Freddy / Eddy - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Freddy / Eddy

    Freddy / Eddy


    Land/Jahr:
    D 2016
    Genre:
    Psychothriller
    Regie:
    Tini Tüllman
    Darsteller:
    Felix Schäfer
    Jessica Schwarz
    Katharina Schüttler
    Robert Stadlober
    Burghart Klaußner
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    90 Minuten
    Kaufstart:
    6. September 2018
    Label:
    EuroVideo

    Für den Maler Freddy könnte das Leben momentan nicht schlechter verlaufen. Nachdem er seine Frau auf brutale Weise verprügelt und ihr mehrere Knochen gebrochen hat, steht es um das Sorgerecht um den gemeinsamen Sohn ziemlich schlecht. Und auch seine Bilder will seit den jüngsten Zeitungsartikeln einfach niemand mehr kaufen. Das Problem allerdings: Freddy kann sich an seine Taten überhaupt nicht erinnern. Er sieht die Verantwortung in seinem imaginären Zwillingsbruder Eddy, der plötzlich wieder in seinem Leben aufgetaucht ist und kurzerhand die Kontrolle darüber übernommen hat. Doch wie soll er sein Umfeld davon überzeugen, dass Eddy dafür verantwortlich ist, der exakt genauso aussieht wie Freddy und eigentlich schon bei der Geburt verstorben sein soll?

    Kritik:
    Für seine Genrefilme ist die deutsche Kinolandschaft eigentlich leider schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr bekannt. Umso erstaunlicher, wenn sich deutsche Filmemacher dann doch einmal an einen richtigen Psychothriller wagen – und dann auch noch mit einem Hauptdarsteller in Doppelrolle.

    Der doppelte Felix Schäfer
    Das wird umso erstaunlicher, wenn man sich einmal anschaut, wer hier in die schwierige Situation gekommen ist, eine sich extrem unterscheidende Doppelrolle spielen zu müssen. Hauptdarsteller Felix Schäfer ist schließlich auch im deutschen Kino nicht nur ein erfrischend unverbrauchtes Gesicht, sondern hat bisher noch ein recht überschaubares Portfolio. Gerade einmal zwei Kinofilme in Spielfilmlänge hat er vor „Freddy / Eddy“ gedreht und da scheint es schon eine respektable Herausforderung, gleich ein paar Jahre nach der Schauspielschule schon eine solche Doppelrolle spielen zu müssen. Insgesamt gelingt ihm das aber souverän, denn der Spagat zwischen etwas schüchternen, netten Maler und dem bösartigen imaginären Zwillingsbruder, der ihm das Leben zur Hölle machen möchte, kommt grundsätzlich glaubwürdig rüber.

    Noch kein Hollywood-Niveau
    Generell muss man unter diesen Umständen aber natürlich eingestehen: An die ganz großen Leistungen, wie wir sie von Hollywood-Darstellern gewohnt sind, kommt das natürlich noch nicht heran. Hier und da hätte man sich vor allem den bösen Gegenspieler ein wenig düsterer und teuflischer gewünscht, vielleicht mit ein bisschen mehr Sarkasmus und Intrigen. Auf der anderen Seite ist es aber vielleicht gerade das biedere, doch irgendwie an die Realität angelehnte Verhalten, das den Bösewicht Eddy in diesem Streifen erst so glaubwürdig macht. Immerhin könnte er mit einer solchen Verkörperung durchaus als ganz normaler Typ von nebenan durchgehen und wir kaufen es dem Umfeld zu jedem Zeitpunkt ab, dass sie den Unterschied zwischen beiden Charakteren tatsächlich nicht bemerken. Unter dem Strich darf man von dieser Leistung eines relativ unerfahrenen Schauspielers sicherlich beeindruckt sein.

    Das unbekannte Ich
    Zumal „Freddy / Eddy“ mit dem Verhalten der zweiten Persönlichkeit auch für die nötige Intensität sorgt. Immerhin ist der nette Freddy nicht in der Lage zu wissen, was sein vermeintliches anderes Ich gerade so treibt, wenn es die Kontrolle über sein Leben übernimmt. Dass da Gewalt ebenso im Spiel ist, wie pädophiles Verhalten, treibt die Hauptfigur zunehmend in die Enge und sorgt auch abseits der Psyche der Hauptfigur für den nötigen „Thrill“. Auseinandersetzungen sind damit obligatorisch, ebenso eine im Ansatz vorhandene Krimigeschichte, die zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei, Psychologen und Täter wird. Da wundert man sich fast ein bisschen darüber, dass es „Freddy / Eddy“ gelingt, so viel Inhalt in einer so kurzen Laufzeit unterzubringen. Durch ein hohes Erzähltempo, das auch einen recht schnellen unkomplizierten Einstieg ermöglicht, gelingt dem Thriller das aber hervorragend. Damit dürfte der Film vor allem auch jenen gefallen, die Geschichten bevorzugen, die ohne Umschweife schnell zur Sache kommen.

    Fazit:
    Auch wenn der relativ unerfahrene Felix Schäfer in der Hauptrolle womöglich nicht an die Leistungen von Hollywood-Darstellern heranreichen mag, gelingt es ihm in einer alles andere als einfachen Doppelrolle solide zu überzeugen und macht „Freddy / Eddy“ damit zu einem überraschend guten deutschen Genrefilm.

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