annähern und die Gefühlslage nachvollziehen können. Da bleibt der Streifen dann doch ein wenig zu oberflächlich.

Nah an der Realität
Trotzdem dürfte „Gold“ seine Zielgruppe unter dem Publikum sicherlich finden. Vor allem, wenn einem bereits andere einschlägige Börsenfilme gefallen haben, könnte man von diesem Streifen hier schnell begeistert sein. Das liegt einerseits natürlich an der starken Nähe zur Realität, in der sich Unternehmensbosse und Börsenzocker auch schnell einmal verzocken und liebendgerne mit dem Geld anderer Leute spielen. Andererseits aber auch an der Tatsache, dass „Gold“ überwiegend auf eine allzu komplizierte Thematik verzichtet. Hier muss also niemand Wirtschaft studiert haben, um die Handlung des Streifens zu jeder Zeit nachvollziehen zu können. Werfen doch manch andere Genrefilme gerne mit Fachbegriffen aus der Welt der Finanzen um sich, so bleibt dieser Film hier auch für den absoluten Laien unter den Zuschauern verständlich und durchaus spannend. Wer sich grundsätzlich für das Thema interessiert, sollte dem Film also unbedingt eine Chance geben – dabei allerdings keinen Abenteuerfilm erwarten.

Fazit:
Kein Abenteuerfilm, aber ein realitätsnaher und durchaus spannender Streifen über Börsenunternehmen, Rohstoffabbau und das Haifischbecken der Wirtschaft. Perfekt für Fans von „The Wolf of Wall Street“ und „The Big Short“.

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