Enemy - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Enemy

    Enemy


    Land/Jahr:
    ESP / CDN 2013
    Genre:
    Psychothriller
    Regie:
    Denis Villeneuve
    Darsteller:
    Jake Gyllenhaal
    Sarah Gadon
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    90 Minuten
    Kaufstart:
    10. Oktober 2014
    Label:
    Capelight

    Bisher hatte der Geschichtsprofessor Adam eigentlich nicht viel für Filme übrig, bleibt ihm dafür doch so oft gar keine Zeit. Dass soll sich allerdings grundlegend ändern, als er von einem seiner Kollegen eine Empfehlung erhält. Die Disc erst einmal zuhause eingeworfen, stellt er mit Erstaunen fest, dass einer der Nebendarsteller doch tatsächlich identisch aussieht, wie er selbst. Sogar die Stimme scheint einander hundertprozentig zu gleichen. Adam zögert nicht lange und möchte unter allen Umständen herausfinden, um wen es sich dabei handelt. Er spürt seine Adresse auf, möchte seinen Doppelgänger unbedingt persönlich kennenlernen – und wird schon bald zu einem echten Stalker. Doch während sich sein Gegenspieler Anthony vom Auftreten des offenbar eineiigen Zwillings bedroht fühlt, eskaliert die Situation. Scheinbar haben es bei dem Konflikt beide Männer auf die Frau und das Leben des jeweils anderen abgesehen. Das Machtspiel lässt nicht lange auf sich warten…

    Kritik:
    Auf die Rolle im zweiten „Jarhead“-Film hat Jake Gyllenhaal offensichtlich verzichtet. Für seine Fans lässt er es sich allerdings nicht nehmen, als Ersatz in seinem neuesten Streifen dann gleich doppelt aufzutreten. In „Enemy“ spielt er nämlich eine Doppelrolle und darf sich selbst als feindlicher Doppelgänger begegnen. Klingt nach Spannung.

    Gyllenhaal x 2
    Er sieht identisch aus, er trägt ähnliche Kleidung und selbst die Narbe auf seinem Bauch ähnelt vollkommen seinem Gegenüber: Jake Gyllenhaal spielt in diesem Thriller eine Doppelrolle, bei der man ihn ziemlich leicht verwechseln könnte. Nur Namen und einzelne Verhaltensweisen unterscheiden sich grundlegend vom jeweils anderen. Als Zuschauer ist es da schon notwendig genau darauf zu achten, wen man gerade vor sich hat, um nicht völlig verwirrt den Anschluss zu verlieren. Immerhin beweist Jake Gyllenhaal dabei allerdings sehr gute schauspielerische Leistungen, sodass wir die jeweilige Person durchaus auch an ganz kleinen Charaktereigenschaften erkennen können. Der eine ist schüchtern und zurückhaltend, aber dennoch undurchschaubar und potentiell gefährlich. Der andere hingegen ist ein selbstbewusster Schauspieler, der ohne Skrupel auch nicht vor Abschreckung durch Gewalt zurück schreckt. Dabei macht es der Film ihnen nicht unbedingt einfach, sich grundlegend zu unterscheiden.

    Spannung durch Nervenkitzel
    „Enemy“ hat es nämlich keineswegs eilig. Der Film lässt sich in jeder seiner Szenen enorm viel Zeit und sorgt damit für einen extrem langsamen Spannungsaufbau. Wir dürfen Adam oder Anthony dabei zu sehen, wie sie sich langsam an der Leben des Doppelgängers herantasten und völlig neues Gebiet auskundschaften. Jederzeit überlegt und fast schon träumend durch die Welt gehend, beobachten sie die Frau des Anderen, spionieren seinen Wohnort aus und machen sich als bedächtig vorgehender Stalker an die Arbeit. Interessant wird der Verwechselungsthriller aber vor allem dadurch, dass beide damit beginnen, sich gegenseitig zu stalken und zu gefährden. Der Reiz des Besitzes des Anderen ist einfach zu groß, um das identische Aussehen nicht zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. Spannend dann dabei zuzusehen, wie der gemäßigte langsame Stil sowohl Adam herausfordert, als auch Anthony in seinem Selbstbewusstsein und seinem energischen Auftreten bremst – und das, obwohl doch beide Figuren von demselben Schauspieler dargestellt werden. Faszinierend auf eine ganz besondere Weise.

    Fazit:
    Mit seiner ersten bemerkenswerten Doppelrolle entführt uns Jake Gyllenhaal in einen außergewöhnlichen Thriller, der vor allem von seinem langsamen Spannungsaufbau profitiert. Das ist Kino mit Stil, das aber auf Grund seines durchaus vorhandenen Interpretationsspielraumes möglicherweise nicht auf universale Begeisterung stoßen könnte.