Extralarge – Box 1 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Extralarge – Box 1

    Extralarge – Box 1


    Land/Jahr:
    USA / I 1991
    Genre:
    Krimi
    Regie:
    Enzo G. Castellari
    Darsteller:
    Bus Spencer
    Philip Michael Thomas
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    555 Minuten
    Kaufstart:
    15. Juli 2010
    Label:
    EuroVideo

    Der Kleine mit der großen Klappe
    Als Privatdetektiv Jack „Extralarge“ Costello an diesem Tag von seinem üblichen Saxophon-Auftritt zurückkehrt, hätte er mit einem ganz sicher nicht gerechnet: Dass ein kleiner Junge rauchend in seinem Büro sitzt und die Füße frech auf seinen Tisch gelegt hält. Doch trotz der zunächst begrenzten Begeisterung, nimmt sich der herzensgute Extralarge auch diesem Jungen an und will herausfinden, was er auf dem Herzen hat. Wie es scheint, ist er nämlich der Sohn eines alten Freundes von Extralarge, der offensichtlich in der Klemme steckt. Und weil ein Drogenkartell hinter seinem Vater her ist, setzen sie natürlich alles daran, den Jungen in die Hände zu bekommen, da dieser vermutlich seinen Aufenthaltsort kennt. Da kann Jack Costello natürlich nicht tatenlos zusehen und nimmt den Jungen in seine Obhut, während er sich zeitgleich mit seinem Kollegen Dumas auf die Suche nach dessen Vater macht. Doch noch ahnt er nicht, dass niemand so recht mit offenen Karten spielen will…

    Tödliches Spiel
    Nachdem ein junger Football-Star der Miami Lions in einem billigen Motel brutal ermordet wurde, nachdem er sich dort mit einer Prostituierten vergnügte, glaubt die Polizei kurzerhand an eine Auseinandersetzung mit Drogendealern. Selbst die zahlreichen Einstiche im Arm und der hohe Heroingehalt in seinem Blut weisen auf einen exzessiven Drogenmissbrauch hin. Lediglich seine Mutter ist von seiner Unschuld überzeugt und bittet den erfolgreichen Privatdetektiv Jack Costello, den schwierigen Fall aufzuklären. Dumm nur, dass er dabei immer tiefer in den Sumpf der Korruption hinein gerät und selbst schon bald in größter Gefahr schwebt…

    Der Kindermörder
    So hätte sich Polizist Blake seinen Dienst sicher nicht vorgestellt: Nachdem sich gerade erst ein Obdachloser auf die Windschutzscheibe seines Streifenwagens geworfen hat, entdeckt er in einem anliegenden Haus auch noch die Leiche eines Kindes. Offensichtlich hat der berüchtigte Kindermörder von Miami erneut zugeschlagen und seine üblichen Nachrichten hinterlassen. Für Privatdetektiv ‘Jack Costello bedeutet das natürlich den nächsten Fall, bei dem er nun eng mit der Polizei zusammenarbeiten muss, um den Täter ausfindig zu machen. Dumm nur, dass Blake kurz davor steht, eine große Dummheit zu begehen…

    Die Formel des Todes
    Da wittert Dumas die große Chance: Während Privatdetektiv Jack Costello noch damit beschäftigt ist, als Clown verkleidet, einen Verbrecher hinter Gitter zu bringen, nimmt Dumas doch prompt einen neuen Job an. Die Tochter eines erfolgreichen Atomphysikers bittet ihn, ihren Vater ins Hotel zu eskortieren und ein gefährliches Objekt zu beschützen. Doch bereits kurz nach der Ankunft wird der Physiker Klaus von Hermann auf skrupellose und brutale Weise niedergemetzelt. Dumm nur, dass er Jack kurz zuvor einen kleinen Behälter zusteckt – denn damit haben die beiden Detektive plötzlich eine brutale Verbrecherbande im Nacken, die es selbst mit Costello aufnehmen können…

    Die Schöne mit dem kleinen Tick
    Als wäre es nicht bereits schlimm genug, dass sich der französische Cartoonist Dumas bei ihm einnistet, da bekommt es Jack Costello auch noch mit einem hübschen, aber frechen Mädchen zu tun. Die nämlich ist die wohl hinterlistigste und beste Diebin von Miami und wird seit dem Raub eines wertvollen Gegenstands, von zweispaltigen Typen gejagt. Und die wollen nur eines: Ihren Tod. Doch während selbst die Polizei der jungen Frau auf den Fersen ist, nimmt sich Jack der Aufgabe an, sie zu beschützen – wenn auch widerwillig…

    Gegen Tod und Teufel
    Mysteriöse Dinge nehmen in Miami ihren Lauf: Nachdem sich ein junges Mädchen ohne jegliche Vorerkrankungen wegen ihrer starken Schmerzen selbst erstochen hat und ihr Freund wegen Mordes verurteilt wurde, scheint das Böse bereits sein nächstes Opfer gefunden zu haben. Die junge Kathy wird nämlich kurzerhand von einem teuflischen Kult entführt und soll schon bald als Opfer für ein dunkles Ritual herhalten. Wird es Privatdetektiv Jack Costello auch mit der schwarzen Magie aufnehmen können?

    Kritik:
    Während die meisten wohl eher weniger mit dem Titel „Extralarge“ anfangen können, wissen Fans hier sicher bereits, dass es sich dabei nur um die Krimi-Reihe mit Bud Spencer handeln kann. Alle anderen dürften die Reihe dagegen eher unter dem deutschen Titel „Zwei Supertypen in Miami“ kennen und haben womöglich bereits die ein oder andere Folge im Fernsehen gesehen – immerhin wurden die Krimis bereits mehrfach auf Sendern, wie RTL2 oder Tele 5 ausgestrahlt und erfreuten sich dort großer Beliebtheit. Dennoch handelt es sich hierbei um die erste DVD-Veröffentlichung der Reihe in Form einer Half-Season-Box, die gleich mit ganzen sechs Folgen auf drei DVDs aufwarten kann. Bei allen Folgen handelt es sich dabei um die ersten der Reihe, die in den Jahren 1990 und 1991 gedreht wurden. Und wie Fans wissen, zählen die Folgen dieser Reihe neben „Zwei Engel mit vier Fäusten“ und „Die Troublemaker“ zu den letzten „richtigen“ Bud Spencer-Filmen. Zwar mag Spencer auch hier bereits das Genre gewechselt haben, nämlich von der klassischen Actionkomödie, hin zum Krimi, doch bekommen wir ihn noch einigermaßen in alter Form zu sehen. Immerhin ist er inzwischen blind und kaum mehr in der Lage, die Fäuste noch so richtig schwingen zu lassen – das war in „Extralarge“ noch anders, wenngleich er dabei längst nicht mehr an seine alten 80er-Jahre-Erfolge heran kommt. Dafür ist die Zusammenarbeit mit Quasselstrippe Phillip Michael Thomas hervorragend gelungen, sodass wir in jeder einzelnen Folge richtig viel Humor zu sehen und hören bekommen. Da merkt man auch deutlich, dass die ersten Folgen der Reihe noch ein wenig lockerer, unrealistischer und humorvoller sind, als die späteren. Phillip M. Thomas hat dabei immer die passenden, wenn auch manchmal nervigen Sprüche auf Lager und die Action ist insgesamt sehr zurückhaltend ausgefallen. Blutlachen, oder gar brutale Kampfszenen wird man dabei wohl eher weniger zu sehen bekommen, sodass man die ein oder andere Folge sicherlich auch mal den etwas jüngeren Zuschauern zumuten kann. Allen voran die vergleichsweise witzig ausgefallene Folge mit dem Titel „Der Kleine mit der großen Klappe“.

    Vom Humor zum knallharten Kriminalfilm
    Anders geht es dagegen in der Folge „Der Kindermörder“ zu, bei der ein Priester in Verdacht gerät, kleine Kinder reihenweise ermordet zu haben. Diese Episode zählt zugleich auch zu den qualitativsten der Reihe, denn der Zuschauer wird bis zum Ende selbst in die Irre geführt und kann den wahren Täter wohl kaum erraten. Ein Motiv und das dazu passende Verhalten liefern sie alle mit und dank der düsteren Atmosphäre ist diese Folge sicher nichts für kleine Kinder. Ähnliches kann man auch bei „Gegen Tod und Teufel“ behaupten, denn Extralarge begibt sich dieses Mal auf die Spur einer Voodoo-Sekte. Da mag der Realismus und die Glaubwürdigkeit zwar gerne einmal auf der Strecke bleiben, wenn scheinbar harmlose Menschen mittels satanischen Ritualen plötzlich vom Teufel besessen werden, doch auch diese Folge zählt zu den düsteren Episoden der Reihe. Im Vergleich zu den anderen vier Episoden dieser Box sind diese beiden etwas weniger humorvoll, dafür ernsthafter und atmosphärischer ausgefallen. Trotz alledem macht jede Folge – sei sie nun witzig, oder ernsthaft – viel Spaß, was insbesondere an dem sympathischen Hauptdarstellerduo liegt. Beide Hauptdarsteller können stets den Zuschauer begeistern und kommen besonders beim Bud Spencer-Fan gut an. Eine kleine Ausnahme dürfte lediglich “Die Schöne mit dem kleinen Tick” sein, da diese Folge wohl die schwächste der gesamten Reihe sein mag. Für Spencer-Fans ist diese Box aber dennoch bestens geeignet, obwohl es aus technischer Sicht einige Kritikpunkte gibt. Insbesondere durch die Tatsache, dass die Reihe bereits mehrfach im Fernsehen ausgestrahlt wurde, dürfte es für viele wichtig sein, dass die DVD eine entsprechend gute technische Qualität, sowie eine gute Ausstattung bietet. Dies ist allerdings nur bedingt gegeben, denn die Bildqualität ist zwar akzeptabel, aber keinesfalls überragend, wodurch sie nicht wesentlich besser aussieht, als die damalige TV-Ausstrahlung. Zudem sucht man die Extras auf den DVDs vergebens, was ebenso einige Fans enttäuschen könnte. Immerhin: Die Folgen sind – im Gegensatz zu mancher TV-Ausstrahlung – ungeschnitten enthalten. Von einer Box, die sich an Fans richtet und Filme beinhaltet, die knapp 20 Jahre alt sind, darf man aber dennoch wesentlich mehr erwarten.

    Fazit:
    Die „Extralarge“-Reihe mit Bud Spencer erstmals als Half-Season-Box – spaßig, unterhaltsam, spannend, aber mit dürftiger Ausstattung.