Fast & Furious: Hobbs & Shaw - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Fast & Furious: Hobbs & Shaw

    Fast & Furious: Hobbs & Shaw


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Action
    Regie:
    David Leitch
    Darsteller:
    Jason Statham
    Dwayne Johnson
    Idris Elba
    Kevin Hart
    Ryan Reynolds
    Vanessa Kirby
    Helen Mirren
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    135 Minuten
    Kaufstart:
    12. Dezember 2019
    Label:
    Universal Pictures

    Schon einmal sind der knallharte Secret-Service-Agent Luke Hobbs und der kampferprobte Außenseiter Deckard Shaw aufeinandergetroffen, doch die besten Freunde wurden sie bei ihrer einstigen Zusammenarbeit nicht. Dass sie auch dieses Mal wieder gemeinsam antreten sollen, um der MI6-Agentin Hattie bei der Beschaffung eines extrem tödlichen Virus zu helfen, löst bei ihnen deshalb wenig Freude aus. Kaum in der Lage, ohne ununterbrochene gegenseitige Beleidigungen an einem Strang zu ziehen, stehen sie vor einer wahren Herausforderung: Hattie trägt den Virus längst in sich – und nur ein High-Tech-Gerät aus einem ukrainischen Forschungslabor ist in der Lage, dieses aus ihrem Körper zu extrahieren. Dumm nur, dass die Anlage von der Armee rund um den augmentierten Terroristen Brixton schwer bewacht wird…

    Kritik:
    Jason Statham und Dwayne Johnson – die beiden aktuell wahrscheinlich beliebtesten Actiondarsteller und eine hervorragende Besetzung, wenn es darum geht, zwei ungleiche Helden gemeinsam ihre Fäuste schwingen zu lassen. Das Verhältnis ist inzwischen aber ein bisschen anders als noch zur Zeit von Paul Walker und Vin Diesel – was „Hobbs and Shaw“ zu einem Buddy-Movie der etwas anderen Art macht.

    Agenten statt Autorennen
    Generell hat sich bei der „Fast & Furious“-Reihe, die mit „Hobbs and Shaw“ bereits in die neunte Runde geht, einiges im Vergleich zu den ersten Teilen verändert. Schnelle Autos und rasante Verfolgungsjagden stehen gar nicht mehr so sehr im Fokus, wie noch am Anfang. Spätestens mit dem ersten Auftritt von Dwayne Johnson als Luke Hobbs in „Fast & Furious 5“ entwickelten sich die Filme zum klassischen Actionkino – mit einer typischen Agenten- oder Weltrettungsgeschichte inklusive. Daran hat sich auch in „Hobbs and Shaw“ nichts geändert: In klassischer James Bond-Manier – aber deutlich weniger dezent und elegant – müssen die Hauptdarsteller auch dieses Mal die Welt vor einem Terroristen retten, der die Menschheit mit einem gefährlichen Virus ausrotten will. So richtig innovativ ist das nicht. Doch klar ist auch: „Fast & Furious“ schaut man im Normalfall ja nicht wegen seiner Story, sondern wegen der rasanten Action.

    Schlagkräftiges Buddy-Movie
    Davon gibt es nämlich auch in „Hobbs and Shaw“ wieder reichlich, auch wenn diese sich nicht immer nur um fahrbare Unterstätze dreht. Schießereien und Nahkämpfe dürfen angepasst an die beiden Hauptdarsteller natürlich nicht fehlen. Das funktioniert vor allem deshalb, weil sowohl Statham als auch Johnson ihre jeweiligen Stärken unter Beweis stellen dürfen und dabei einiges an Situationskomik mitbringen. Die Kombination aus einem schlagkräftigen, aber recht trägen Muskelprotz und einen flinken und schlauen Nahkämpfer ergibt ein hervorragendes Zusammenspiel der beiden Actionhelden. Mit etwas Fantasie könnte man vielleicht sogar Parallelen zu Bud Spencer und Terence Hill erkennen: Die Grundkonstellation aus schwerem Prügler und flinkem, intelligenten Trickser , die sich gegenseitig nicht immer ausstehen können, weckt immerhin einige Erinnerungen. Auch wenn man doch bezweifeln darf, dass Statham und Johnson jemals einen vergleichbaren Kultstatus erreichen.

    Coole, aber auch dumme Sprüche
    Dafür erinnern uns die zuhauf vorhandenen, coolen und lockeren Sprüche der beiden oftmals doch etwas zu sehr an Bruce Willis in „Stirb langsam“ als an die beiden italienischen Helden der Kindheit. Humoristisch bewirkt das allerdings keinen Abbruch, denn genau dieser Humor mag zu den modernen Actionhelden auch um einiges besser passen. Wenn sich Statham und Johnson dabei gegenseitig mit Sticheleien zu überbieten versuchen, entwickelt „Hobbs and Shaw“ auch erst so richtig seine Stärken. Obwohl man an dieser Stelle zugeben muss: Kommt da noch eine dritte Person dazu, wie etwa Kevin Hart als Air Marshal Dinkley – kann das gegenseitige Zuwerfen von Beleidigungen durchaus auch nervig werden und in dummes Geschwätz übergehen. Denn wenn eines in dieser Konstellation gar nicht funktioniert, dann ist es schnelles Gerede wie in früheren Komödien von Martin Lawrence, an die uns Kevin Hart leider desöfteren erinnert und die womöglich ein Klischee seiner Hautfarbe abdecken soll.

    Der Kampf mit den Logikfehlern
    Darüber hinaus bringt „Hobbs and Shaw“ ohnehin nicht nur Stärken mit sich, denn während zwar die Action und der Humor meistens recht gut funktionieren, nervt der Streifen auch desöfteren mit Logikfehlern und so einigen sinnbefreiten Momenten, mit denen die Glaubwürdigkeit stark zu kämpfen hat. Warum etwa in einem Gefängnis, in dem es keinerlei akustische Abschirmung gibt, bei einem Besuch trotzdem Telefonhörer notwendig sind, erschließt sich uns nicht wirklich. Wie man eine bereits gezündete Granate einfach wieder durch Knopfdruck entschärfen kann, ebenso wenig. Und wenn autonome Fahrzeuge plötzlich genauso rasant und spektakulär fahren, wie die Helden des Films, erschließt sich umso weniger, wozu es die hervorragenden Fahrer in „Fast & Furious“ eigentlich überhaupt noch braucht.

    Fast & Furious bekommt Sci-Fi
    Da allerdings liegt dummerweise auch der Clou des Films: Der Bösewicht soll mit futuristischer Technologie schließlich einen überlegenden Gegner darstellen. Dazu gehören dann nicht nur körperliche Modifikationen, wie wir sie etwa aus der Videospielreihe „Deus Ex“ kennen, sondern auch aufregende Hilfsmittel wie wandelbare autonome und überlegende Motorräder. In Anbetracht der auf den ersten Blick körperlich überlegenen beiden Hauptfiguren mag die Idee dahinter durchaus einleuchten und auch die damit einhergehenden optischen Effekte können überzeugen, die Umsetzung aber erscheint nicht immer realistisch und glaubwürdig. Doch wie eingangs schon erwähnt: Bei „Fast & Furious“ erwartet der Zuschauer mit hoher Wahrscheinlichkeit eher spaßiges Popcorn-Kino zum Kopfabschalten. Und das liefert „Hobbs and Shaw“ in jeder einzelnen Minute.

    Fazit:
    Die unterhaltsame Kombination aus Jason Statham und Dwayne Johnson macht aus „Fast & Furious“ erneut ein spaßiges Buddy-Movie und rasantes Popcorn-Kino. Dennoch bleibt die Reihe auch beim neunten Mal lediglich leichte Kost ohne aufwändige Story.

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