Follow the Money – Staffel 1 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Follow the Money – Staffel 1

    Follow the Money – Staffel 1


    Land/Jahr:
    DK 2016
    Genre:
    Krimi
    Regie:
    Jannik Johansen
    Søren Balle
    Søren Kragh-Jacobsen
    Darsteller:
    Thomas Bo Larsen
    Thomas Hwan
    Natalie Madueño
    Nikolaj Lie Kaas
    Esben Smed Jensen
    Lucas Hansen
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    580 Minuten
    Kaufstart:
    27. April 2018
    Label:
    Edel:Motion

    Mads Justesen arbeitet bereits seit vielen Jahren für die dänische Polizei, als er auf einen Betriebsunfall an einem Windpark des Energiekonzerns Energreen angesetzt wird. Dass dieser offenbar den schlechten Arbeitsbedingungen geschuldet ist, dürfte allerdings weniger problematisch sein, als die ständigen Hindernisse bei seinen Ermittlungen. Wie sich herausstellt, ermittelt schließlich auch die Wirtschaftskripo bereits seit geraumer Zeit gegen das Unternehmen und wittert illegale Insidergeschäfte. Grund genug für Mads, der den Konzern für seinen Umgang mit den Mitarbeitern dran kriegen will, mit der anderen Behörde zusammenzuarbeiten. Noch ahnen sie allerdings nicht, welch enorme Ausmaße der Betrug bei Energreen annehmen könnte – und wie schwierig und langwierig die Ermittlungen erst noch werden…

    Kritik:
    Mordfälle, Gewaltdelikte oder gar Rechtsextreme, wie in den deutschen Fernsehkrimis? Nein, das ist den Skandinaviern längst zu langweilig geworden. „Follow the money“ setzt lieber einen drauf und beschäftigt sich mit komplexen Themen wie Wirtschaftskriminalität, Börsenbetrug und Erpressung. Auf den ersten Blick nicht unbedingt der leichteste Stoff…

    Schwieriger Stoff verständlich präsentiert
    Auf den zweiten Blick allerdings gelingt es der dänischen Serie durchaus, die komplexe Thematik rund um Wirtschaftskriminalität auch für den wirtschaftlich nicht ganz so versierten Zuschauer verständlich zu machen. Das gelingt vor allem durch den starken Fokus auf die Polizeiarbeit einerseits, aber auch durch den Einblick in das Unternehmen andererseits. Im Mittelpunkt steht letztendlich die Arbeit zweier Polizisten von der Wirtschaftskripo, denen wir bei der oftmals etwas langsamen Ermittlungsarbeit, bei den Observationen und den Abhörmaßnahmen über die Schulter schauen können. Und die sammeln beim Publikum überaus schnell Sympathiepunkte durch die Einblicke in das private Umfeld, das ihre Handlungen stets nachvollziehbar machen.

    Der Zuschauer als Insider
    Gleichzeitig allerdings haben sich die Macher einen interessanten Storykniff ausgedacht, in dem sie den Zuschauer zu einem weiteren Insider machen, der häufig in die Machenschaften des Unternehmens eingeweiht ist. Da kommt schließlich die zweite wichtige Hauptrolle hinzu: Eine aufsteigende Chefjuristin, die sich innerhalb eines betrügerischen Unternehmens im wahrsten Sinne „hoch schläft“ und damit den direkten Draht zwischen dem Publikum und dem Insiderhandel bietet. Ein Glück allerdings, dass diese Perspektive keineswegs als Spoiler dient, sondern als genialer Schub für den Spannungsbogen: Denn gerade durch den Einblick in die Betrügereien wird es umso spannender, dabei mitzufiebern, ob die Wirtschaftskripo dem Unternehmen auf die Schliche kommt. Und wird mit den Manipulations- und Vertuschungsversuchen gleich doppelt gefesselt. Anders gesagt: „Follow the Money“ ist eine dieser Serien, die ganz ohne viel Action, allein durch seine extrem spannende Handlung fesselt.

    Action im dritten Handlungsstrang
    Damit der Stoff allerdings nicht ganz so trocken daher kommt, nutzt „Follow the Money“ zudem die Möglichkeit, seine Handlung ein wenig aufzulockern. Hier kommt ein dritter Handlungsstrang über zwei Kleinkriminelle aus der ärmeren Bevölkerungsschicht hinzu. Die dienen nicht nur einerseits als Kontrast zu den reichen Betrügern, die in ihrem Anzug und mit ihren Aktien ein wesentlich leichteres Spiel zu scheinen haben, als die kleinen Autodiebe, die stets mit einem Bein im Knast stehen, sondern sorgen mit ihren Auseinandersetzungen für einige Auflockerung und Dramatik. Natürlich, so viel ist klar: Auch dieser Handlungsstrang steht letztendlich im Zusammenhang mit der Energreen-Story und macht „Follow the Money“ damit zu einer Art Puzzle, das sich im Laufe der 10 Folgen nach und nach zusammensetzen wird.

    Emotionale Höhepunkte
    Dass die Krimiserie zugleich aber zu einer der besten skandinavischen Serien überhaupt gehören dürfte, lieft aber nicht zuletzt vor allem auch an der herausragenden schauspielerischen Leistung aller Beteiligten. Insbesondere Thomas Bo Larsen und Natalie Madueno stechen hier überaus positiv heraus. Das ist allerdings kaum ein Wunder: Kenner werden Larsen bereits aus dem dänischen Meisterwerk „Die Jagd“ kennen, in dem er Mads Mikkelsen einst ordentlich das Leben schwer machte. Dass er zu emotionalen Höhepunkten in der Lage ist und die Familiensituation seiner Figur, die sich um eine MS-kranke Frau kümmern muss, sehr intensiv darstellen kann, sollte daher nicht weiter verwundern. Für Natalie Madueno allerdings scheint die Leistung etwas überraschender, trat sie bisher kaum nennenswert in Erscheinung. Dennoch: In der Rolle der Chefjuristin gelingt ihr der Spagat zwischen der eiskalten berechnenden Juristin und der emotional instabilen Mutter ebenso erstklassig. Schon allein diese beiden machen „Follow the money“ zu einer absoluten Top-Serie, sodass auch ein inhaltlich komplexes Thema emotional stark fesseln kann.

    Fazit:
    Die geniale dänische Top-Serie weicht von den üblichen Krimis deutlich ab und widmet sich anhand der Wirtschaftskriminalität eher komplizierteren und komplexeren Themen. Den Darstellern allerdings gelingt es dennoch, ein vermeintlich trockener Stoff, äußerst emotional zu verpacken und den Zuschauer damit über die gesamten zehn Folgen zu fesseln.

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